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Gesundheit

Deutschland

Die Grippe breitet sich weiter aus

Die Grippezahlen steigen. In der vergangenen Wochen sind Tausende Menschen in Deutschland erkrankt, wieder deutlich mehr als zuvor. Die Grafik zeigt, wo die Gefahr gerade am größten ist.

Getty Images
Freitag, 09.02.2018   14:58 Uhr

Plötzlich hohes Fieber, trockener Husten, Kopfschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl: Unter den Menschen in Deutschland breitet sich die Grippe aus. In der vergangenen Woche meldeten Ärzte dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.188 Fälle, bei denen das Virus im Labor diagnostiziert wurde.

Damit erreichte die Zahl der Erkrankten den mit Abstand höchsten Wert seit Beginn der Grippewelle im Dezember, wie aus dem aktuellen Wochenbericht des RKI hervorgeht. In zwölf Prozent der Fälle mussten die Patienten ins Krankenhaus. Zudem wurden in der vergangenen Woche Ausbrüche in Schulen und Kindergärten, Krankenhäusern und Rehazentren gemeldet.

Die Zahl der Todesfälle ist seit Dezember auf 70 gestiegen. Vier von fünf Betroffenen waren mindestens 60 Jahre alt. Daneben gab es jedoch auch mehrere Todesfälle bei Kleinkindern.

Arztbesuche mit Grippebeschwerden

Robert Koch-Institut

Anzahl der Patienten mit Bronchitis, Rachenentzündung und Lungenentzündung, die wahrscheinlich der Grippe zuzuschreiben sind, KW 5/2018

Zur Zahl der im Labor bestätigten Fälle kommt immer noch eine Dunkelziffer von Betroffenen, bei denen der Arzt keine Probe ins Labor geschickt hat. Aus diesem Grund dokumentiert das RKI neben den Labordiagnosen auch die Zahl der Arztbesuche, die der Influenza zugeschrieben werden.

Diese liege bislang unter dem Niveau der schweren Grippewelle 2016/17, erklärte Grippe-Expertin Silke Buda vom RKI. Zur Schwere der aktuellen Grippewelle insgesamt gab es allerdings noch keine Angaben - diese bewertet das Institut immer erst nach Saisonende.

RKI: Impfen lohnt sich noch

Das Robert Koch-Institut empfiehlt auch zum jetzigen Zeitpunkt noch, gegen die Grippe zu impfen. Empfohlen wird der Schutz unter anderem für:

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Bis die Impfung richtig schützt, dauert es in der Regel um die zwei Wochen. Auch dann bietet sie keine hundertprozentige Sicherheit, weshalb es trotz Impfung zu einer Infektion kommen kann. Das Risiko ist aber deutlich geringer.

Eine Infektion mit der echten Grippe lässt sich vor allem durch ihren plötzlichen Beginn von einem grippalen Infekt, also einer Erkältung, unterscheiden. Eben noch fühlte man sich gesund, dann steigt die Temperatur rasant an. Hinzu kommen meist ein trockener Reizhusten sowie starke Kopf- und Muskelschmerzen. Erkrankte fühlen sich sehr schwach, abgeschlagen und haben keinen Appetit.

Den besten Schutz bietet die einfachste Methode: ausgiebiges, regelmäßiges Händewaschen mit warmem Wasser und normaler Seife.

irb/dpa

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