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Gesundheit

Influenza

Grippewelle flaut ab - aber nicht in ganz Deutschland

Die Zahl der Grippefälle in Deutschland sinkt, die Erkrankungswelle könnte dieses Jahr deutlich schwächer ausfallen als im vergangenen. Trotzdem bleibt die Situation in manchen Regionen angespannt.

RKI / AGI

Grippe in Deutschland in der Kalenderwoche 10/19

Freitag, 15.03.2019   11:33 Uhr

In Deutschland sind in der vergangenen Woche weniger Menschen an der Grippe erkrankt als in den Wochen davor. Das zeigt der aktuelle Bericht der Arbeitsgruppe Influenza des Robert Koch-Instituts. Trotzdem meldeten Arztpraxen noch knapp 19.000 Fälle, bei denen der Influenza-Erreger im Labor nachgewiesen wurde.

Die tatsächliche Zahl der Betroffenen dürfte deutlich höher liegen. Längst nicht jeder Arzt nimmt von allen Grippe-Erkrankten Proben, die er im Labor bestimmen lässt.

Bei rund einem Fünftel der gemeldeten Fälle mussten die Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden.

Die echte Grippe unterscheidet sich in mehreren Punkten von einer Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet wird. Während ein grippaler Infekt in der Regel harmlos verläuft, sind die Beschwerden einer Grippe deutlich stärker und können vor allem für geschwächte Personen lebensgefährlich werden. Seit dem Herbst 2018 sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 402 Menschen gestorben, bei denen eine Grippeerkrankung nachgewiesen wurde.

Mecklenburg-Vorpommern am stärksten betroffen

Am stärksten von der Grippewelle betroffen war in der vergangenen Woche Mecklenburg-Vorpommern, dort stieg die Zahl der Menschen, die mit Atemwegsbeschwerden in die Arztpraxen kamen, sogar noch an. Dasselbe gilt für Baden-Württemberg.

In anderen Bundesländern hingegen blieb der Praxisindex weitgehend gleich oder sank sogar leicht. Der Wert beschreibt, wie viele Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Normalzustand zum Arzt gehen. Er wird anhand der Meldungen von mehr als 500 Arztpraxen ermittelt.

Ab einem Wert von 180 gilt der Praxisindex als stark erhöht, der Deutschlanddurchschnitt lag in der vergangenen Woche bei 164. Zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern übertraf diesen Wert mit 225 deutlich, genauso wie Baden-Württemberg (198). Am anderen Ende der Skala befanden sich Sachsen-Anhalt mit 135 und Berlin mit 136.

Nur Erkältung - oder die echte Grippe?

Viele sprechen von einer Grippe, wenn sie nur einen grippalen Infekt haben. Zwischen beiden gibt es aber einen großen Unterschied: Während ein grippaler Infekt in der Regel harmlos verläuft und von vielen verschiedenen Viren verursacht wird, stecken hinter einer echten Grippe allein Influenzaviren.
"Wenn man eine richtige Grippe hat, dann weiß man das. Dann hat man nicht ein bisschen Schnupfen und Kopfdruck, dann hat man hohes Fieber und Schmerzen." Vor den Influenzaviren schützt die jährliche Grippeimpfung. Die harmlosen Erkältungen hingegen kann auch sie nicht abwehren.

Grippewellen senken Lebenserwartung

Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die Grippewelle in diesem Jahr deutlich schwächer ausfallen könne als im vergangenen. Damals hatte das Robert Koch-Institut Anfang März noch mehr als 46.000 Grippefälle registriert - innerhalb von einer Woche.

Im gesamten Winter 2017/2018 waren mehr als 1600 Menschen gestorben, bei denen die Infektion nachgewiesen wurde. Auch bei diesem Wert dürfte eine hohe Dunkelziffer existieren.

Aktuelle Auswertungen des Robert Koch-Instituts legen nahe, dass schwere Grippewellen sogar die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland negativ beeinflussen. Zwar stieg die mittlere Lebenserwartung zwischen 1991 und 2016 bei Frauen von 79 auf 83,2 Jahre. Bei den Männern wuchs sie von 72,5 auf 78,4 Jahre.

Allerdings beobachteten die Forscher immer wieder kleine Unterbrechungen des kontinuierlichen Anstiegs - zum Beispiel 2013, 2015 und 2017. Dabei handelte es sich um Jahre mit auffallend starken Grippewellen, berichten RKI-Forscher im "Journal of Health Monitoring".

Der einfachste Schutz: Händewaschen

Am besten schützt häufiges Händewaschen vor einer Ansteckung mit der Grippe. Wasser und normale Seife reichen aus, um den Erreger zu beseitigen, es braucht weder spezielle antibakterielle Seife noch Desinfektionsmittel. Damit alle Krankheitserreger abgespült werden, sollten Handflächen und Fingerzwischenräume mindestens 20 Sekunden lang geschrubbt werden.

Ebenfalls ratsam ist, die Hände vom Gesicht fernzuhalten. Hat man etwa in der U-Bahn eine Haltestange angefasst, an der Viren klebten, ebnet der anschließende Griff an Nase oder Mund den Krankheitserregern den Weg in den Körper. Falls möglich hilft es zudem, während der Grippewelle zu anderen Personen Abstand zu halten und wenig Hände zu schütteln.

Abgesehen von den Vorsichtsmaßnahmen existiert eine Impfung gegen Influenza, die jedes Jahr an die aktuell kursierenden Erreger angepasst wird. Nach der Impfung dauert es jedoch rund zwei Wochen, bis sie ihre volle Schutzwirkung entfaltet hat.

irb

insgesamt 5 Beiträge
remedias.cortes 15.03.2019
1. Sachfrage : Woher kommen diese starken Grippe- Wellen?
Aus meiner Kindheit und Jugend erinnere ich mich nicht daran, das ist ein Phänomen der letzten 20 Jahre.
Aus meiner Kindheit und Jugend erinnere ich mich nicht daran, das ist ein Phänomen der letzten 20 Jahre.
shardan 15.03.2019
2.
Nein, Grippewellen, sind schon lange bekannt. Aus der Wikipedia: "Beschreibungen von Grippeepidemien liegen seit dem 16. Jahrhundert vor. Gehäuft beschrieben werden sie zur Zeit der Urbanisierung im 19. und 20. [...]
Zitat von remedias.cortesAus meiner Kindheit und Jugend erinnere ich mich nicht daran, das ist ein Phänomen der letzten 20 Jahre.
Nein, Grippewellen, sind schon lange bekannt. Aus der Wikipedia: "Beschreibungen von Grippeepidemien liegen seit dem 16. Jahrhundert vor. Gehäuft beschrieben werden sie zur Zeit der Urbanisierung im 19. und 20. Jahrhundert". Das man das heute scheinbar häufiger auftaucht, liegt eher an stärkerer Erfassung und breiter Berichterstattung.
lügendetektor73 16.03.2019
3. Sehr heftig
Mich hat es vor 2 Wochen erwischt. Laut Abstrich beim Arzt eine echte Influenza, was mir das Landratsamt bestätigte. Trotz meiner noch relativ jungen 45 Jahre war die erste Woche wirklich sehr heftig mit Fieber Jenseits der 40 [...]
Mich hat es vor 2 Wochen erwischt. Laut Abstrich beim Arzt eine echte Influenza, was mir das Landratsamt bestätigte. Trotz meiner noch relativ jungen 45 Jahre war die erste Woche wirklich sehr heftig mit Fieber Jenseits der 40 Grad. Ich fühle mich immer noch sehr schwach und habe einige Kilos verloren . Das ist wirklich kein Spass
Otziotzi 17.03.2019
4. gesund geblieben
Im Oktober habe ich mich impfen lassen und bin bisher gesund geblieben, trotz Patientenkontakt.
Im Oktober habe ich mich impfen lassen und bin bisher gesund geblieben, trotz Patientenkontakt.
eineve 17.03.2019
5.
jedesmal, wenn ich mit menschen zusammen treffe die am selben tag vorher eine grippeschutzimpfung "genossen" erkranke ich in den folgenden 2 wochen definitiv derart an grippe das ich mich nur noch robbend durch meine [...]
Zitat von remedias.cortesAus meiner Kindheit und Jugend erinnere ich mich nicht daran, das ist ein Phänomen der letzten 20 Jahre.
jedesmal, wenn ich mit menschen zusammen treffe die am selben tag vorher eine grippeschutzimpfung "genossen" erkranke ich in den folgenden 2 wochen definitiv derart an grippe das ich mich nur noch robbend durch meine wohnung bewegen kann. werde ich von einem grippe kranken menschen (also mit den wirklich aktuellen grippevirus) angerotz, angehustet und / oder der gibt mir seine ungewaschene hand, langt mit seinen schwitzigen händen meine lebensmittel oder sachen an - bekomme ich KEINE grippe. das geht so schon seit fast 40 jahren. 3 x hatte ich diese angesteckte grippe durch grippeimpfung anderer, die letzte ansteckung erfolgte letztes jahr im oktober in der praxis meines arztes als er gerade grippeimpfwoche hatte und ich das auch nicht wusste. auf meine frage im nachhinein bejahte er diesen zeitraum. ich bin mir sicher, würde ich mich gegen grippe impfen lassen - gehöre ich zu den "nicht nennenswerten todesfälle" die - wie bei jeder impfung - passieren. shit happens.
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