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Gesundheit

Kongo

Schnelle Ebola-Diagnosen mit mobilem Labor

Ein experimenteller Impfstoff wurde verschickt, ein mobiles Labor ist bereits im Einsatz: Mit schneller Hilfe und strengen Kontrollen soll der Ebola-Ausbruch im Kongo eingedämmt werden.

REUTERS

Medizinisches Personal bei der Desinfektion in Bikoro, Demokratische Republik Kongo

Dienstag, 15.05.2018   15:26 Uhr

Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt ein mobiles Labor vor Ort im Einsatz, um schnellere Diagnosen zu stellen. Zudem hat die WHO 4000 Dosen eines experimentellen Impfstoffs in das betroffene Gebiet im Nordwesten des Landes geschickt.

Die Zahl der möglichen Fälle in der abgelegenen Region des zentralafrikanischen Landes habe sich kaum geändert, berichtete ein WHO-Sprecher am Dienstag in Genf. Er nannte 41 Fälle, von denen nach wie vor nur zwei bestätigt seien. Bei 20 Erkrankten gehen die Behörden mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass sie sich mit dem tödlichen Ebola-Virus angesteckt hatten. 19 waren gestorben. Bei weiteren 19 Menschen gilt eine Ansteckung als möglich.

Einer der gefährlichsten Erreger der Welt

Menschen, die mit den Betroffenen in Kontakt waren, sollen so bald wie möglich geimpft werden, so die WHO, ebenso medizinisches Personal. Die WHO hofft, dass der Ausbruch sich mit strengen Überwachungsmaßnahmen von mehr als 480 Kontakten der möglicherweise Infizierten eindämmen lässt und nicht auf Nachbarländer übergreift. Eine unmittelbare Bedrohung besteht für die Stadt Mbandaka und ihre rund eine Million Einwohner. Aber auch die Nachbarstaaten des Kongo wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Das Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es kann von infizierten Tieren auf Menschen übertragen werden und dann auch von Mensch zu Mensch. Erkrankte bekommen hohes Fieber. Sie erbrechen sich und haben extremen Durchfall, sodass sie gefährlich viel Flüssigkeit verlieren. Auch lebensbedrohliche innere Blutungen können auftreten. Bei einem Ausbruch 2014 und 2016 starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 11.300 Menschen.

Video: Virologen gegen Ebola

Foto: SPIEGEL TV

hei/dpa

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