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Gesundheit

Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol

Schmerzmittel müssen in Zukunft Warnhinweise tragen

Nierenschäden, Magenblutungen, Leberschäden - wer Schmerzmittel länger als empfohlen nimmt, steigert das Risiko für schwere Nebenwirkungen. Warnhinweise sollen in Zukunft stärker darauf aufmerksam machen.

Getty Images/Image Source

Symbolbild

Montag, 11.06.2018   13:47 Uhr

Rezeptfreie Schmerzmittel müssen in Zukunft einen Warnhinweis auf der Verpackung tragen. Dieser soll dafür sensibilisieren, die Mittel nicht ohne ärztlichen Rat über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Der Bundesrat hat am Freitag einer entsprechenden Verordnung zugestimmt.

Die neue Regelung betrifft Medikamente, die bei leichten bis mittleren Schmerzen und Fieber eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Mittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (Aspirin), Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) wurden in Deutschland 2017 mehr als 90 Millionen Packungen solcher Schmerzmittel verkauft.

Wenn ein Arzt es nicht anders empfiehlt, sollten die Mittel in der Regel nicht länger als drei oder vier Tage eingenommen werden. Dafür gibt es gute Gründe: Bei einer längeren Einnahme steigt das Risiko für schwere Nebenwirkungen, zu denen unter anderem Magen-Darm-Blutungen, Schlaganfälle, Leber- oder Nierenschäden zählen.

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Viele ignorieren die Packungsbeilagen

Entsprechende Informationen stehen zwar ausführlich in den Packungsbeilagen, viele Verbraucher setzen sich jedoch nicht mit dem Zettel auseinander. Bei einer Befragung des Robert Koch-Instituts waren sich ein Fünftel der Frauen und fast ein Drittel der Männer, die Schmerzmittel länger als vier Tage nahmen, nicht bewusst, dass sie die Medikamente nicht so lange einnehmen sollten.

Um ein größeres Bewusstsein zu schaffen, sind Pharmafirmen in Zukunft verpflichtet, in gut lesbarer Schrift auf der Vorderseite der äußeren Verpackung den Satz aufzubringen: "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!"

Die konkreten Informationen zur empfohlenen Anwendungsdauer erfährt der Patient demnach auch künftig nur aus der Packungsbeilage. Trotzdem soll die Regelung laut Bundestag "Verbraucherinnen und Verbraucher davon abhalten, die Medikamente über die empfohlene Höchstdauer hinaus einzunehmen."

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Ob die Warnhinweise den erwünschten Effekt haben, soll anhand der Meldungen von Nebenwirkungen überprüft werden. Bis erste Ergebnisse da sind, wird es allerdings noch lange dauern. Erst einmal haben die Pharmafirmen eine Übergangsfrist von zwei Jahren, bis die Warnhinweise auch tatsächlich auf jeder Verpackung prangen müssen.

Video: Mythos Aspirin - Unterschätzte Nebenwirkungen?

Foto: NDR

irb

insgesamt 15 Beiträge
dasfred 11.06.2018
1. Schwere Entscheidung
Wer akute Schmerzen hat, hat die Wahl zwischen Hilfe jetzt und eventuell Nebenwirkungen später oder Verzicht auf Medikamente. Das besser aufgeklärt wird, zum Beispiel, dass Kopfschmerzen auf Dauer noch schlimmer werden, wenn sie [...]
Wer akute Schmerzen hat, hat die Wahl zwischen Hilfe jetzt und eventuell Nebenwirkungen später oder Verzicht auf Medikamente. Das besser aufgeklärt wird, zum Beispiel, dass Kopfschmerzen auf Dauer noch schlimmer werden, wenn sie falsch behandelt werden ist schon mal ein Fortschritt. Was aber viele irritiert ist, dass ärztlich verordnete Schmerzmittel oft wesentlich höher dosiert sind und länger verordnet werden. Da geht doch der durschnitts Patient davon aus, dass frei verkäufliche Mittel nicht schlimmer sein können.
Georg_Alexander 11.06.2018
2. Die wesentliche Information ist weiterhin im Beipackzettel versteckt
Das ist mal wieder eine typische Kompromissformel, um eine Regelung garantiert wirkungsfrei zu halten! Spart euch die Mühe. Der Wählerfrust wird durch solche Regelungen nur weiter angeheizt.
Das ist mal wieder eine typische Kompromissformel, um eine Regelung garantiert wirkungsfrei zu halten! Spart euch die Mühe. Der Wählerfrust wird durch solche Regelungen nur weiter angeheizt.
schuetze11 11.06.2018
3. Was will uns der Schmerz sagen?
Wer Schmerzen hat, sollte sich bewusst sein, dass der Körper ihm damit etwas signalisieren will. Es wäre gut, die Schmerzursache zu finden. Vielleicht lässt die sich ja abstellen. Falls noch keine irreparablen Schäden [...]
Zitat von dasfredWer akute Schmerzen hat, hat die Wahl zwischen Hilfe jetzt und eventuell Nebenwirkungen später oder Verzicht auf Medikamente. Das besser aufgeklärt wird, zum Beispiel, dass Kopfschmerzen auf Dauer noch schlimmer werden, wenn sie falsch behandelt werden ist schon mal ein Fortschritt. Was aber viele irritiert ist, dass ärztlich verordnete Schmerzmittel oft wesentlich höher dosiert sind und länger verordnet werden. Da geht doch der durschnitts Patient davon aus, dass frei verkäufliche Mittel nicht schlimmer sein können.
Wer Schmerzen hat, sollte sich bewusst sein, dass der Körper ihm damit etwas signalisieren will. Es wäre gut, die Schmerzursache zu finden. Vielleicht lässt die sich ja abstellen. Falls noch keine irreparablen Schäden entstanden sind, wäre das der Weg zu Heilung und Schmerzfreiheit. Leider kennt die Schulmedizin so gut wie keine Ursachensuche bei chronischen Krankheiten. Und bevor man sich auf eine lange Odyssee (Ärzte-Hopping) begibt, ist das Schmerzmittel kurzfristig natürlich die einfachere Lösung.
voyager_2000 12.06.2018
4. Aufklärung statt Gängelung
Der mündige Bürger sollte insgesamt besser über Wikungen und Nebenwirkungen von Medikamenten informiert werden. Das müßte schon in der Schule anfangen. Wichtige Nebenwirkungen sollten auf einer Kurzfassung eines [...]
Der mündige Bürger sollte insgesamt besser über Wikungen und Nebenwirkungen von Medikamenten informiert werden. Das müßte schon in der Schule anfangen. Wichtige Nebenwirkungen sollten auf einer Kurzfassung eines zusätzlichen Beipackzettels stehen. Nicht jeder liest die Langversion (vgl. Bedienungsanleitungen). Gezielt eingesetzt (Z. B. Ibuprofen gegen Menstruationsbeschwerden) tragen Schmerzmittel erheblich zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Häufiger oder gar Dauer-Gebrauch sollte mit dem Arzt abgesprochen sein.
grabenkaempfer 12.06.2018
5.
Das ist ein Punkt der regelmäßig völlig untergeht. Kaufen kann ich Ibuprofen in Packungen mit 400mg, der Arzt verschreibt mal eben 600mg Tabletten für 2 Wochen ......
Zitat von dasfredWer akute Schmerzen hat, hat die Wahl zwischen Hilfe jetzt und eventuell Nebenwirkungen später oder Verzicht auf Medikamente. Das besser aufgeklärt wird, zum Beispiel, dass Kopfschmerzen auf Dauer noch schlimmer werden, wenn sie falsch behandelt werden ist schon mal ein Fortschritt. Was aber viele irritiert ist, dass ärztlich verordnete Schmerzmittel oft wesentlich höher dosiert sind und länger verordnet werden. Da geht doch der durschnitts Patient davon aus, dass frei verkäufliche Mittel nicht schlimmer sein können.
Das ist ein Punkt der regelmäßig völlig untergeht. Kaufen kann ich Ibuprofen in Packungen mit 400mg, der Arzt verschreibt mal eben 600mg Tabletten für 2 Wochen ......

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