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Gesundheit

Schulterarthrose

Schmerzender Verschleiß

Wenn das Schultergelenk langsam verschleißt, werden Bewegungen immer schmerzhafter. Was bei einer Arthrose helfen kann - und wann eine Operation sinnvoll ist.

Getty Images/Blend Images
Donnerstag, 08.02.2018   11:33 Uhr

Sich schnell eine Jacke anziehen oder ein Buch ins obere Regal stellen - wenn die Schulter ständig schmerzt, sind solche Alltagsbewegungen kaum noch machbar. Nachts ist es nahezu unmöglich, sich auf die schmerzende Schulter zu legen.

So ein andauernder Schmerz kann Folge einer sogenannten Schulterarthrose sein. Sie bleibt oft lange unerkannt - mit drastischen Folgen für das wichtige Gelenk.

Als Schulterarthrose bezeichnen Ärzte den fortschreitenden Verschleiß des Schultergelenks. Meist geht er mit einem Knorpel- und Knochenabrieb einher, sagt Markus Scheibel, Leitender Schulterchirurg an der Berliner Charité. Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen nehmen mit der Zeit zu. Ist die Arthrose entzündlich, schwillt das Gelenk zusätzlich an und wird warm. Wie genau es dazu kommt, ist bisher unklar. "Daher gibt es auch keine Möglichkeit vorzubeugen."

Im Frühstadium bereitet die Schulterarthrose meist kaum Beschwerden, das ist tückisch. "Patienten werden häufig erst spät, nämlich bei einem hohen Leidensdruck, bei einem Schulterspezialisten vorstellig", sagt Scheibel. Dann sind die Schmerzen immens, die Bewegung ist stark eingeschränkt und der Verschleiß bereits weit fortgeschritten. Je früher die Behandlung jedoch beginnt, desto besser lassen sich die Beschwerden in den Griff bekommen. Eine vollständige Heilung der Schulter ist nicht möglich.

Zunächst ein paar Tage beobachten

Treten Gelenkschmerzen an der Schulter erstmals auf, sollten Betroffene sie zunächst ein paar Tage beobachten. In dieser Phase können rezeptfreie Schmerzmittel helfen. Länger als vier Tage am Stück sollte man sie aber nicht nehmen. Sind die Beschwerden dann noch vorhanden, sollten Betroffene zum Arzt.

Dort steht eine gründliche Untersuchung des Schultergelenks an. Mit bildgebenden Verfahren wie etwa Röntgen oder Kernspintomografie kann der Arzt sich den Zustand des Schultergelenkes genau ansehen.

Lautet die Diagnose Schulterarthrose, wird zunächst versucht, mit konservativen Methoden die Beschwerden zu lindern:

Therapie individuell auf den Patienten abgestimmt

"Der genaue Ablauf der Therapie muss immer individuell auf den Patienten abgestimmt werden", erklärt Wim Jansen, Physiotherapeut und Schulterspezialist in Uetersen. Patentrezepte für die Behandlung gibt es nicht. "Ziel der Behandlung ist immer, Funktions- und Bewegungseinschränkungen des Schultergelenks zu verbessern oder ihr Fortschreiten auszubremsen und Schmerzen entgegenzuwirken", so Jansen.

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Hilft all das nicht so richtig, kommt eventuell eine Operation infrage. Denkbar ist beispielsweise eine Knorpeltransplantation im Schultergelenk. Dabei werden dem Patienten körpereigene Knorpelzellen entnommen, die in einem Labor vermehrt und nach sechs bis acht Wochen ins Schultergelenk übertragen werden. Dort sollen sie anwachsen und normales Knorpelgewebe bilden.

Eine andere Methode ist die sogenannte arthroskopische Schulteroperation. Dabei kann eine Gelenkreinigung oder das Entfernen des Schulterdachschleimbeutels die Schmerzen lindern. Diese sogenannte Schlüssellochtechnik gilt als sehr schonend - Muskeln müssen nicht durchtrennt oder abgelöst werden.

Letzte Option: ein künstliches Gelenk

Ist die Schulterarthrose bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, kommt eventuell der Einsatz eines künstlichen Gelenks infrage. Es gibt eine Vielzahl von solchen Implantaten. Patienten sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, sagt Scheibel.

Nach dem Einsatz eines künstlichen Schultergelenks ist die Beweglichkeit der Schulter stark eingeschränkt. Im Anschluss muss der Patient in der Regel in die ambulante oder stationäre Reha, um die Beweglichkeit zu trainieren. Aufs Sporttreiben müssen Menschen mit einem künstlichen Schultergelenk nicht verzichten, zum Beispiel ist ein dezentes Fitnesstraining durchaus möglich, sagt Scheibel.

wbr/Sabine Meuter, dpa

insgesamt 14 Beiträge
GrinderFX 08.02.2018
1.
Warum wird in dem Artikel nur darüber geschrieben wie man bei Arthrose vorgeht und wie man die Symptome bekämpft und nicht wie man Arthrose vorbeugt? Weil wir genau wissen, dass die Leute nichts an ihrem schlechten Lebensstil [...]
Warum wird in dem Artikel nur darüber geschrieben wie man bei Arthrose vorgeht und wie man die Symptome bekämpft und nicht wie man Arthrose vorbeugt? Weil wir genau wissen, dass die Leute nichts an ihrem schlechten Lebensstil ändern wollen/werden oder will man das einfach nicht benennen? So ist der Artikel echt nichts wert!
le.toubib 08.02.2018
2. Ähm ...
In der Überschrift steht wörtlich: *"Was bei einer Arthrose helfen kann - und wann eine Operation sinnvoll ist"* Und glauben Sie, ich hätte meine drei Arthrosen - Sie sollten mal das Rx-Bild meiner rechten [...]
Zitat von GrinderFXWarum wird in dem Artikel nur darüber geschrieben wie man bei Arthrose vorgeht und wie man die Symptome bekämpft und nicht wie man Arthrose vorbeugt? Weil wir genau wissen, dass die Leute nichts an ihrem schlechten Lebensstil ändern wollen/werden oder will man das einfach nicht benennen? So ist der Artikel echt nichts wert!
In der Überschrift steht wörtlich: *"Was bei einer Arthrose helfen kann - und wann eine Operation sinnvoll ist"* Und glauben Sie, ich hätte meine drei Arthrosen - Sie sollten mal das Rx-Bild meiner rechten Schulter sehen -, wenn man irgendwie vorbeugen könnte? Lediglich bei einer Chondropathie kann man ärztlicherseits noch etwas machen, besser versuchen.
vaikl 08.02.2018
3. @GrinderFX
Solch einen Artikel mal in Ruhe und evt. zweimal lesen soll beim Verständnis helfen. Bei einer *Schulter*arthrose gibt es keinen klinisch belegten Zusammenhang zwischen "schlechtem Lebensstil" und den Symptomen - [...]
Solch einen Artikel mal in Ruhe und evt. zweimal lesen soll beim Verständnis helfen. Bei einer *Schulter*arthrose gibt es keinen klinisch belegten Zusammenhang zwischen "schlechtem Lebensstil" und den Symptomen - "Wie genau es dazu kommt, ist bisher unklar. "Daher gibt es auch keine Möglichkeit vorzubeugen."" Unter dem Sammelbegriff "Arthrose" werden sehr viele unterschiedliche, auf Verschleiß basierende Gelenkerkrankungen definiert, die keine gemeinsame Ursache haben. Bei einer Schulterarthrose liegt es z.B. häufiger an einem in jüngeren Jahren erlittenen Unfall im Schulterbereich und das wird Ihnen Niemand als "schlechten Lebensstil" deuten.
fvaderno 08.02.2018
4. Nur die Arthrose des Schultergelenkes wird in dem Artikel besprochen.
Aber auch für andere von der Arthrose betroffenen Gelenke gelten fast die gleichen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Unerwähnt bleibt, dass das Schultergelenk bei Ruhigstellung am meisten Immobilisation anfällig ist - also [...]
Aber auch für andere von der Arthrose betroffenen Gelenke gelten fast die gleichen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Unerwähnt bleibt, dass das Schultergelenk bei Ruhigstellung am meisten Immobilisation anfällig ist - also Bewegungsunfähigkeit durch Nichtstun. Das liegt daran, dass es mehr als andere Gelenke (z.B. das Hüftgelenk, das ähnliche Bewegungsmuster vollführen muss) seine Stabilität durch Muskeln erhält. Bei zu langer Ruhigstellung bilden sich eiweißartige Ablagerungen im Gelenk, die nur teilweise langsam und unter großem Schmerz bei einer physiotherapeutischen Behandlung wieder aufgelöst werden können. Für den Patienten ein informativer Artikel!
deka88 08.02.2018
5.
Falls keine Arthose vorliegt, kommen die meisten Schulterschmerzen durch Fehlhaltungen und muskuläre Verspannungen. Oft ist die hintere Schulter beim modernen Büromenschen unterentwickelt und die Schulter allgemein ist nach oben [...]
Falls keine Arthose vorliegt, kommen die meisten Schulterschmerzen durch Fehlhaltungen und muskuläre Verspannungen. Oft ist die hintere Schulter beim modernen Büromenschen unterentwickelt und die Schulter allgemein ist nach oben und vorn gezogen. Bei mir wurde auch mal eine Artrose mit Schleimbeutelentzündung diagnostiziert und ich hätte mich fast operienen lassen. Dann habe ich aber angefangen, gezielte Übungen zu machen und nun ist wieder (fast) alles gut. Zugegeben, bis sich deutliche Verbesserungen durch das Training ergeben, dauert es sehr lange (alleine einige Monate bis die Entzündung weg war), aber immer noch besser als sich unters Messer legen zu lassen.

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