Schrift:
Ansicht Home:
Gesundheit

Liberalere Drogenpolitik

Schweiz will Cannabis-Regeln lockern

Schweizer brauchen in Zukunft wohl keine Ausnahmegenehmigung mehr, wenn sie aus medizinischen Gründen Cannabis rauchen wollen. Auch der Freizeitkonsum könnte einfacher werden.

DPA

THC-arme Zigarette

Mittwoch, 04.07.2018   21:47 Uhr

Die Schweizer Regierung will den Cannabiskonsum aus medizinischen Gründen erleichtern - und womöglich auch das Kiffen im Allgemeinen lockerer handhaben.

Einem Regierungsbeschluss zufolge sollen die bislang nötigen Ausnahmebewilligungen vom Betäubungsmittelgesetz für Patienten, die mit Cannabis Schmerzen lindern, abgeschafft werden. Dazu werde nun eine Gesetzesänderung vorbereitet. Geprüft werde auch, ob Krankenkassen dann die Kosten übernehmen.

Zudem könnte auch der Freizeitkonsum von Cannabis einfacher werden. Mehrere Städte und Kantone sollen im Rahmen von wissenschaftlichen Studien testen dürfen, ob es Sinn macht, den Cannabiskonsum gänzlich zu erlauben und damit den Schwarzmarkt trockenzulegen.

Bislang dürfen Cannabisblüten nur verkauft werden, wenn der Anteil der psychoaktiven Substanz THC unter einem Prozent liegt.

MEHR ZUM THEMA

Nach offiziellen Schätzungen rauchen etwa 200.000 Menschen regelmäßig Cannabis in der Schweiz. Dort verfolgt man eine liberalere Drogenpolitik als in den Nachbarländern. In Deutschland ist der Cannabiskonsum - mit Ausnahme von medizinischen Anwendungen - verboten.

Video: Cannabis-Boom in Deutschland

Foto: SPIEGEL TV

cop/dpa

insgesamt 37 Beiträge
Neo89 04.07.2018
1. Wohl kaum
"Nach offiziellen Schätzungen rauchen etwa 200.000 Menschen regelmäßig Cannabis in der Schweiz." Keine Ahnung woher Sie diese Zahlen haben. Mit 29 Jahre gehe ich nun wieder seit einem Jahr Teilzeit ins Studium und [...]
"Nach offiziellen Schätzungen rauchen etwa 200.000 Menschen regelmäßig Cannabis in der Schweiz." Keine Ahnung woher Sie diese Zahlen haben. Mit 29 Jahre gehe ich nun wieder seit einem Jahr Teilzeit ins Studium und ich kann sagen, dass die Quote sowohl in den Firmen (im Bereich Key Account Management) als auch in den Unis weit über 20%, vermutlich eher bei 25%. Mir ist natürlich auch klar, dass die ältere Generation kaum kifft aber ich hatte über die gesamte Bevölkerung 8-10% geschätzt somit rund 750-820k.
animalblack 04.07.2018
2. Falsche Aussage im Artikel
Im Artikel steht am Ende, dass der Cannabis-Konsum verboten sei. Dies ist falsch! Verboten und mit Strafe belegt ist der Anbau und Besitz von Cannabis sowie der Handel damit. Der Konsum dagegen ist straffrei. Das ist eine [...]
Im Artikel steht am Ende, dass der Cannabis-Konsum verboten sei. Dies ist falsch! Verboten und mit Strafe belegt ist der Anbau und Besitz von Cannabis sowie der Handel damit. Der Konsum dagegen ist straffrei. Das ist eine rechtlich wichtige Nuance! Der Spiegel-Artikel gibt damit die rechtliche Situation in Deutschland falsch wieder.
die_WahrheitXXL 04.07.2018
3. alle nehmen das Thema locker
nur in Deutschland ist man für das Thema noch zu verkrampft. Aber so wie beispielsweise Frauen und Homosexuelle ihre Rechte bekommen haben, genauso werden in wenigen hundert Jahren auch Kiffer ihre Rechte erhalten. Vielleicht [...]
nur in Deutschland ist man für das Thema noch zu verkrampft. Aber so wie beispielsweise Frauen und Homosexuelle ihre Rechte bekommen haben, genauso werden in wenigen hundert Jahren auch Kiffer ihre Rechte erhalten. Vielleicht sind bis dahin Nikotin und Alkohol zurecht verbannt, da die weit mehr Schäden anrichten als THC.
Blumentöpfe 04.07.2018
4. schlecht recherchiert
Der Konsum von Cannabis ist in Deutschland nicht verboten. Auch Meldungen der dpa können vor Veröffentlichung doch mal auf Richtigkeit überprüft werden, damit derselbe Unsinn nicht immer und immer wieder kopiert wird.
Der Konsum von Cannabis ist in Deutschland nicht verboten. Auch Meldungen der dpa können vor Veröffentlichung doch mal auf Richtigkeit überprüft werden, damit derselbe Unsinn nicht immer und immer wieder kopiert wird.
bakero 04.07.2018
5.
Plausible Begründungen für die Verteufelung und letztlich das Verbot von Cannabis gab es noch nie. Bin gespannt, wie lange sich die internationalen Entwicklungen einer zeitgemäßen Cannabispolitik (und die daraus [...]
Plausible Begründungen für die Verteufelung und letztlich das Verbot von Cannabis gab es noch nie. Bin gespannt, wie lange sich die internationalen Entwicklungen einer zeitgemäßen Cannabispolitik (und die daraus resultierenden positiven Entwicklungen!) in Deutschland noch ignorieren lassen. Noch jedenfalls wollen CDU, CSU und AfD die Alkoholindustrie vor der Konkurrenz schützen, Fakten interessieren da wenig. Dass sie dabei in Wirklichkeit vor allem einen riesigen illegalen Markt (2 Tonnen am Tag!) am Leben erhalten, nehmen sie einfach in Kauf. Warum auch immer.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP