Schrift:
Ansicht Home:
Gesundheit

Bewegung

So beugt Sport Krankheiten vor

Sport ist Mord - von wegen. Wer sich regelmäßig bewegt, senkt sein Risiko für zahlreiche Krankheiten, zum Beispiel Krebs, Diabetes und Burn-out.

Getty Images
Donnerstag, 01.02.2018   11:38 Uhr

"Gehen geht immer", sagt der Bewegungswissenschaftler Volkmar Feldt vom Sport-Gesundheitspark Berlin. Ihm geht es vor allem darum, dass die Menschen gesund bleiben und nicht so sehr um Vorzeige-Fitness. Wer pro Woche zusätzlich 1000 Kalorien durch Sport verbraucht, betont auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen, wird seltener krank. Und damit sind nicht ein Schnupfen oder Bauchgrummeln gemeint. Bewegung reduziert auch das Risiko für ernsthafte Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Laut Karen Steindorf vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) beugt Sport mehreren Krebsarten vor. Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, liege bei sportlich aktiven Menschen 20 bis 30 Prozent niedriger als bei jenen, die sich kaum bewegen. Wobei immer die Frage zugrunde liegt, wie sportliche Aktivität definiert wird. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche.

In Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt Sport eine entscheidende Rolle sowohl bei der Prävention als auch bei der Therapie. "Alle Systeme, die für die Steuerung und Funktion des Herz-Kreislauf-Systems wichtig sind, werden durch körperliche Aktivität trainiert", erläutert Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln. Das Herz muss stärker pumpen, der Kreislauf wird beansprucht, das Blut fließt schneller und in größerer Menge. Drei bis fünf moderate Trainings pro Woche halten Experten für ratsam, auch nach einem Herzinfarkt sollte Sport wichtiger Lebensbestandteil bleiben.

Sport senkt den Blutzuckerspiegel

Wer Sport treibt, verhindert im besten Fall außerdem, dass er an Diabetes Typ 2 erkrankt. Beim Typ-2-Diabetes spricht der Körper nicht mehr so gut auf das Hormon Insulin an, das normalerweise dafür sorgt, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird. Geschieht das nur unzureichend, steigt der Zuckerspiegel immer weiter an. Auch für bereits Betroffene ist Sport unabdingbar, weil Bewegung den Blutzuckerspiegel senkt. Schon moderates Training mit kleinen Trainingseinheiten für Ausdauer, Kraft und Koordination reicht sowohl zur Prävention als auch bei Erkrankten aus.

In der richtigen Dosierung kann Sport zudem Stress abbauen und ist somit auch eine Burn-out-Prävention. Zwar reicht Bewegung allein nicht, aber die körperliche Aktivität ist ein wichtiger Baustein sowohl bei der Vorbeugung von Burn-out als auch bei der Therapie.

Auch Menschen mit rheumatoider Arthritis tun sich mit Sport meist etwas Gutes. "Wir wissen, dass wir mit Training das Immunsystem beeinflussen können", erklärt Bloch. Was sinnvoll ist, hängt vom Erkrankungsstadium, aber auch von den eigenen Vorlieben ab. Die Olympiasiegerin Heike Drechsler, Botschafterin der Rheuma-Liga in Bonn, sagt: "Ich muss mir bewusst machen: Wenn ich weniger Schmerzen haben möchte, muss ich mich bewegen." Neben den Vorteilen für Gelenke, Herz, Kreislauf und Stoffwechsel stärkt Sport auch die Muskeln und Knochen. Das wiederum beugt Knochenbrüchen vor, wie sie oft bei Osteoporose auftreten.

hei/dpa

insgesamt 10 Beiträge
chico 76 01.02.2018
1. Nicht zu vergessen,
mit Sport lernt man Leute kennen, Konflikte bewältigen. Mein Leben mit Sport ist eine Bereicherung für mein Wohlbefinden.
mit Sport lernt man Leute kennen, Konflikte bewältigen. Mein Leben mit Sport ist eine Bereicherung für mein Wohlbefinden.
raynec 01.02.2018
2. Ohne Sport und Bewegung...
geh ich schon nach 24h die Wände hoch. Gerade an miesen Wintertagen doof. Ich brauch Bewegung um Energie loszuwerden und Sauerstoff um mal tief durchzuatmen, im wahrsten Sinne.Außerdem baut es Stress ab und bringt mich zum [...]
geh ich schon nach 24h die Wände hoch. Gerade an miesen Wintertagen doof. Ich brauch Bewegung um Energie loszuwerden und Sauerstoff um mal tief durchzuatmen, im wahrsten Sinne.Außerdem baut es Stress ab und bringt mich zum abschalten. Bringt mich in neue Sphären und wunderschöne Orte. Keine Ahnung wie mancher nur rumsitzen kann.
helisara 01.02.2018
3.
Geschmackssache, die Menschen sind verschieden. Ich gehe gern spazieren, aber Sport hasse ich seit ich ein Kind bin. Der Sport der mich interessieren und nicht langweilen würde, wurde noch nicht erfunden.
Zitat von raynecgeh ich schon nach 24h die Wände hoch. Gerade an miesen Wintertagen doof. Ich brauch Bewegung um Energie loszuwerden und Sauerstoff um mal tief durchzuatmen, im wahrsten Sinne.Außerdem baut es Stress ab und bringt mich zum abschalten. Bringt mich in neue Sphären und wunderschöne Orte. Keine Ahnung wie mancher nur rumsitzen kann.
Geschmackssache, die Menschen sind verschieden. Ich gehe gern spazieren, aber Sport hasse ich seit ich ein Kind bin. Der Sport der mich interessieren und nicht langweilen würde, wurde noch nicht erfunden.
sbv-wml 01.02.2018
4. Sport ist Mord, hab ich früher auch gedacht
Nach einem Herzinfarkt wurde mir in der Reha beigebracht, dass selbst ein Spaziergang in höherem Tempo die Herztätigkeit anregt. Die Dauer sollte mindestens 20 Min. täglich betragen. Seitdem laufe ich jeden Tag -außer es [...]
Nach einem Herzinfarkt wurde mir in der Reha beigebracht, dass selbst ein Spaziergang in höherem Tempo die Herztätigkeit anregt. Die Dauer sollte mindestens 20 Min. täglich betragen. Seitdem laufe ich jeden Tag -außer es regnet Hunde und Katzen- zwischen 2 und 8 Kilometer. Und dabei fühle ich mich sauwohl, so dass mein Hausarzt bei den halbjährlichen Ergometerkontrollen bescheinigt, dass meine Pumpe fast so fit ist wie die eines gesunden Gleichaltrigen. Und bessere Blutwerte gibt es auch.
Him 02.02.2018
5. Leben ohne Sport nicht denkbar
Die tägliche ca 40-minütige Sporteinheit gehört für mich zum Tagesablauf dazu. Zurück von der Arbeit gehts direkt ab ins private Fitnessstudio, dann etwa 40Minuten auspowern und glücklich sein. Wie jemand keinen Sport machen [...]
Die tägliche ca 40-minütige Sporteinheit gehört für mich zum Tagesablauf dazu. Zurück von der Arbeit gehts direkt ab ins private Fitnessstudio, dann etwa 40Minuten auspowern und glücklich sein. Wie jemand keinen Sport machen kann ist für mich unbegreiflich

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP