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Gesundheit

USA

Ärzte züchten Ohr auf Unterarm

Die Patientin hatte ihr linkes Ohr bei einem Autounfall verloren. Nun formten Ärzte in den USA ein neues aus Rippenknorpel und pflanzten es in den Arm der 21-Jährigen. Später transplantierten sie es an die richtige Stelle.

DPA/ U.S. Army photo/

Arm mit transplantiertem Ohr

Freitag, 11.05.2018   14:06 Uhr

Ärzte haben in den USA einer Soldatin ein neues Ohr gegeben, das zuvor an ihrem Unterarm gewachsen war. Die Operation sei erfolgreich gewesen und die Patientin auf dem Wege der Besserung, berichteten US-Medien unter Berufung auf das Militär. Die 21-Jährige könne auch wieder hören.

"Das Ziel ist, dass das Ohr am Ende gut aussieht und Gefühl hat. In fünf Jahren wird einer, der sie nicht kennt, es nicht einmal bemerken", sagte der zuständige Militärarzt am William Beaumont Army Medical Center laut einer Mitteilung der US-Army.

Kein vollständiges Organ

Die junge Frau hatte ihr linkes Außenohr vor zwei Jahren bei einem Autounfall verloren. Der Hörgang war verschlossen, die zum Hören wichtigen Teile des Ohrs waren jedoch erhalten geblieben. Die Ärzte entnahmen Knorpel aus ihren Rippen und formten daraus ein Ohr. Zunächst pflanzten sie es unter die Haut ihres Unterarms, damit sich Haut, neue Nerven und Blutgefäße bilden konnten. Schließlich transplantierten sie das neue Ohr an den Kopf.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ärzte an Gliedmaßen von Patienten ein Ohr wachsen lassen. Der Eingriff hat den Vorteil, dass kaum mit Abstoßungen gerechnet werden muss, weil das Ohr aus körpereigenem Gewebe besteht.

Bei den gezüchteten Ohrmuscheln handelt es sich jedoch nicht um vollwertige Organe. Sie sind zwar wichtig für das Hören, weil sie den Schall bündeln, doch ohne wichtige Strukturen im Innenohr und eine Verbindung zum Gehirn bleiben Patienten mit einer künstlichen Ohrmuschel gehörlos.

koe/dpa

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