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08.11.2012
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Achilles' Ferse

12 Tipps für das Laufen im Herbst

Von Wendelin Hübner
dapd

Läufer im Herbstlaub: Bei niedrigen Temperaturen sollte man sein Laufverhalten und die Kleidung dem Wetter anpassen

Sobald es finster, nass und kalt wird, sinkt bei vielen Hobbyläufern die Trainingsmotivation. Doch jetzt werden Athleten gemacht - und wer weiter trainiert, kommt gesünder durch die kalte Jahreszeit. achim-achilles.de hat die wichtigsten Trainingstipps für Herbst und Winter zusammengestellt.

1. Bei Wind und Regen gehören Funktionsunterwäsche, wasser- und windabweisende Jacken und Hosen zur Grundausstattung eines Läufers. Schuhe sollten eine profilierte Sohle haben. Auch Mütze und Handschuhe sind wichtig. Bei der Kleidung gilt: Mut zur Farbe, damit man in der Dunkelheit von Auto- und Radfahrern gut gesehen wird. Wer in gänzlich unbeleuchteten Gegenden trainiert, sollte sich eine Stirnlampe anschaffen.

2. Auch wenn einige Läufer gerne Bein zeigen: In Herbst und Winter lieber lange Hosen tragen, sonst steigt das Risiko einer Achillessehnenverletzung. Denn bei Kälte werden Haut, Bindegewebe, Sehnen und Gelenke schlechter durchblutet. Das macht sie weniger elastisch und verletzungsanfälliger. Bei Minusgraden sollte man die Waden sogar in warme Stutzen hüllen.

3. Bei niedrigen Temperaturen brauchen die Muskeln länger, um sich aufzuwärmen. Daher sollte man sich erst mal einlaufen, ehe man das Tempo steigert. Generell sollte man die Trainingsintensität aber gering halten und dem Körper keine Höchstleistungen abverlangen. Wer es gewohnt ist, sich zu dehnen, sollte sein Programm an einem warmen Ort abspulen, ansonsten droht die Gefahr des Auskühlens.

4. Damit die Muskeln nicht verhärten, sollte man das Training am besten mit mindestens einer Minute lockerem Auslaufen abschließen. Dann heißt es: ab ins Warme und rein in die trockenen Klamotten. Nach der Belastung durch den Lauf ist nämlich das Immunsystem besonders anfällig. Das Risiko, sich zu erkälten, steigt.

5. Wenn der erste Schnee fällt, sollte man möglichst auf geräumten oder gestreuten Wegen laufen. So lassen sich Verletzungen vermeiden, insbesondere Zerrungen oder Einrisse der kurzen Fußmuskeln, die durch das Festklammern auf rutschigem Boden entstehen.

6. Das beste Bollwerk gegen eine Erkältung ist ein intaktes Immunsystem. Voraussetzung für eine Eins-a-Abwehr sind ausreichender Schlaf, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft - zum Beispiel durch ein paar lockere Trainingsläufe.

7. Hat es einen doch erwischt, sollte man die Erkältung unbedingt auskurieren, bevor man wieder in die Laufschuhe schlüpft. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Erkältung durch einen Trainingslauf in den Bronchien festsetzt - und dann kann die Genesung dauern. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko einer gefährlichen Herzmuskelentzündung durch die Erkältungsviren. Ist die Infektion abgeklungen, sollten die ersten Trainingstage mit lockerer Grundlagenausdauer gestaltet werden.

8. Wer bei Kälte und Dunkelheit nicht mehr ins Freie möchte, für den ist das Training auf dem Laufband eine gute Alternative. Wichtig ist aber eine gute Dehnung hinterher, denn die Belastung ist eine andere als draußen: Auf dem Band verändert sich die Laufbewegung, die Schritte werden kleiner und die Fersen höher gehoben. Am besten Steigungen weglassen und dafür zügiger laufen.

9. Im Fitnessstudio sollten Läufer auch Muskelpartien trainieren, die sonst zu kurz kommen, zum Beispiel die Rumpfmuskulatur. Empfehlenswert ist ein Training mit leichten Freihanteln und auf der Gymnastikmatte. Aber auch Kraftgeräte sind eine gute Abwechslung. Läufer sollten außerdem ganz gezielt die Gesäßmuskulatur trainieren - die ist ein häufiger Schwachpunkt und besonders wichtig für gesundes und schnelles Laufen.

10. Läufer sollten sich ab und an den Gang in die Sauna gönnen. Zum einen wird das Immunsystem durch die Schwitzkur gestärkt, zum anderen tut die Wärme nach dem Kraft-Ausdauer-Training der Muskulatur gut. Wer Sauna nicht mag, sollte zu Hause hin und wieder ein Entspannungsbad nehmen.

11. Im Winter braucht der Körper "Brennstoff", um mit Wärme versorgt zu werden. Bei der Ernährung also auf die Zufuhr von Kohlenhydraten achten. Und auch wenn das Durstgefühl in der kalten Jahreszeit nicht so ausgeprägt ist, sollten Läufer unbedingt genügend trinken. Heiße Getränke halten den Körper außerdem länger warm.

12. Obst und Gemüse der Saison - etwa rote Rüben, Kohlsprossen, Feldsalat oder Nüsse - sind im Herbst und Winter wichtige Vitaminspender. Beim Laufen selbst entstehen übrigens auch Vitamine, zumindest sofern man tagsüber trainiert: Vitamin D produziert der Körper nur dann, wenn Tageslicht auf die Haut fällt. 30 Minuten Laufen im Hellen reichen aus - und machen spürbar bessere Laune.

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insgesamt 17 Beiträge
1. Proteine anstatt Kohlenhydrate
sacha.ziegler 08.11.2012
Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass uns ausschließlich Proteine "warm" machen. Wieso wird immer noch Wissen von 1960er Jahren vergreitet. Ich selbst lebe seit 4 Jahren ketogen und laufen Marathon [...]
Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass uns ausschließlich Proteine "warm" machen. Wieso wird immer noch Wissen von 1960er Jahren vergreitet. Ich selbst lebe seit 4 Jahren ketogen und laufen Marathon gänzlich ohne KH und das schneller als jemals zuvor.
2.
a_priori 08.11.2012
Dann scheinen Sie ein anatomisches Wunder zu sein. Und ganz bestimmt laufen Sie nicht in Ketose so schnelle Zeiten, wie sie mit Kohlenhydratverbrennung möglich wäre. Völlig unmöglich, da die Energiegewinnung aus Fettsäuren [...]
Dann scheinen Sie ein anatomisches Wunder zu sein. Und ganz bestimmt laufen Sie nicht in Ketose so schnelle Zeiten, wie sie mit Kohlenhydratverbrennung möglich wäre. Völlig unmöglich, da die Energiegewinnung aus Fettsäuren wesentlich langsamer abläuft. Das merkt man nach ca. 35 km ganz deutlich, wenn der Körper aufgrund leerer Kohlenhydratspeicher auf Fettverbrennung umschaltet. Die reinste Qual...
3. Radfahrfraktion
Liquid 08.11.2012
Mich würde der Artikel umgeschrieben für Winterradler interessieren
Mich würde der Artikel umgeschrieben für Winterradler interessieren
4.
sacha.ziegler 08.11.2012
durch eine ketogene Lebensweise fällt ja gerade dieser Hammereffekt weg und das Laufen mit Fettverbrennung wird Tag für Tag trainiert, der ganze Organismus stellt sich wieder auf die eigentliche genetische Grundausrichtung ein. [...]
durch eine ketogene Lebensweise fällt ja gerade dieser Hammereffekt weg und das Laufen mit Fettverbrennung wird Tag für Tag trainiert, der ganze Organismus stellt sich wieder auf die eigentliche genetische Grundausrichtung ein. Wer dies nicht selbst ausprobiert hat sollte nicht darüber urteilen. Übrigens kostet es rein gar nichts dies zu tun. Ein schöner Nebeneffekt: mein früheres Marathonstartgewicht ist heute mein normales Lebensgewicht ;-)
5. Das Märchen vom gestärkten Immunsystem
haujobb23 08.11.2012
Ich zitiere: "Nach der Belastung durch den Lauf ist nämlich das Immunsystem besonders anfällig. Das Risiko, sich zu erkälten, steigt." "Voraussetzung für eine Eins-a-Abwehr sind ausreichender Schlaf, eine [...]
Ich zitiere: "Nach der Belastung durch den Lauf ist nämlich das Immunsystem besonders anfällig. Das Risiko, sich zu erkälten, steigt." "Voraussetzung für eine Eins-a-Abwehr sind ausreichender Schlaf, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft ..." Paradox. Mal abgesehen von den obligatorischen Großmutter-Weisheiten: Wer hat überhaupt das Gerücht in die Welt gesetzt, dass "frische Luft" (wenn es die gibt) das Immunsystem stärkt? Jede sportliche Belastung macht das Immunsystem empfindlich(er).

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  • Beatrice Behrens
    Achim Achilles

    Jahrgang 1964. Lebt verheiratet mit einer verständnisvollen Frau in Berlin, läuft aber überall, wo es wehtut. Motto des Wunderathleten und Kolumnisten: "Qualität kommt von Qual." Dabei ist es dem Vater eines lauffaulen Jungen egal, dass er trotz intensiven Trainings kaum von der Stelle kommt. Für ihn ist der Weg das Ziel. Seine Lieblingsfeinde auf dem Weg zum Ziel sind Walker und andere Pseudosportler.

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