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28.12.2012
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Trendsport Cyclocross

Wenn Biker sich im Dreck suhlen

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Foto: SPIEGEL ONLINE

Ihr guter Vorsatz für 2013 ist mehr Sport? Doch Laufen im Park finden Sie langweilig? Hier finden Sie sieben spannende Funsportarten von Boxen bis Qigong. Teil eins: Wie man beim Cyclocross Herr über Matsch und Schnee wird.

Was ist Cyclocross?

Cyclocross ist die französische Bezeichnung für Querfeldeinrennen. Die Crosser sehen mehr oder minder aus wie normale Radrennsportler - nur weniger gebräunt. Sie fahren nämlich nur im Herbst und im Winter. Die Saison startet Anfang Oktober. Da Crosser nur in der kälteren Jahreszeit unterwegs sind, tragen ihre Räder dickere Reifen. Die Straße wird gemieden, die Fahrer machen lieber unbefestigte Wege im Gelände unsicher. Und Crosser tun etwas Ungewöhnliches: Mit Vorliebe tragen sie ihr Rad auf der Schulter.

Wie geht das?

Wer ist als Kind nicht gerne mit seinem Rad über Wiesen und Felder gebrettert? Durch Pfützen, Matsch und Waldkuhlen? Im Grunde machen Crosser nichts anderes. Sie suchen sich einen Natur-Parcours und rasen bis zu einer Stunde lang über Hügel, Dreck und Sand. Ab und zu müssen sie mit ihrem Rennrad Hindernisse überwinden oder Baumstümpfe überspringen.

Warum sollte ich Cyclocross fahren?

Radfahrer hassen den Winter. Man schlittert, rutscht und stürzt ständig. Wieso dann nicht gleich richtig - und Spaß dabei haben? "Wer gerne Rad fährt, kann sich auch in der kalten Jahreszeit beim Cyclocross im Wald prima auspowern", sagt Freizeit-Crosser Marcus Mex, 40, vom Radsportverein RC Kleinmachnow bei Berlin. "Der Glühwein ist dann die Belohnung." Anders gesagt: Es macht einfach einen Riesenspaß.

Kann das jeder?

In der Theorie kann jeder, der sein Gleichgewicht auf einem normalen Fahrrad halten kann, auch querfeldein fahren. In der Praxis können es vor allem Belgier. Sie sind die uneingeschränkten Könige dieser Disziplin. In irgendetwas müssen ja auch Belgier mal Erster sein dürfen.

Schwerste Übung?

Radfahren wie aus einem Guss: Fließend durchs Gelände zu kommen - ohne viel zu bremsen.

Risiken und Nebenwirkungen?

Crosser sind zwar gerne in der Natur, aber wer denkt, man könne beim Querfeldein-über-den-Parcours-brettern die schöne Landschaft genießen, sollte lieber walken. Das Verletzungsrisiko ist für Anfänger minimal - sagen die, die es schon können. Einsteiger sollten sich nicht überschätzen und Dinge versuchen, die sie sich als Kind noch getraut haben. Es gilt: Ein gesundes Einschätzungsvermögen des eigenen Leistungsstandes ist wertvoller als unbändiges Draufgängertum.

Was kostet das?

Diese Art von Querfeldeinsport ist nicht gerade günstig. Das Rad gibt es ab 800 Euro. Zusammen mit der Rad-Funktionskleidung, den speziellen Pedal-Schuhen, dem obligatorischen Fahrradhelm und den rutschfesten Handschuhen kommen da schnell 1200 Euro und mehr zusammen. Dafür ist der Spaß unbezahlbar.

Peinlichkeitsfaktor?

Cyclocross ist ein Sport zwischen den Stühlen. Für die olympischen Sommerspiele ist er zu unsommerlich, für die Winterspiele fehlen der Schnee, die Lobby und die Zuschauer. Außerdem ist der Sport medial unsichtbar - von belgischen Fernsehkanälen mal abgesehen. Dass Radrennfahrer ihr Gefährt auf der Schulter tragen müssen, ist für viele Laien erst einmal unverständlich. Peinlich ist, wenn ein Crosser nach einem Rennen noch sauber ist.

In den nächsten Tagen stellt Achim Achilles weitere Sportarten vor:

Samstag, 29. Dezember: Boxen - das perfekte Ganzkörpertraining

Sonntag, 30. Dezember: Achims Rocky-Laufzirkel

Montag; 31. Dezember: Achim lernt Kraulen

Dienstag, 1. Januar: Berglauf geht auch in Berlin

Mittwoch, 2. Januar: Die unendliche Crossfit-Minute Donnerstag

3. Januar: Kraft tanken und entspannen mit Qi Gong

Text von Frank Joung

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
1. na ja
wuesteth 28.12.2012
Da fahr ich doch lieber gleich mit dem MTB, dafür gibt es auch Spikes ...
Da fahr ich doch lieber gleich mit dem MTB, dafür gibt es auch Spikes ...
2. optional
shot0815 28.12.2012
Ein lächerlicher Beitrag des Dauerläufers. Vom Sport mit einem Mountain Bike stand wohl noch nichts in Ihrer special interests Lauf Lektüre?
Ein lächerlicher Beitrag des Dauerläufers. Vom Sport mit einem Mountain Bike stand wohl noch nichts in Ihrer special interests Lauf Lektüre?
3. Dann doch lieber MTB
xees-s 28.12.2012
Bevor ich ein teures Rennrad im Wald, Sommer wie Winter, kaputt fahre werde ich lieber beim MTB bleiben. Da macht es im Winter auch extrem Spaß, auch wenn es Hardcore Spassbremsen gibt die nur bei schönem Wetter ihr Rad bewegen, [...]
Bevor ich ein teures Rennrad im Wald, Sommer wie Winter, kaputt fahre werde ich lieber beim MTB bleiben. Da macht es im Winter auch extrem Spaß, auch wenn es Hardcore Spassbremsen gibt die nur bei schönem Wetter ihr Rad bewegen, könnt ja was kaputtgehen. Aber wenn's schee macht......
4. oha...
nguelk 28.12.2012
jetzt kommt Gedränge auf im Forst. Aber Herr Achilles hat recht. Cyclocrossen ist ein ziemlich spassiger Sport, solange es bei belgischen Geländeverhältnissen bleibt oder maximal bei den Harburger Bergen. Dann gilt:Ausdauer, [...]
jetzt kommt Gedränge auf im Forst. Aber Herr Achilles hat recht. Cyclocrossen ist ein ziemlich spassiger Sport, solange es bei belgischen Geländeverhältnissen bleibt oder maximal bei den Harburger Bergen. Dann gilt:Ausdauer, Kraft und Technik werden trainiert, das Zusammenspiel aller Körperpartien entwickelt sich ungemein. Ach ja, und saukalt ist es auch ab und an und nass wird man immer, so oder so. Wer selbst nicht mag: inzwischen gibt es Rennveranstaltungen in der Nähe menschlicher Behausungen, bei denen man sich echtes Können ansehen kann - auch das ist ein Genuss - und Glühwein gibt es dabei auch. P.S.: MTB und Spikes kann ja wohl jeder!
5. Die tapfersten unter den Germanen
ulli.b64 28.12.2012
Achim hat den Nagel auf den Kopf getroffen. CycloCross ist dabei übrigens wirklich anders als Mountainbiking. Ein Mountainbike ist für das Fahren im Gelände ausgelegt. Ein Cyclocrosser für das Laufen. Mir kommt das entgegen, [...]
Achim hat den Nagel auf den Kopf getroffen. CycloCross ist dabei übrigens wirklich anders als Mountainbiking. Ein Mountainbike ist für das Fahren im Gelände ausgelegt. Ein Cyclocrosser für das Laufen. Mir kommt das entgegen, weil ich von der Leichtathletik komme. Und die Erklärung, warum die Belgier darin so gut sind, findet sich bei Julius Caesar, De bello Gallico: die Belgier sind eben die tapfersten unter den Germanen.

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ZUR PERSON

  • Beatrice Behrens
    Achim Achilles

    Jahrgang 1964. Lebt verheiratet mit einer verständnisvollen Frau in Berlin, läuft aber überall, wo es wehtut. Motto des Wunderathleten und Kolumnisten: "Qualität kommt von Qual." Dabei ist es dem Vater eines lauffaulen Jungen egal, dass er trotz intensiven Trainings kaum von der Stelle kommt. Für ihn ist der Weg das Ziel. Seine Lieblingsfeinde auf dem Weg zum Ziel sind Walker und andere Pseudosportler.

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