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30.12.2012
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Kondition und Koordination

Der harte Rocky-Zirkel

Von Achim Achilles
Foto: SPIEGEL ONLINE

Lauf-ABC, Steigerungsläufe, Stabilisationsübungen: All das gehört in Achims Rocky-Zirkel. Das harte Konditions- und Koordinationstraining ist zwar eher eine Art Selbstbestrafung. Doch wer es hinter sich bringt, fühlt sich befreit wie nach Abgabe der Steuererklärung. Sehen Sie selbst.

Was ist Achims Rocky-Zirkel?

Wenn Achim Achilles seinen Sohnemann zum Schwimmtraining bringt, nutzt er die 40 Minuten zwischen Hinbringen und Abholen für ein spezielles Sondertraining. Eine harte Konditions- und Koordinationseinheit, dem großen Kämpfer Rocky Balboa gewidmet. "Im Grunde ist es Selbstbestrafung", sagt Wunderläufer Achim.

Wie funktioniert er?

Schon mal was von Lauf-ABC gehört? Kniehub, Anfersen, Sprungläufe, so was. "Ich mache nur Sachen, die Läufer tun sollen, aber nie machen", sagt Achim. Alles, was man dafür braucht, ist eine gerade, etwa 100 Meter lange Fläche; eine Laufbahn in einem Stadion wäre ideal, ein freier Bürgersteig tut es aber auch. Nach kurzem Aufwärmen geht's los. Frei nach Schnauze und möglichst ohne System wird alles stumpf hintereinander abgearbeitet, was sonst schlechtes Gewissen verursacht. Stabilisationsübungen etwa machen keinen Spaß, danach aber fühlt man sich befreit wie nach Abgabe der Steuererklärung.

Warum sollte ich das machen?

Achim behauptet: "Diese Schweinehund-Einheit einmal in der Woche macht gelassener und entspannter." Sie erfordert zwar verstärkten Bein- und Laufeinsatz, dient aber dem Kopf. "Achims Rocky-Zirkel ist eine Zen-Übung für ADHS-ler. Ich kann nämlich nicht stillsitzen. So arbeite ich alles in einem kompletten Block ab, worauf ich sonst keinen Bock habe. Augen zu und durch. Danach ist alles erledigt - ein wahnsinnig gutes Gefühl."

Kann das jeder?

Wunderläufer Achim hat dieses Programm extra so entwickelt, dass es jeder ganz leicht nach seinem eigenen Leistungsstand ausüben kann. Es ist eine Art Open-Source-Training, niveau- und disziplinübergreifend. Man braucht lediglich eine halbe Stunde in der Woche Zeit, ein bisschen Platz zum Laufen und Übungen, die man nicht leiden kann.

Risiken und Nebenwirkungen?

Bei allem Ehrgeiz sollten selbst bei Achims Rocky-Zirkel gängige sportwissenschaftliche Grundlagen beachtet werden. Es hilft enorm, wenn man die Steigerungsläufe erst nach intensivem Aufwärmen absolviert und nicht gleich aus dem Kaltstart heraus. Achim empfiehlt, sich dem Training langsam anzunähern. Dehnen kann nicht schaden.

Die schwerste Übung?

Der achte Steigerungslauf. Eigentlich schon der siebte. Um ehrlich zu sein: Steigerungslauf zwei bis acht.

Was kostet das?

Man setzt seinen guten Ruf aufs Spiel - sofern man einen hat. Ansonsten ist das Training extrem günstig. Es kostet nur Überwindung.

Peinlichkeitsfaktor?

100 Prozent. Es sei denn, man hat das Glück und wohnt in einer Großstadt wie Berlin, wo sozial-abnormales Verhalten grundsätzlich begrüßt wird. Dann kann man sich auch gerne zusätzlich ins Zeug legen und einen filmreifen Auftritt hinlegen. Wollmütze tragen ist ein Muss, die graue, schlabberige Baumwoll-Jogginghose darf nicht fehlen, auch gern gesehen: abgewetzte Laufschuhe. Zudem ist der Trainingsort nicht unwesentlich für die Überdramatisierung der Szenerie. Mit ein bisschen Recherche findet man sicher ein geeignetes Heizkraftwerk, eine Autobahn oder einen Friedhof, in deren Umgebung man prima auf dicke Hose machen kann. "Adriaaan!"

In den nächsten Tagen stellt Achim Achilles weitere Sportarten vor:

Montag, 31. Dezember: Achim lernt Kraulen

Dienstag, 1. Januar: Berglauf geht auch in Berlin

Mittwoch, 2. Januar: Die unendliche Crossfit-Minute

Donnerstag, 3. Januar: Kraft tanken und entspannen mit Qi Gong

Bereits erschienen:

Cyclocross: Wenn Biker sich im Dreck suhlen

Boxen: Das perfekte Ganzkörpertraining

Text von Frank Joung

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ZUR PERSON

  • Beatrice Behrens
    Achim Achilles

    Jahrgang 1964. Lebt verheiratet mit einer verständnisvollen Frau in Berlin, läuft aber überall, wo es wehtut. Motto des Wunderathleten und Kolumnisten: "Qualität kommt von Qual." Dabei ist es dem Vater eines lauffaulen Jungen egal, dass er trotz intensiven Trainings kaum von der Stelle kommt. Für ihn ist der Weg das Ziel. Seine Lieblingsfeinde auf dem Weg zum Ziel sind Walker und andere Pseudosportler.

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