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28.03.2013
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Achilles' Ferse

Die besten Lauftrainer der Welt

DPA

Joggerin: Mit der passenden Trainingsphilosophie zum Ziel

Sie sind Vorläufer, ihre Ideen und Konzepte motivieren Menschen rund um den Globus: Von so manchem Lauftrainer erfährt man, was der Sport mit LSD zu tun hat und wie sich Neulinge angeblich in nur drei Monaten fit für den Marathon machen können. Achim Achilles präsentiert eine Auswahl.

Ernst van Aaken: Mit Dauerlauf zum großen Herzen

"LSD" machte Ernst van Aaken berühmt. Der Sportmediziner, Jahrgang 1910, war weder Früh-Hippie noch Drogendealer, die Abkürzung steht für "Long Slow Distance". Van Aaken glaubte daran, dass optimale Leistung nur bei einer maximalen Sauerstoffaufnahme möglich sei. "Läufer sollen ein großes Herz haben und wenig Gewicht", sagte er. Die Vergrößerung des Herzens erreichten Läufer, indem sie täglich sehr lange, wenig intensive Läufe absolvierten.

Leitsatz: "Laufe langsam, laufe täglich. Sei nicht gefräßig, trinke mäßig." (Ernst van Aaken)

Für wen geeignet: Einsteiger, Traditionalisten, Kinder, Frauen, Senioren, Experimentierfreudige.


Jeff Galloway: Mit Gehpausen zur Bestzeit

Der ehemalige Langstreckenläufer Jeff Galloway, Jahrgang 1945, ist im Gegensatz zu vielen anderen Trainern der Ansicht, dass man bei der Vorbereitung auf einen Marathon schon im Training mindestens 42-Kilometer-Läufe absolvieren muss. Er empfiehlt den Läufern aller Leistungsniveaus regelmäßige Gehpausen beim Marathon, um die Erschöpfung der Muskeln hinauszuzögern. Der Begründer der "Run-Walk-Run"-Methode ist der festen Überzeugung, dass die Wettbewerbszeit nicht darunter leidet, da man "hinten raus" mehr Luft hat und die Wand sowie Killerkrämpfe vermeidet.

Leitsatz: "Wer sich zu schnell steigert, riskiert Verletzungen." (Jeff Galloway)

Für wen geeignet: Anfänger mit Versagensängsten, Läufer mit Verletzungsproblemen, Marathon-Einsteiger mit wenig Zeit, Gesundheitsjogger, die ohne große Trainingsumfänge fit bleiben wollen, Menschen, denen der Arzt gesagt hat, dass sie mehr Bewegung brauchen, Senioren.


Hubert Beck: Über die Akropolis zum Marathon

Hubert Beck überlässt nichts dem Zufall. Sein "Modulares Trainingssystem" hat so viele Säulen, dass es gezeichnet aussieht wie die Akropolis; das Dach stellt dabei den Marathonerfolg dar. 18 Kriterien hat er ausgemacht, damit man das große Ziel Marathon erreicht. Von der Motivation und konkreten Zielsetzung über die Qualität der Laufschuhe, vom Superkompensationseffekt bis hin zur richtigen Grundausdauerschulung - Becks Training fußt sehr stark auf wissenschaftlichen Grundlagen. Mit dem Akropolis-System sollen Laufeinsteiger bereits nach drei Monaten zu Marathon-Finishern ausgebildet werden, was bestenfalls zutreffen kann, wenn es sich nicht um blutige Anfänger handelt. Marathonis verspricht Beck eine Verbesserung ihrer Bestzeit um bis zu 15 Minuten.

Leitsatz: "Ohne die relevanten Trainingsfaktoren zu kennen, ist der Athlet nicht Herr der Lage und wird, auch mit dem richtigen Trainingsplan, keine deutliche Leistungsverbesserung mehr erzielen." (Hubert Beck)

Für wen geeignet: Läufer mit klaren Zielvorstellungen, Zahlenfetischisten, Kopfrechner, Leistungsoptimierer.


Jack Daniels: Die Laufformel - weniger laufen, mehr rechnen

Laut der amerikanischen Ausgabe von Runner's World ist Jack Daniels (ja, er heißt wirklich so), Jahrgang 1933, der "beste Lauftrainer der Welt". Sein Motto war schon immer, mit so wenig Training wie möglich die maximale Leistung herauszuholen. Seine "Laufformel" errechnet anhand der früheren Wettkampfzeiten die entsprechenden Zeitvorhersagen für Trainingsläufe und somit das entsprechende Tempo für bestimmte Strecken. Beispiel: Wer eine Stunde für 10 Kilometer braucht, kann einen Halbmarathon in 2:13 Stunden laufen. Man muss die Laufformel nicht vollständig kapieren, es gibt Rechner, die das für einen erledigen. Jack Daniels nimmt den Läufer an die Hand und gibt ihm eine einfache und realitätsgetreue Einschätzung seiner Leistungsfähigkeit.

Leitsatz: "Das Ziel sollte sein, den größten körperlichen Nutzen aus dem Training zu ziehen, ohne seinen Körper zu überlasten." (Jack Daniels)

Für wen geeignet: Matheaffine Läufer, die gerne rechnen und Zahlen in Excel-Tabellen eingeben, Einzelkämpfer, Leute, die Stabilisationsübungen für plemplem halten, Sportstudenten, Lauftrainer.


Arthur Lydiard: Der Erfinder des Joggings

Der Neuseeländer Arthur Lydiard, Jahrgang 1917, ist der Vater des Joggings. Sein Trainingsmotto lautete: Hart - leicht - hart - leicht. Er setzte auf eine 28-wöchige Vorbereitung für einen Wettkampf. Die Idee vom gesunden Mix aus hartem Intervalltraining und gemächlichen Dauerlaufeinheiten ist zwar in die Jahre gekommen, hat aber heute noch Bestand in den meisten ambitionierten Trainingsplänen. Auch die Periodisierung des Laufjahres in verschiedene Vorbereitungsphasen ist allgegenwärtig. Im Grunde trainiert heute jeder ein wenig nach Lydiard - bewusst oder unbewusst.

Leitsatz: "Es ist nicht der beste Athlet, der gewinnt, sondern derjenige, der am besten vorbereitet ist." (Arthur Lydiard)

Für wen geeignet: Laufanfänger, Sportjournalisten, Neuseelandfans, Senioren, Marathon-Einsteiger.


Noch mehr Lauftrainer, Trainingspläne und eine detaillierte Beschreibung und Einschätzung der Trainingskonzepte gibt es im E-Book "Laufen und Trainieren - Die besten Lauftrainings der Welt" von Achim Achilles und Frank Joung.

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insgesamt 14 Beiträge
1. Der interessierte Leser kann erfahren,...
Centurio X 28.03.2013
...daß auch extreme Abenteuerläufe für den Durchschnittsläufer machbar sind. Viele kamen durch die Lektüre von http://www-sesterheim-gmbh.de/flyer.htm erst auf die Idee, ihr Leben in dieser Hinsicht äußerst positiv zu [...]
Zitat von sysopDPASie sind Vorläufer, ihre Ideen und Konzepte motivieren Menschen rund um den Globus: Von so manchem Lauftrainer erfährt man, was der Sport mit LSD zu tun hat und wie sich Neulinge angeblich in nur drei Monaten fit für den Marathon machen können. Achim Achilles präsentiert eine Auswahl. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/die-besten-lauftrainer-der-welt-ihre-konzepte-im-ueberblick-a-891411.html
...daß auch extreme Abenteuerläufe für den Durchschnittsläufer machbar sind. Viele kamen durch die Lektüre von http://www-sesterheim-gmbh.de/flyer.htm erst auf die Idee, ihr Leben in dieser Hinsicht äußerst positiv zu verändern.
2. Error
Centurio X 28.03.2013
soll heißen Bernhard Sesterheims Laufseiten (http://www.sesterheim-gmbh.de/flyer.htm)
Zitat von Centurio X...daß auch extreme Abenteuerläufe für den Durchschnittsläufer machbar sind. Viele kamen durch die Lektüre von http://www-sesterheim-gmbh.de/flyer.htm erst auf die Idee, ihr Leben in dieser Hinsicht äußerst positiv zu verändern.
soll heißen Bernhard Sesterheims Laufseiten (http://www.sesterheim-gmbh.de/flyer.htm)
3. optional
zoomintrackout 28.03.2013
Kein Hal Higdon an dieser Stelle? Schade eigentlich, hat mich zu meinen ersten halben und vollen Marathons gebracht.
Kein Hal Higdon an dieser Stelle? Schade eigentlich, hat mich zu meinen ersten halben und vollen Marathons gebracht.
4. Running Gag
skeptomane 28.03.2013
Nachdem ich vor zwei Tagen an gleicher Stelle bereits Herrn Schumachers Aussagen über den Golfsport lesen durfte, hätte dieser Bericht über die besten Lauftrainer vielleicht eher von Reiner Calmund geschrieben werden sollen - [...]
Nachdem ich vor zwei Tagen an gleicher Stelle bereits Herrn Schumachers Aussagen über den Golfsport lesen durfte, hätte dieser Bericht über die besten Lauftrainer vielleicht eher von Reiner Calmund geschrieben werden sollen - Das würden die Leser vermutlich ernster nehmen.
5.
zoomintrackout 28.03.2013
Oh je, tut es noch sehr weh?
Zitat von skeptomaneNachdem ich vor zwei Tagen an gleicher Stelle bereits Herrn Schumachers Aussagen über den Golfsport lesen durfte, hätte dieser Bericht über die besten Lauftrainer vielleicht eher von Reiner Calmund geschrieben werden sollen - Das würden die Leser vermutlich ernster nehmen.
Oh je, tut es noch sehr weh?

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ZUR PERSON

  • Beatrice Behrens
    Achim Achilles

    Jahrgang 1964. Lebt verheiratet mit einer verständnisvollen Frau in Berlin, läuft aber überall, wo es wehtut. Motto des Wunderathleten und Kolumnisten: "Qualität kommt von Qual." Dabei ist es dem Vater eines lauffaulen Jungen egal, dass er trotz intensiven Trainings kaum von der Stelle kommt. Für ihn ist der Weg das Ziel. Seine Lieblingsfeinde auf dem Weg zum Ziel sind Walker und andere Pseudosportler.

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