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Gesundheit

Ernährungsreport 2019

So essen die Deutschen am liebsten

Es soll vor allem gut schmecken: Eine Umfrage zeigt, wie sich die Menschen in Deutschland ernähren. Agrarministerin Klöckner will Verbrauchern nun gesündere Nahrungsmittel unterjubeln.

DPA

Fertiggericht

Mittwoch, 09.01.2019   15:15 Uhr

Schnell zubereitet, gesund und auch noch lecker - wenn es ums Essen geht, haben die Menschen in Deutschland offenbar hohe Ansprüche. Die wenigsten halten sich allerdings daran, zeigt eine Umfrage im Auftrag der Bundesregierung. So gaben neun von zehn Befragten an, dass es ihnen beim Essen auf die Gesundheit ankommt. Trotzdem liegen Fertiggerichte laut Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) voll im Trend.

Sie will deshalb gemeinsam mit der Lebensmittelbranche den Gehalt von Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten reduzieren. Allerdings bringe es nichts, den Zuckergehalt von heute auf morgen zu halbieren, so die CDU-Politikerin. Die gesünderen Produkte drohten dann zu Ladenhütern zu werden. "Am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt", sagte Klöckner.

Hauptsache lecker

Denn der Geschmack ist dem aktuellen Ernährungsreport zufolge das wichtigste Kriterium. Immerhin 99 Prozent der Befragten gaben an, darauf besonderen Wert zu legen. Die Hälfte achte zudem auf eine einfache Zubereitung, etwas weiter hinten stehen der Kaloriengehalt und Preis.

Der jährliche Ernährungsreport beruht auf einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Erfahrungsgemäß sind solche Erhebungen fehleranfällig, denn gerade beim Thema Ernährung neigen Menschen dazu, Antworten zu geben, die sozial erwünscht sind .

Weitere Ergebnisse im Überblick:

koe/dpa

insgesamt 35 Beiträge
Bernhard.R 09.01.2019
1. So ähnlich
hatten wir es schon einmal. Die damalige Ministerin hieß Renate Künast. Sie hat doch tatsächlich behauptet, die Deutschen würden für gesunde Lebensmittel gerne mehr Geld ausgeben. Im Auftrag der Bio-Lobby? In die [...]
hatten wir es schon einmal. Die damalige Ministerin hieß Renate Künast. Sie hat doch tatsächlich behauptet, die Deutschen würden für gesunde Lebensmittel gerne mehr Geld ausgeben. Im Auftrag der Bio-Lobby? In die Geschichstbücher ging sie dann aber ein, als sie eine Viertelmillion gesunde Rinder vernichten ließ, statt sie an Brot für die Welt o. ä. zu geben. Nur, um den Preis für Rindfleisch hoch zu halten. Hat mich an den Steinzeitkapitalismus aus dem Geschichtsunterricht erinnert, als Milch ins Meer gekippt und Kaffee verbrannt wurde. Bin gespannt, was ihre Amtsschwester uns noch zumutet.
bikosaurus 09.01.2019
2. Was denn nun?
Noch vor nicht allzu langer Zeit warf SPON der Ministerin eine zu große Zurückhaltung gegenüber dem Wirken der Nahrungsmittelindustrie vor. Nun will sie den Verbrauchern etwas Gesünderes "unterjubeln". [...]
Noch vor nicht allzu langer Zeit warf SPON der Ministerin eine zu große Zurückhaltung gegenüber dem Wirken der Nahrungsmittelindustrie vor. Nun will sie den Verbrauchern etwas Gesünderes "unterjubeln". Negativberichterstattung, egal wie. Ich finde die Ministerin nun auch nicht gerade toll, aber hier geht sie m.E. einen ganz guten Weg. Lange Zeit ging es anders herum, die problematischen Inhalte wurden immer höher gesetzt, bis die Kunden daran gewöhnt waren und alles Gesunde fad schmeckte. Eine Schocktherapie würde jetzt nur Sinn machen, wenn wie in GB und Mexiko gleichzeitig drastischere Kennzeichnungspflichten und Steueraufschläge erhoben würden. Dann wären die Nachteile deutlich sicht- und spürbar. Ansonsten hat Frau Klöckner Recht: Ladenhüter.
jo126 09.01.2019
3. Brauchen wir unbedingt!
Was wäre unser Leben ohne die Politiker! Die sagen uns, was gut ist. Wie arm wäre mein kleines Dasein ohne solche Nannies wie Klöckner.
Was wäre unser Leben ohne die Politiker! Die sagen uns, was gut ist. Wie arm wäre mein kleines Dasein ohne solche Nannies wie Klöckner.
dpfungstadt 09.01.2019
4. Klöckner ist Industrie Lobbyistin
Klöckner wehrt sich schon lange gegen eine einfache und für den Verbraucher leicht zu erkennende Ampel für Zucker, Salz und Fett in verarbeiteten Nahrungsmitteln. „Allerdings bringe es nichts, den Zuckergehalt von heute auf [...]
Klöckner wehrt sich schon lange gegen eine einfache und für den Verbraucher leicht zu erkennende Ampel für Zucker, Salz und Fett in verarbeiteten Nahrungsmitteln. „Allerdings bringe es nichts, den Zuckergehalt von heute auf morgen zu halbieren, so die CDU-Politikerin. Die gesünderen Produkte drohten dann zu Ladenhütern zu werden. "Am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt", sagte Klöckner.“ Das zeigt wieder deutlich, dass Klöckner der Nahrungsmittelindustrie keine Vorgaben machen will. Das soll alles auf freiwilliger Basis passieren. Dabei ist Zucker als Zusatzstoff extrem billig und die Industrie wird darauf freiwillig nicht verzichten. Den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln müsste man gesetzlich beschränken, z. B. maximal 5 Gramm Zucker pro 100 Gramm Lebensmittel. Ausnahmen für Schokolade oder andere Naschereien müssen natürlich gelten. Mit Frau Klöckner wird es dass jedoch nicht geben.
ruhepuls 09.01.2019
5. ...und wir sind selbst schuld!
Einmischung nervt jeden. Allerdings ist es leider oft so, dass die Einmischung deshalb kommt, weil die "Vernunft" derer nicht ausreicht, in deren Angelegenheiten man sich einmischt. Jedes Jahr steigen die Kosten für [...]
Zitat von jo126Was wäre unser Leben ohne die Politiker! Die sagen uns, was gut ist. Wie arm wäre mein kleines Dasein ohne solche Nannies wie Klöckner.
Einmischung nervt jeden. Allerdings ist es leider oft so, dass die Einmischung deshalb kommt, weil die "Vernunft" derer nicht ausreicht, in deren Angelegenheiten man sich einmischt. Jedes Jahr steigen die Kosten für lebensstilbedingte Krankheiten (also angefressen, angehockt, angesoffen...) und ebenso führt die Massentierhaltung und überhaupt die Massenproduktion in der Landwirtschaft zu immer mehr Umweltschäden, die wir unseren Nachkommen hinterlassen bzw. mit viel Geld wieder halbwegs beseitigen müssen. Aber über steigende Kassenbeiträge oder höhere Steuern wird dann wider geklagt. Soll doch jemand anders die Zeche zahlen. Wen wundert es da, wenn die Politik versucht, die Unvernunft zu "regulieren"? Ob es allerdings funktioniert, ist eine ganz andere Frage. Aber wenn offensichtlich bei vielen das Denken nur nach dem Motto funktioniert: Hauptsache heute Party..! kommt eben irgendwann ein Gesetz. Nebenbei, das "Euro-Bio" der Renate Künast hat immerhin dazu geführt, dass heute jeder bei ALDI & Co. zumindest eine erschwingliche Alternative findet, die mit weniger Rückständen und weniger Umweltbelastung erzeugt wurde.

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