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Diese Sportarten schonen die Gelenke

Gut 140 Gelenke sorgen im menschlichen Körper für Beweglichkeit und müssen beim Sport zum Teil starke Belastungen aushalten. Doch es gibt Fitness-Optionen, die die Scharniere schonen.

DPA

Archivbild

Donnerstag, 18.01.2018   10:37 Uhr

Handgelenk, Fußgelenk, Schultern, Knie, Hüfte, Ellenbogen, Wirbelsäule: Im menschlichen Körper finden sich gut 140 Gelenke. Bei vielen Menschen funktionieren sie einwandfrei, doch sie können auch geschädigt sein und Schmerzen verursachen. Arthrose und Rheuma sind die bekanntesten Gelenkerkrankungen.

Die gute Nachricht: Sport ist trotzdem meist möglich. "Der Gelenkknorpel darf und soll belastet werden, aber auf die richtige Weise", sagt Sven Ostermeier von der Orthopädischen Gelenk-Klinik Gundelfingen bei Freiburg.

Man müsse sich den Knorpel vorstellen wie einen mit Wasser gefüllten Schwamm. Bei Belastung wird er minimal zusammengedrückt, etwas Flüssigkeit tritt in den Gelenkspalt: "Das wirkt wie ein Schmiermittel und ermöglicht uns das Laufen", erklärt der Orthopäde und Sportmediziner. Doch je länger sich der Schwamm in einer Position befindet, desto mehr wird er ausgedrückt. "Wenn der Knorpel an einer Stelle immer wieder belastet wird, geht er kaputt."

Harte, unvermittelte Stoßbelastungen sowie Sportarten, die das Gelenk zu lange in einer Position belassen, sind daher ungünstig. Wer bereits Arthrose oder andere Gelenkschädigungen hat, sollte sich Sportarten aussuchen, bei denen wenig belastende Bewegungen ausgeführt werden.

Wasser entlastet

Schwimmen ist ein optimaler Sport für die Gelenke. Alternativ ist auch Aquagymnastik empfehlenswert, etwa bei Übergewicht.

Doch auch außerhalb des Wassers kann man gelenkschonend fit bleiben: "Fahrradfahren, Übungen mit dem Theraband, Gymnastik", zählt Melanie Krieg auf, Physiotherapeutin aus Neu-Isenburg und Geschäftsführerin der Rheuma-Liga Hessen.

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Sie sagt, dass viele Menschen ein "Problemgelenk" haben. In dem Fall klären sie am besten mit dem Arzt, wie ernsthaft das schmerzende Gelenk eingeschränkt ist. Dann gilt es, Sportarten zu meiden, die genau dieses Gelenk belasten: "beim Knieschmerz Joggen oder bei Schulterschmerzen Schlagsportarten wie Tennis."

Die Gelenke selbst lassen sich nicht trainieren, stellt die Physiotherapeutin klar. Aber die umgebenden Strukturen zu stärken, tut auch dem Gelenk selbst gut. "Es gibt spezielle Übungen, die diese Strukturen kräftigen, die das Gelenk entlasten, verkürzte Muskeln dehnen und eine verkrampfte Muskulatur lockern", sagt Krieg.

Auch Gerätetraining im Fitnessstudio kann für die Gelenke gut sein. "Ausgeführt werden sollte es nur mit fachlicher Begleitung durch Trainer oder Therapeuten", sagt Physiotherapeutin Krieg.

Dabei könnten alltagstaugliche Bewegungsmuster wie das richtige Heben, Tragen von Lasten oder Kniebeugen trainiert werden, sagt Daniel Kaptain von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken.

Für den Sportwissenschaftler steht fest: "Es gibt kaum einen körperlichen Zustand, in dem man sich auf lange Sicht nicht bewegen darf." Entscheidend sei die Dosierung.

Ines Schipperges, dpa/wbr

insgesamt 18 Beiträge
treime 18.01.2018
1. Schwimmen...
...super Idee. Nur machen leider immer mehr Bäder dicht und was übrig bleibt sind überlaufene Kinderbäder, wo man nicht eine Bahn geradeaus schwimmen kann... Nächster Tipp bitte.
...super Idee. Nur machen leider immer mehr Bäder dicht und was übrig bleibt sind überlaufene Kinderbäder, wo man nicht eine Bahn geradeaus schwimmen kann... Nächster Tipp bitte.
ge1234 18.01.2018
2. Wie jetzt?
Lt. meinem Orthopäden und auch meinem Physiotherapeuten ist Brustschwimmen purer Stress für den Meniskus und sollte deshalb, vor allem bei Vorschäden am Meniskus, dringend vermieden werden!
Lt. meinem Orthopäden und auch meinem Physiotherapeuten ist Brustschwimmen purer Stress für den Meniskus und sollte deshalb, vor allem bei Vorschäden am Meniskus, dringend vermieden werden!
taste-of-ink 18.01.2018
3.
Schwimmen in Deutschland nicht uneingeschränkt zu empfehlen: die wenigsten Menschen können hierzulande technisch korrekt Kraul- oder Rückenschwimmen. Brustschwimmen (das auch die wenigsten technisch korrekt beherrschen) [...]
Schwimmen in Deutschland nicht uneingeschränkt zu empfehlen: die wenigsten Menschen können hierzulande technisch korrekt Kraul- oder Rückenschwimmen. Brustschwimmen (das auch die wenigsten technisch korrekt beherrschen) verursacht hohe Scherkräfte im Knie und ist gerade für Kniegeschädigte nicht unproblematisch. Dazu kommen die schon beschriebenen Probleme, ein Bad zu finden, das über ausreichend Platz zwischen tobenden Kindern und in Gruppen nebeneinanderher dümpelnden Rentnern bietet. Auch Radfahren ist nicht uneingeschränkt empfehlenswert: viele fahren mit zu niedriger Trittfrequenz in zu schweren Gängen, oder mit falscher Einstellung von Sattel und Pedal, was eine relativ hohe Druckbelastung im Knie zur Folge hat. Es gibt also nicht "den" einen Sport, der stets bedenkenlos ausgeführt werden kann.
Wasserratte 18.01.2018
4. Halbe Zustimmung
Sie haben Recht, im Prinzip gibt es keine generell "unbedenkliche" Sportart. Egal, für welche Sportart man sich entscheidet, man kommt nicht darum herum, sich mit ihr zu beschäftigen und die ergonomisch sinnvollen [...]
Zitat von taste-of-inkSchwimmen in Deutschland nicht uneingeschränkt zu empfehlen: die wenigsten Menschen können hierzulande technisch korrekt Kraul- oder Rückenschwimmen. Brustschwimmen (das auch die wenigsten technisch korrekt beherrschen) verursacht hohe Scherkräfte im Knie und ist gerade für Kniegeschädigte nicht unproblematisch. Dazu kommen die schon beschriebenen Probleme, ein Bad zu finden, das über ausreichend Platz zwischen tobenden Kindern und in Gruppen nebeneinanderher dümpelnden Rentnern bietet. Auch Radfahren ist nicht uneingeschränkt empfehlenswert: viele fahren mit zu niedriger Trittfrequenz in zu schweren Gängen, oder mit falscher Einstellung von Sattel und Pedal, was eine relativ hohe Druckbelastung im Knie zur Folge hat. Es gibt also nicht "den" einen Sport, der stets bedenkenlos ausgeführt werden kann.
Sie haben Recht, im Prinzip gibt es keine generell "unbedenkliche" Sportart. Egal, für welche Sportart man sich entscheidet, man kommt nicht darum herum, sich mit ihr zu beschäftigen und die ergonomisch sinnvollen Bewegungsabläufe einzuüben. Das kostet Mühe. Dennoch ist es, denk ich, unbestritten, dass es eher schonende und weniger schonende Sportarten gibt. Ich habe ein "Problemknie", schwimme und fahre Rad, mir würde aber nie in den Sinn kommen, Squasch spielen zu gehen, weil es Gift für die Gelenke ist. Brustschwimmen hingegen geht gut, wenn man den Beinschlag modifiziert, das ist kein Hexenwerk. Und sein Rad vernünftig einzustellen auch nicht.
spon-facebook-10000012354 18.01.2018
5. Schwimmen ist nicht gleich Schwimmen
Richtig - Schwimmen ist nicht gleich Schwimmen. Gesundheitlich am besten wäre Rückenschwimmen, während Brustschwimmen oder der Schmetterlingsschwimmen für die Gelenke sehr problematisch sind. [...]
Zitat von WasserratteSie haben Recht, im Prinzip gibt es keine generell "unbedenkliche" Sportart. Egal, für welche Sportart man sich entscheidet, man kommt nicht darum herum, sich mit ihr zu beschäftigen und die ergonomisch sinnvollen Bewegungsabläufe einzuüben. Das kostet Mühe. Dennoch ist es, denk ich, unbestritten, dass es eher schonende und weniger schonende Sportarten gibt. Ich habe ein "Problemknie", schwimme und fahre Rad, mir würde aber nie in den Sinn kommen, Squasch spielen zu gehen, weil es Gift für die Gelenke ist. Brustschwimmen hingegen geht gut, wenn man den Beinschlag modifiziert, das ist kein Hexenwerk. Und sein Rad vernünftig einzustellen auch nicht.
Richtig - Schwimmen ist nicht gleich Schwimmen. Gesundheitlich am besten wäre Rückenschwimmen, während Brustschwimmen oder der Schmetterlingsschwimmen für die Gelenke sehr problematisch sind. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwimmstil https://de.wikipedia.org/wiki/Brustschwimmen https://de.wikipedia.org/wiki/Rückenschwimmen

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