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Gesundheit
Freitag, 06.07.2018   10:59 Uhr

Emotions-Coaching

Finden Sie Gefühle peinlich?

Manche Menschen begegnen den eigenen Gefühlen skeptisch und abwehrend. Eine einfache Checkliste hilft, die eigene Einstellung zu Emotionen zu verstehen - und zu überdenken.

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SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie in kleinen Schritten lernen, Ihre Gefühle im Alltag bewusster wahrzunehmen. Dies ist Teil zwei von acht. Die anderen Teile finden Sie hier.


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Wir leben in einer Kultur, in der es oft nicht als höflich oder passend gilt, Gefühle zu zeigen. Deshalb haben sich viele Menschen Vorbehalte angewöhnt, wenn es um Angst, Wut, Scham oder Freude geht. Diese Skepsis kann aber das Verhältnis zu unseren Empfindungen stören. Deshalb lohnt es sich, grundsätzlich seine Haltung zum eigenen Gefühlshaushalt zu betrachten.

Im Folgenden bekommen Sie dazu eine Checkliste mit einigen gängigen Ansichten, vor allem zu den oft als unangenehm geltenden Gefühlen Wut, Angst und Traurigkeit. Prüfen Sie, welche Aussagen Ihrer eigenen Haltung am ehesten entsprechen:

Haben Sie sich in einer oder zwei dieser Aussagen wiedergefunden? Vielleicht sogar in mehreren? Dann ist es wahrscheinlich, dass Sie Gefühle, die Sie als unangenehm bewerten, im Alltag immer wieder blockieren, weil Sie sich ein wenig vor ihnen fürchten. Oder weil Sie "Gefühlsduselei" mit Schwäche assoziieren und überflüssig finden.

Diese Haltung ist ansatzweise bei vielen Menschen vorhanden - wenn sie aber zu stark wird, kann es passieren, dass sie unerwünschte Nebenwirkungen hat. Denn indem man Gefühle unterdrückt, abwehrt oder abwertet, werden diese oft letztlich stärker. Falls Sie bei sich solche Negativspiralen bemerken, kann es helfen, Ihre Einstellung generell etwas zu modifizieren. Dazu kann es hilfreich sein, sich an Lebensphasen zu erinnern, in denen Sie ein wenig offener für Gefühle waren. Dazu kann die folgende Übung beitragen:

Erinnerung, bitte.

Fast jeder Mensch erlebt gelegentlich Lebensphasen oder Krisen, in denen kaum ein anderer Weg bleibt, als Gefühle zuzulassen, sich mit Ängsten oder Traurigkeit zu konfrontieren und auch andere davon wissen zu lassen. Oft werden diese Phasen im Nachhinein als Gewinn gesehen. Viele Menschen erleben auch, dass sie aus einer solchen emotionalen Krise gestärkt und klarer hervorgegangen sind.

Erinnern Sie sich in dieser Woche in einer ruhigen Minute an eine solche Phase oder ein solches Erlebnis. Schreiben Sie ein paar konkrete Erinnerungen an diese Zeit auf, wenn Sie möchten. Welche Ihrer üblichen Einstellungen zu Emotionen haben Sie damals überwunden oder fallengelassen? Was könnten Sie von diesen Erkenntnissen in den Alltag mitnehmen?

Reflektieren Sie im Laufe der Woche gelegentlich, wie es Ihnen mit Ihren Gefühlen geht und ob sich Ihre Haltung etwas lockert. Wenn Sie Lust haben: Schauen Sie sich den Film "Alles steht Kopf" an. Die Geschichte über die Macht der Gefühle ist zwar vor allem für Kinder gedacht, gibt aber auf unterhaltsame Weise eine Menge Einblick in gängige Gefühlsmechanismen.

Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an.

Jedes Coaching dauert acht Wochen. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

Anmerkung für Gefühlsprofis: Falls Sie bei den Übungen dieser Woche den Eindruck hatten, dass diese für Sie kein Problem darstellen, weil sie einen guten Zugang zu Ihren Gefühlen haben, dann freuen Sie sich und lehnen Sie sich zurück. Es wird andere Wocheneinheiten geben, die Sie mehr fordern!

Wichtig ist zu wissen, dass es auch beim Gefühlshaushalt ein Zuviel gibt: Psychotherapeuten erleben immer wieder Klienten, die sich in jedes Gefühl hineinstürzen und Emotionen als Lebenselixier missbrauchen. Das ist ein recht komplexer Mechanismus. Ob Sie zu dieser Art des "Überdrehens" neigen, können Sie feststellen, indem Sie sich folgende Fragen ehrlich beantworten:

Falls Sie merken, dass Sie dazu tendieren, probieren Sie in dieser Woche an zwei Tagen aus, nicht ganz in die emotionalen Vollen zu gehen - und prüfen Sie, wie sich das anfühlt.


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