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Gesundheit

Studie

Eltern leben länger als Kinderlose

Schwedische Forscher haben untersucht, welchen Einfluss Kinder auf die Lebenserwartung ihre Eltern haben. Ergebnis: Väter und Mütter profitieren nicht gleichermaßen.

Getty Images

Mutter und Tochter

Dienstag, 14.03.2017   11:26 Uhr

Ausschlafen ist für ein paar Jahre unmöglich, die Paarbeziehung leidet und sowohl in der frühen Trotzphase als auch in der Pubertät wird die Geduld der Eltern auf eine harte Probe gestellt.

Dennoch gilt: Wer Kinder in die Welt gesetzt hat, kann mit mehr Lebensjahren rechnen - das haben schon mehrere Forschergruppen berichtet. Schwedische Wissenschaftler untersuchten jetzt, wie sich die Lebenserwartung insbesondere im Alter ab 60 bei Eltern und Kinderlosen unterscheidet. Außerdem prüften sie, ob Söhne oder Töchter einen unterschiedlich starken Einfluss haben und ob Mütter und Väter gleichermaßen profitieren.

Insgesamt wertete das Team um Karin Modig vom Karolinska Institut in Stockholm Daten von mehr als 1,4 Millionen Schweden aus, die zwischen 1911 und 1925 geboren wurden - gut 300.000 von ihnen waren kinderlos. Staatliche Register ermöglichen es Forschern in Schweden, auf derart große Datensätze zuzugreifen und gleichzeitig viele Faktoren - neben den Kindern etwa den Bildungsgrad und den Familienstand - im Blick zu behandeln.

Am stärksten ist der Unterschied bei alleinstehenden Männern

Im "Journal of Epidemiology and Community Health" berichten die Wissenschaftler, dass die Eltern durchgehend ein niedrigeres Sterberisiko hatten als Kinderlose.

60-Jährige Väter hatten demnach noch eine Lebenserwartung von weiteren 20,2 Jahren, bei den kinderlosen Männern waren es 18,4 Jahre. Und während die 60-Jährigen Mütter im Schnitt noch 24,6 Jahre vor sich hatten, lag die restliche Lebenserwartung der kinderlosen Frauen bei 23,1 Jahren. Der Unterschied war also bei Männern größer als bei Frauen, am größten war er bei alleinstehenden Männern.

Außerdem spielte es bei jenen Eltern, die nur ein Kind hatten, keine Rolle, ob es männlich oder weiblich war. Andere Studien hätten gezeigt, dass Töchter stärker das Leben verlängern als Söhne, schreiben die Forscher.

Sie vermuten, dass Eltern länger leben, weil sie im hohen Alter von ihren Kindern unterstützt werden - Kinderlosen fehle dieser Beistand. Mithilfe der Studie lässt sich aber nicht beweisen, dass dies tatsächlich der Grund ist. Möglich wäre zum Beispiel auch, dass Eltern zum Beispiel mehr auf ihre Gesundheit achten und einen gesünderen Lebensstil pflegen.

wbr

insgesamt 126 Beiträge
felix_tabris 14.03.2017
1. ist das Glas nun halbvoll oder doch eher halbleer?
Statistisch gesehen mag "Kinder" quantitativ mehr Lebensjahre bringen. Doch die dabei erlebten Torturen läßt schon die Frage nach der Lebensqualität aufkommen. Das mag von Familie zur Familie unterschiedlich sein; [...]
Statistisch gesehen mag "Kinder" quantitativ mehr Lebensjahre bringen. Doch die dabei erlebten Torturen läßt schon die Frage nach der Lebensqualität aufkommen. Das mag von Familie zur Familie unterschiedlich sein; für die einen bedeutet "Kinder" praktisch gelebt Freude und Sinnerfüllung - doch für andere ein Debakel und triste Lebenshölle. Schau ich in meinem Bekanntenkreis so ist es dort sehr gemischt. Von daher: Statistische Zählung erfaßt nicht die wirkliche Lebenslage und daher nach meiner Meinung auch nicht den wirklichen Grund vom "langen Leben". Zumal dies nicht eindimensional auf nur ein faktor zurpckzuführen ist.
unzensierbar 14.03.2017
2.
Wurden nur gut funktionierende Familien betrachtet oder auch nicht funktionierende oder geschiedene Familien?
Wurden nur gut funktionierende Familien betrachtet oder auch nicht funktionierende oder geschiedene Familien?
schwabenstreich 14.03.2017
3. Man lebt nicht länger, weil man Kinder hat...
...sondern riskiert weniger unsinnige Sachen... z.B. rasen im Straßenverkehr . Manchen Versicherungen berücksichtigen den Lebensstand schon seit Jahren in Ihrem Riskioprofil für bestimmte Versicherungsarten...
...sondern riskiert weniger unsinnige Sachen... z.B. rasen im Straßenverkehr . Manchen Versicherungen berücksichtigen den Lebensstand schon seit Jahren in Ihrem Riskioprofil für bestimmte Versicherungsarten...
marthaimschnee 14.03.2017
4. na dann
gebt uns Kinderlosen die üppigen 0,25% Pflegeversicherungsbeitrag zurück, die wir alleine aufgrund von Kinderlosigkeit zahlen. Die Einsparungen bei unserer späteren Rente dürften das bei weitem überwiegen.
gebt uns Kinderlosen die üppigen 0,25% Pflegeversicherungsbeitrag zurück, die wir alleine aufgrund von Kinderlosigkeit zahlen. Die Einsparungen bei unserer späteren Rente dürften das bei weitem überwiegen.
guilty 14.03.2017
5. na prima
kaffee trinkende eltern leben am längsten. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/wer-kaffee-trinkt-lebt-laenger-ernaehrungsstudie-a-1063260.html
kaffee trinkende eltern leben am längsten. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/wer-kaffee-trinkt-lebt-laenger-ernaehrungsstudie-a-1063260.html
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