Schrift:
Ansicht Home:
Gesundheit

Karies

Kleinkinder sollten ab dem ersten Zahn zum Zahnarzt

Kleine Kinder haben bald Anspruch auf drei zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen beim Zahnarzt. Der erste Termin kann künftig bereits ab dem sechsten Lebensmonat vereinbart werden.

Getty Images/Cultura RF
Donnerstag, 17.01.2019   17:51 Uhr

Während Karies bei Erwachsenen immer seltener wird, gehen die Fallzahlen bei Kindern mit Milchzähnen kaum zurück. Um Karies frühzeitig zu bekämpfen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschieden, Kleinkindern künftig bereits ab dem sechsten Lebensmonat Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt zu ermöglichen. Bislang war dies erst für Kinder ab dem dritten Lebensjahr vorgesehen.

Zwischen dem sechsten und dem 34. Lebensmonat besteht ein neuer Anspruch auf drei Früherkennungsuntersuchungen. Wenn der Zahnarzt dabei Anzeichen für Kariesbefall der Milchzähne entdeckt und diesen beispielsweise mit Fluoridlack behandelt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Fluoridlack wird direkt auf den Zahn aufgetragen, um den Zahnschmelz zu härten und das Entstehen und Fortschreiten von Karies zu verhindern.

Der Anspruch auf drei weitere Untersuchungen zwischen dem 34. Lebensmonat und dem sechsten Lebensjahr besteht unverändert. Die Neuregelung tritt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft, frühestens aber ab Juli.

Karies gilt als chronische Krankheit bei kleinen Kindern

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung sprach von einem "großen Erfolg im Kampf gegen frühkindliche Karies". Diese gelte als häufigste chronische Krankheit bei Kindern im Vorschulalter. Annähernd die Hälfte der kariösen Defekte, die bei der Einschulung festgestellt würden, entstünden in den ersten drei Lebensjahren.

Einer früheren Studie der Bundeszahnärztekammer zufolge geht der Kariesbefall bei Kindern in Deutschland insgesamt zurück. Allerdings haben nach wie vor gut 15 Prozent der unter Dreijährigen Karies.

Ursachen für die sogenannte frühkindliche Karies sind übermäßiges Trinken von zucker- und säurehaltigen Getränken, zum Beispiel aus Saugerflaschen, und eine mangelnde Mundhygiene. Werden die betroffenen Milchzähne nicht behandelt, kann dies neben Zahnschmerzen, Fisteln oder Abszessen auch zum vorzeitigen Zahnausfall führen. Auch entwickeln die betroffenen Kinder mehr Karies an den zweiten Zähnen.

mah/ dpa

insgesamt 22 Beiträge
tobias78 17.01.2019
1. Ist das noch nicht überall so?
Unsere Jungs gehen seit dem ersten Zahn und zweimal im Jahr zur Zahnärztin. Das bezahlte auch immer die Krankenkasse. Schon seit über fünf Jahren.
Unsere Jungs gehen seit dem ersten Zahn und zweimal im Jahr zur Zahnärztin. Das bezahlte auch immer die Krankenkasse. Schon seit über fünf Jahren.
nbmn 17.01.2019
2.
Nein, bislang konnten einzelne Krankenkassen diese Früherkennungsuntersuchungen als besondere selektivvertragliche Leistungen anbieten. Diese Verträge hat das Bundesversicherungsamt letztes Jahr jedoch gekündigt, weil es an [...]
Zitat von tobias78Unsere Jungs gehen seit dem ersten Zahn und zweimal im Jahr zur Zahnärztin. Das bezahlte auch immer die Krankenkasse. Schon seit über fünf Jahren.
Nein, bislang konnten einzelne Krankenkassen diese Früherkennungsuntersuchungen als besondere selektivvertragliche Leistungen anbieten. Diese Verträge hat das Bundesversicherungsamt letztes Jahr jedoch gekündigt, weil es an einer positiven Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefehlt hat. Heute hat der G-BA nun diese Leistungen beschlossen; damit besteht für alle gesetzliche Krankenversicherten Kleinkinder ab 01.07. ein entsprechender Anspruch. https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/782/ und https://www.kzbv.de/pressemitteilung-vom-17-1-2019.1284.de.html
hintensitzer 17.01.2019
3. Wir auch
Wir gehen mit unserem dreijährigen Sohn seit dem ersten Zahn auch jedes halbe Jahr zum Zahnarzt. Es gab noch nie ein Problem mit der Kostenübernahme.
Wir gehen mit unserem dreijährigen Sohn seit dem ersten Zahn auch jedes halbe Jahr zum Zahnarzt. Es gab noch nie ein Problem mit der Kostenübernahme.
Perspektive3 17.01.2019
4. Zielführend?
Nun sollen also Eltern, die für übermäßiges Trinken von zucker- und säurehaltigen Getränken und mangelnde Mundhygiene verantwortlich sind, somit offenkundig kein großes Interesse an Zahngesundheit haben, zukünftig zum [...]
Nun sollen also Eltern, die für übermäßiges Trinken von zucker- und säurehaltigen Getränken und mangelnde Mundhygiene verantwortlich sind, somit offenkundig kein großes Interesse an Zahngesundheit haben, zukünftig zum Zahnarzt gehen, der den Kariesbefall erkennt und behandelt? Viel Erfolg mit diesem Plan...
kolenya 18.01.2019
5.
Ich war auf Empfehlung meines Zahnarztes mit meiner Tochter mit 2 das 1. Mal beim Zahnarzt und hatte auch keinerlei Probleme mit der Kostenübernahme. Schön, dass das nun bald gesetzlich festgelegt ist, sodass alle frühzeitig [...]
Ich war auf Empfehlung meines Zahnarztes mit meiner Tochter mit 2 das 1. Mal beim Zahnarzt und hatte auch keinerlei Probleme mit der Kostenübernahme. Schön, dass das nun bald gesetzlich festgelegt ist, sodass alle frühzeitig zum Zahnarzt gehen können.

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP