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Gesundheit

Orgasmus-Rezept für Frauen

Kommt gut

Hetero-, Homo- oder Bisexuelle - wer hat mehr Orgasmen beim Sex? Dieser Frage sind Forscher in einer Studie nachgegangen. Zentral war dabei die Suche nach dem besten Rezept für den weiblichen Orgasmus.

imago/ SPL

Frauengesicht

Freitag, 24.02.2017   17:40 Uhr

Rhythmische Muskelkontraktionen und jede Menge Oxytocin - was beim Orgasmus passiert, ist recht gut erforscht. Doch wie Mann und vor allem Frau dahin kommen, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Auch über die Häufigkeit kursieren Gerüchte. Männer hätten es einfacher, Frauen schwerer, wird allgemein angenommen.

Wie oft wer mit welcher sexuellen Orientierung Orgasmen hat und was er dafür tut, das haben Forscher nun in einer großen Umfrage ermittelt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Archives of Sexual Behavior" veröffentlicht.

Für die Studie haben Forscher um David Frederick von der Chapman University in Kalifornien die Daten von mehr als 52.000 Teilnehmern analysiert, die bei einer anonymen Online-Umfrage in den USA gewonnen wurden. Das Durchschnittsalter betrug 37 Jahre bei den Frauen und 42 Jahre bei den Männern, alle Teilnehmer gaben an, in einer Beziehung zu sein.

Deutliche Unterschiede beim Orgasmus

Zunächst wollten die Forscher wissen: Wer hat wie oft einen Orgasmus? Dabei ergaben sich deutliche Unterschiede:

Neben der Häufigkeit des Orgasmus fragten die Forscher auch eine ganze Reihe von anderen sexuellen Gewohnheiten ab: Nach Selbstbefriedigung, Analverkehr, dem Einsatz von Sexspielzeugen und erotischer Wäsche oder der Art der Stellungen, die die Teilnehmer ausprobierten oder favorisierten. Zudem wollten die Forscher wissen, ob sich die Partner beim Sex intensiv küssen oder sich gegenseitig sagen, dass sie sich lieben.

Auch die Kommunikation unter den Partnern interessierte die Forscher: Haben sie sich zum Sex verabredet? Sagen sie ihrem Partner, was sie im Bett wollen? Loben sie ihren Partner, wenn er beim Sex etwas tut, das ihnen gefällt? Diese und noch viele weitere Fragen wurden den Probanden gestellt.

Tragischer Irrtum der Männer

Anschließend wurden die Daten ausgewertet und mit den Angaben zur Orgasmusfrequenz in Bezug gesetzt. Daraus leiteten die Forscher ab, unter welchen Umständen Frauen am besten kommen. Am häufigsten erlangen demnach die heterosexuelle Frauen einen Orgasmus, die

Unterschiedliche Stellungen, stimmungsvolle Musik beim Sex oder Liebesschwüre spielen dagegen kaum eine Rolle. Rein vaginaler Sex war auch nicht entscheidend - auch wenn einige Männer das durchaus anders einschätzten. "30 Prozent der Männer glauben, dass sexueller Verkehr die beste Möglichkeit ist, einen Orgasmus zu erleben. Das ist tragisch, weil es nicht stimmt", so Co-Autorin Elisabeth Lloyd.

Tragisch sind auch weitere Angaben, die sich aus der Umfrage ergeben. Demnach glauben 41 Prozent der heterosexuellen Männer, dass ihre Partnerin immer einen Orgasmus erreicht. Doch nur 33 Prozent der Hetero-Frauen haben das bestätigt. Die Forscher vermuten, dass die Frauen einen Orgasmus vorgetäuscht haben könnten.

Die Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Dass Frauen die von den Forschern herausgearbeiteten drei Punkte tatsächlich helfen, leichter einen Orgasmus zu bekommen, kann die Untersuchung nicht zeigen, sondern nur statistische Zusammenhänge. Es könnten auch andere Gründe vorliegen, die die Umfrage aber nicht erfasst. Ob etwa die Frauen mit der Anzahl ihrer Orgasmen zufrieden waren, beantwortet die Studie nicht.

Zudem lassen sich die Angaben der Teilnehmer nicht überprüfen. Ob Männer tatsächlich so häufig zum Orgasmus kommen, wie sie es behauptet haben, ist nicht überprüfbar. Aufgrund der geringen Anzahl von lesbischen Frauen sind zudem die Angaben in diesem Bereich recht spekulativ, wie die Forscher selbst einräumen.

Doch die Wissenschaftler bestätigen mit ihren Ergebnissen durchaus auch bereits vorhandenes Wissen. Dass Männer beim Sex häufiger zum Orgasmus kommen als Frauen, wurde bereits in früheren Studien bestätigt.

Zudem haben die Forscher auch einen Ratschlag für Paare: Dass nur relativ wenig heterosexuelle Frauen durch vaginalen Sex alleine zum Orgasmus kommen, könne durch eine breitere Vielfalt von unterschiedlichen Aktivitäten überwunden werden. Am Ende heißt es also: Im Bett kommt es vor allem auf genügend Kreativität an.

joe

insgesamt 68 Beiträge
mc_os 24.02.2017
1.
Wenn man diesen Artikel liest, glaubt man der Autor (die Autorin?) habe mindestens zwanzig Jahre verschlafen. Sex als Hochleistungsaktivität mit anschließender Medaillenvergabe. Mit der B-Note für "Kreativität". Um [...]
Wenn man diesen Artikel liest, glaubt man der Autor (die Autorin?) habe mindestens zwanzig Jahre verschlafen. Sex als Hochleistungsaktivität mit anschließender Medaillenvergabe. Mit der B-Note für "Kreativität". Um das meist genutzte Wort im Artikel zu benutzen "tragisch", aber der Artikel klingt eher nach einer Anweisung an Produzenten von 18+ Filmen. Aus den 80er Jahren.
gammoncrack 24.02.2017
2. Witzig!
Diese Kommentarseite habe ich mir mal als Lesezeichen gesetzt. Jetzt geht hier möglicherweise richtig rund! "Also, gestern zwischen 19.30 Uhr und 03.00 Uhr habe ich...... Statistik stimmt nicht!"
Diese Kommentarseite habe ich mir mal als Lesezeichen gesetzt. Jetzt geht hier möglicherweise richtig rund! "Also, gestern zwischen 19.30 Uhr und 03.00 Uhr habe ich...... Statistik stimmt nicht!"
felix1756 24.02.2017
3. Gähn....
So "interessant" wie einst Dr. Sommer. Liest die Zielgruppe jetzt auch SPON?
So "interessant" wie einst Dr. Sommer. Liest die Zielgruppe jetzt auch SPON?
HaioForler 24.02.2017
4.
Da rätselt man hier und da, Studien werden gewälzt und hinterher ist man genau so schlau. Dabei hätten's die Frauen einfach sagen können ;)
Da rätselt man hier und da, Studien werden gewälzt und hinterher ist man genau so schlau. Dabei hätten's die Frauen einfach sagen können ;)
D. Brock 24.02.2017
5. Uff ... um mal Monty Python zu zitieren:
... woran sie denken!" ... "Wie geht's uns denn Herr Hauptmann?" ... Tja, was soll's, wenn die Statistik nicht auch nach Zufriedenheit fragt, wenn gerade dieser Punkt also keine Rolle spielt, ist das Wort [...]
... woran sie denken!" ... "Wie geht's uns denn Herr Hauptmann?" ... Tja, was soll's, wenn die Statistik nicht auch nach Zufriedenheit fragt, wenn gerade dieser Punkt also keine Rolle spielt, ist das Wort "tragisch" nicht wirklich angemessen. Insgesamt nichts Neues, kann man lesen oder nicht. M. E. kein Erkenntnisgewinn.

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