Lade Daten...
04.01.2013
Schrift:
-
+

Blutgerinnsel

Wie gefährlich sind Antibabypillen?

AP

Bunte Vielfalt: Nicht alle Präparate sind gleich sicher

Mehr als 10.000 Frauen haben in den USA geklagt, nun droht Pharmariesen auch in Frankreich eine Klagewelle. Grund sind moderne Anti-Baby-Pillen, die das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen. Besonders wer raucht und übergewichtig ist, sollte aufpassen.

Die Versprechen klingen gut: Neben der Verhütung sollen moderne Antibabypillen das Hautbild verschönern oder die Pfunde purzeln lassen. Doch gerade die Mittel mit Zusatznutzen stehen jetzt in der Kritik. Die Behörden in Frankreich haben entschieden, die Kosten für moderne Antibabypillen ab September 2013 nicht mehr komplett zu erstatten. Mehr als 30 Frauen dort beschuldigen Hersteller, für gesundheitliche Schäden verantwortlich zu sein. Auch in den USA haben mehr als 10.000 Frauen Klage eingereicht. Ursache der Bedenken ist ein besonders erhöhtes Risiko, gefährliche Blutgerinnsel (Thrombosen) zu entwickeln.

Um welche Antibabypillen drehen sich die Diskussionen?

Dass die Antibabypille das Thromboserisiko erhöht, ist bereits seit ihrer Einführung vor mehr als 50 Jahren bekannt. Die betroffenen Pillen bestehen aus einem Östrogen- und einem Gestagenanteil. Die Kombination der Sexualhormone unterdrückt den Eisprung, wirkt sich aber auch auf die Blutgerinnung aus.

Anfangs galten vor allem die enthaltenen Östrogene als problematisch. Mittlerweile wurde ihre Konzentration allerdings so stark abgesenkt, dass die Gestagenkomponente an Einfluss auf das Thromboserisiko gewonnen hat. Die verwendeten Gestagene variieren von Pille zu Pille - und mit ihnen schwankt auch das Thromboserisiko.

Dabei zeigten mehrere große Studien, dass die relativ neu entwickelten, modernen Gestagene der dritten und vierten Generation das Thromboserisiko deutlich stärker erhöhen als die früher entwickelten künstlichen Hormone der zweiten Generation. Alle haben eine ähnliche Wirkung auf die Verhütung. Der Fortschritt der moderneren Gestagene besteht vor allem darin, dass sie sich positiv auf das Hautbild oder das Gewicht auswirken sollen.

Die Klagewelle in den USA konzentriert sich vor allem auf Präparate der vierten Generation, die das Gestagen Drospirenon enthalten. In Deutschland gehören beispielsweise Yasmin/Yasminelle, Aida, Yaz und Petibelle dazu. Neben der verhütenden Wirkung entzieht Drospirenon dem Körper etwas Wasser und kann so das Gewicht senken.

In Frankreich werden die Behörden zudem die Erstattung der Kosten von Präparaten mit Gestagenen der dritten Generation reduzieren. Zu ihnen zählen unter anderem die Wirkstoffe Gestoden und Desogestrel. Verhältnismäßig sicher und gut verträglich gelten hingegen Präparate mit dem Gestagen Levonorgestrel, das bereits in den sechziger Jahren entwickelt wurde.

Wie hoch ist das Thromboserisiko der verschiedenen Antibabypillen?

Das Risiko, als junge Frau ein Blutgerinnsel zu entwickeln, ist generell sehr gering. Je nach Zusammensetzung der Antibabypille kann es um das Mehrfache steigen. Für gesunde Frauen, die sonst keine Thromboserisikofaktoren haben (also nicht rauchen und nicht übergewichtig sind) geht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) von folgenden Risiken aus:

Auch wenn die Blutgerinnsel nur selten auftreten, rät die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft dazu, das Thromboserisiko bei der Auswahl des Verhütungsmittels zu berücksichtigen. "Dies gilt besonders, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen", heißt es in einer Mitteilung der Bundesärztekammer. Vor allem bei den unter 30-jährigen Frauen sollten demnach bevorzugt lenovorgestrelhaltige Präparate eingesetzt werden. Eine Studie hatte in der Altersgruppe ein fast fünffach erhöhtes Thromboserisiko bei der Einnahme drospirenonhaltiger Präparate nachgewiesen.

Was sind weitere Risikofaktoren für Blutgerinnsel, wer sollte besonders aufpassen?

Neben der Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel erhöhen vor allem Rauchen, Übergewicht, das Alter und wenig Bewegung das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) rät Frauen, die Rauchen und Übergewicht haben, aus diesem Grund davon ab, drospirenonhaltige Verhütungsmittel einzunehmen. Eine weitere Rolle spielen genetische Faktoren, die die Blutgerinnung beeinflussen. Aus diesem Grund sollten Frauen vorsichtig sein, in deren Familie schon häufiger Thrombosefälle aufgetreten sind. Ebenfalls einen Einfluss haben verschiedene Krankheiten. Generell sind die Risiken bei Erstanwenderinnen und im ersten Behandlungsjahr am größten.

Wie hoch ist das Thromboserisiko anderer, hormoneller Verhütungsmitteln?

Zu den hormonellen Verhütungsmitteln zählen neben der Antibabypille auch Pflaster, kleine Stäbchen im Oberarm, Vaginalringe und Spiralen, die Hormone abgeben. Laut einer dänischen Studie erhöhen sie das Risiko, ein gefährliches Blutgerinnsel zu entwickeln, mitunter noch stärker als die Antibabypille.

Die Forscher hatten die Daten von rund 1,6 Millionen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass Hormonpflaster das Risiko eines Blutgerinnsels am meisten erhöhen, gefolgt vom Vaginalring. Erst dann kam die Antibabypille. Hormonröhrchen mit nur einem Hormon steigerten die Thrombosewahrscheinlichkeit nur leicht, die Spirale sogar gar nicht. Die Ergebnisse müssen allerdings noch von weiteren Studien bestätigt werden.

Was man über die Pille wissen sollte
Wie funktioniert die Pille?
Die eine Pille gibt es nicht. Auf dem Markt sind unterschiedliche Arten, die meistens zwei weibliche Geschlechtshormone enthalten, Östrogen und Gestagen. Moderne Pillen kommen mit deutlich niedrigeren Hormonmengen aus als das erste in Deutschland verfügbare Präparat "Anovlar" in den sechziger Jahren. Mittlerweile gibt es die Minipille, die nur Gestagene enthält. Einige dieser Minipillen müssen besonders exakt eingenommen werden, um verhütend wirken zu können.

Eine Schwangerschaft verhindern alle Pillenarten, indem sie den Eisprung verhindern, das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter erschweren und die Schleimhaut der Gebärmutter so verändern, dass ein befruchtetes Ei sich nicht einnisten kann.
Was sind Ein-, Zwei- und Dreiphasenpillen?
Am verbreitetsten sind Einphasenpillen. In einer Packung sind 21, 22 oder 28 Dragees enthalten. Bei Pillen mit 21 oder 22 Dragees enthält jede Pille die gleiche Hormonmenge, jeden Tag wird eine Pille genommen. Anschließend folgt eine Pause von sieben (21) oder sechs (22) Tagen, während der es zur Monatsblutung kommt, weil dem Körper die Hormone entzogen werden. Bei Pillen, die 28 Dragees in einer Packung enthalten, sind je nach Präparat die letzten vier, sechs oder sieben Pillen ohne Wirkstoff. 28 Pillen sind es nur, um Einnahmefehler zu vermeiden.

Bei Zwei- und Dreiphasenpillen sind die Mengen an weiblichen Geschlechtshormonen und das Mischungsverhältnis je nach Einnahmetag unterschiedlich. So soll der weibliche Zyklus nachgeahmt werden. Diese Pillen müssen unbedingt in der richtigen Reihenfolge eingenommen werden, sonst verhüten sie unter Umständen nicht zuverlässig.
Wie sicher verhütet die Pille?
Die Wirksamkeit verschiedener Verhütungsmittel vergleichen Mediziner mit Hilfe des Pearl-Indexes. Die Pille hat bei richtiger Anwendung einen Pearl-Index von unter 1, das heißt weniger als eine von hundert verhütenden Frauen wird innerhalb eines Jahres trotz Pille schwanger.

Entscheidend dafür, ob die Verhütung mit der Pille klappt, ist die korrekte Einnahme. Beginnt eine Frau, mit der Pille zu verhüten, wird das erste Dragee üblicherweise am ersten Zyklustag eingenommen, also dem ersten Tag der Monatsblutung. Von diesem Tag an verhütet die Pille. Der Schutz vor einer Schwangerschaft erstreckt sich auch über die Einnahmepause und die Monatsblutung.

Außer bei der Minipille ist eine vergessene Pille noch nicht schlimm, wenn sie innerhalb von zwölf Stunden noch genommen wird. Mehrere vergessene Dragees hintereinander allerdings gefährden den Verhütungsschutz. Erst nach einer durchgehenden Einnahme für sieben Tage besteht der Schutz erneut - solange müssen andere Verhütungsmethoden wie zum Bespiel Kondome verwendet werden.

Für die Minipille gilt: Die meisten Präparate müssen täglich in einem engeren Zeitfenster eingenommen werden als die normale Pille.
Wann wirkt die Pille nicht?
Immer dann, wenn eine Pilleneinnahme vergessen wurde - und bei normalen Pillen nicht innerhalb von zwölf Stunden nachgeholt wurde - ist der Empfängnisschutz gefährdet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet einen Online Schnelltest, der zeigt, ob die Verhütung noch gewährleistet ist.

Verschiedene andere Medikamente können trotz zuverlässig eingenommener Pille die Verhütung gefährden: Antibiotika, Abführmittel, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel und Epilepsiemedikamente. Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Johanniskraut machen die Pille unwirksam. Der Beipackzettel der Medikamente enthält Informationen über die Wechselwirkungen mit der Pille. Arzt und Apotheker sollten, wenn sie solche Wirkstoffe verschreiben bzw. verkaufen, darauf hinwiesen, dass für die Dauer der Einnahme und sieben Tage darüber hinaus zusätzlich zum Beispiel mit Kondomen verhütet werden muss.

Durchfall und Erbrechen können dazu führen, dass die Hormone aus der Pille nicht aufgenommen werden und der Verhütungsschutz so unterbrochen wird. Im Zweifelsfall sollte der Frauenarzt aufgesucht werden.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme, sexuelle Lustlosigkeit, Zwischen- und Schmierblutungen, Stimmungschwankungen und Spannungsgefühle in den Brüsten. Manchen Frauen hilft der Wechsel auf ein anderes Präparat.

Sehr seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen sind venöse Thrombosen und Lungenembolien. Thrombosen sind Blutgerinnsel, die vor allem in den tiefen Beinvenen entstehen und sich lösen können. Als Embolus wandern Gerinnsel in die Lungengefäße. Bei Frauen, die sonst keine Risikofaktoren für diese Krankheiten haben, bleibt das Risiko sehr gering: Während es normalerweise zu fünf bis zehn Fällen bei 100.000 Frauen in einem Jahr kommt, steigt das Risiko mit der Pille auf zwischen 20 und 40 Fällen, je nach Präparat.

Stärker erhöht ist das Embolie- und Thromboserisiko bei Raucherinnen und Frauen mit Gerinnungsstörungen. Auch das Herz-Kreislauf-Risiko steigt bei Frauen, die rauchen und die Pille nehmen. Ein unbehandelter Bluthochdruck treibt das Risiko weiter in die Höhe. Bei Diabetikerinnen muss der Frauenarzt individuell entscheiden, ob die Patientin mit der Pille verhüten kann.

Unter anderem wegen der möglichen Risiken durch andere Krankheiten auch bei Familienmitgliedern, etwa Bluthochdruck oder Herzinfarkte bei engen Verwandten, ist es wichtig, dass der Frauenarzt vor dem Verschreiben der Pille eine Anamnese erhebt. Frauen, die mit der Pille verhüten, sollten halbjährlich ihren Frauenarzt sehen.
Wer bezahlt die Pille?
Bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Pille. Danach muss die Verhütung aus der eigenen Tasche bezahlt werden.
Schwangerschaft nach der Pille?
Wird die Pille abgesetzt, kann die Frau sofort schwanger werden. In der Praxis dauert es gelegentlich einige Monate, bis der Körper seinen natürlichen Rhythmus wiederfindet und es zum Eisprung kommt.

Quelle: BZgA, DGGG
Alles zum Thema Pille und was man über das Verhütungsmittel wissen sollte, lesen Sie hier.

irb

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
1. optional
misomu 04.01.2013
Guter und informativer Artikel! Jedoch ein paar Anmerkungen: - Durchfall und Erbrechen sind nur innerhalb von 4 Stunden nach Pilleneinnahme verhütungsgefährdend, nicht grundsätzlich - "Eine Schwangerschaft verhindern alle [...]
Guter und informativer Artikel! Jedoch ein paar Anmerkungen: - Durchfall und Erbrechen sind nur innerhalb von 4 Stunden nach Pilleneinnahme verhütungsgefährdend, nicht grundsätzlich - "Eine Schwangerschaft verhindern alle Pillenarten, indem sie den Eisprung verhindern" stimmt so nicht ganz, außer der Cerazette verhindern Minipillen den Eisprung nicht! - Unter der Pille hat frau keine "Monatsblutung", sondern lediglich eine durch die Hormone hervorgerufene Abbruchblutung (und sagt daher z.B. auch nichts über eine etwaige Schwangerschaft aus)! - Es gibt auch schon eine 5-Phasen-Pille (Qlaira), bei der man je nach Phase auch 9 Tage zusätzlich verhüten muss, bis der Schutz wieder gewährleistet ist!
2. Nicht nur die Amerikaner
Tobasee2 04.01.2013
sind zu wenig informiert. Wenn ich hier Abiturientinnen mit Abschlußnote 1 befrage, stelle ich regelmäßig fest, das keine etwas über diese Risiken weiß. Es kommt nur der Kommentar: "Was? Die nehmen doch alle." Leitende [...]
sind zu wenig informiert. Wenn ich hier Abiturientinnen mit Abschlußnote 1 befrage, stelle ich regelmäßig fest, das keine etwas über diese Risiken weiß. Es kommt nur der Kommentar: "Was? Die nehmen doch alle." Leitende Angestellte des Bayer-Konzern wissen ebenso NICHTS über die Nebenwirkungen, bzw. wollen nichts wissen. Kritik wird generell als Frechheit eingestuft. Ansprechen von Klagen führt zu höhnischem Gelächter mit dem Spruch: "Das zahlen wir aus der Portokasse." Für mich sind viele der Pharma-Angestellten Halbkriminelle. Solange das Strafmaß nicht drastisch erhöht wird und die Macht der Lobbyisten gebrochen wird, geht es immer lustig so weiter wie bisher. Egal welcher Schaden verursacht wird. Ich weiß, von wem ich spreche.
3. Fachlich
cb81 04.01.2013
Einwandfreier Artikel, der sich insbesondere sehr sachlich mit dem abwägen des tatsächlichen Risiko im Vergleich zu anderen Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht auseinandersetzt. Die Anmerkungen von misomu kann ich noch [...]
Einwandfreier Artikel, der sich insbesondere sehr sachlich mit dem abwägen des tatsächlichen Risiko im Vergleich zu anderen Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht auseinandersetzt. Die Anmerkungen von misomu kann ich noch unterstützen. Eventuell sollten sie noch die primärliteratur der dänischen Studie etc. angeben. Ist ja auch im NEJM erschienen!
4. Ein persönliches Beispiel
adinasvenja 04.01.2013
Ich bin sehr überrascht und froh, dass nun auf dieses Thema aufmerksam gemacht wird. Ich selbst habe in meinem Familienkreis einen äußerst heftigen Schicksalschlag durch die Antibabypille erleben müssen. Es handelt sich um eine [...]
Ich bin sehr überrascht und froh, dass nun auf dieses Thema aufmerksam gemacht wird. Ich selbst habe in meinem Familienkreis einen äußerst heftigen Schicksalschlag durch die Antibabypille erleben müssen. Es handelt sich um eine entfernte Verwandte von. Vor etwas mehr als 1,5 Jahren (als sie 18 oder 19 war, mein jetztiges Alter) machte sie ihr Abitur. Danach fuhr sie - wie hier üblich - auf Abifahrt. Es ging in einer sehr langen Busfahrt in eines der typischen Abifahrtziele. Noch am Tag als zurück nach Hause kam, war sie alleine in ihrem Zimmer, während ihre Eltern unter ihr im Wohnzimmer waren. Diese hörten ein lautes Poltern und fanden ihre Tochter bewusstlos auf dem Boden liegend. Wie sich herausstellte, hatte sich ein Blutgerinsel, ausgelöst von der Pille, in ihrem Bein gebildet und war ins Gehirn gewandert, wo es einen Schlag auslöste. Ihr Gehirn blieb mehrere Minuten von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Als sie ihr Bewusstsein nach Wochen wiedererlangte, war sie ein Pflegefall. Sie konnte praktisch nichts ohne Hilfe. Trotzdem blieb ihr Verstand und ihre Intelligenz wie durch ein Wunder unbeschadet. Sie musste aber damit leben, dass sie alles um sich herum wie früher auffassen konnte, aber weder laufen, noch sprechen, noch alleine essen etc. Nach Monaten der Reha ist sie heute in der Lage, einigermaßen selbstständig klarzukommen. Noch immer hat sie jedoch im Minutentakt starke Zitteranfällen und sitzt weiterhin im Rollstuhl. Ich habe nach dem Vorfall meine Antibabypille sofort geändert - dabei stieß ich aber nur auf Spott und Unverständnis bei meinem Frauenarzt, der mich wie eine sture 3jährige behandelte und nur widerwillig umstellte. Ich bin froh, dass die Aufmerksamkeit so eventuell auf dieses Thema gelenkt wird.
5. optional
nolo 05.01.2013
Kann mich da nur anschließen; die Aufklärung seitens der Gynäkologen lässt wirklich oft zu wünschen übrig. Nach meiner Erfahrung (und auch im Bekanntenkreis) werden Risiken total heruntergespielt und verharmlost und man wird, wenn [...]
Kann mich da nur anschließen; die Aufklärung seitens der Gynäkologen lässt wirklich oft zu wünschen übrig. Nach meiner Erfahrung (und auch im Bekanntenkreis) werden Risiken total heruntergespielt und verharmlost und man wird, wenn man Bedenken äußert oder sich entschließt die Pille nicht mehr zu nehmen, belächelt und behandelt als sei man minderbemittelt. Zum Thema Risikofaktoren: Ich habe selbst auch eine erblich bedingte Gerinnungsstörung (Faktor 5 Leiden Mutation) und daher ein erhöhtes Thromboserisiko. Allerdings wusste ich bis vor wenigen Jahren noch nicht einmal, dass es das gibt; ich nahm die Pille und keiner meiner Frauenärzte wies bei "Beratungsgesprächen" auf solche Störungen hin. Natürlich kann einem keiner an der Nasenspitze ansehen, dass man das hat, aber eine genauere Aufklärung bzw. einfach der Hinweis und die Möglichkeit das testen zu lassen wäre gut. Sooo extrem selten ist es nämlich nicht und nicht immer gibts in der Familie schon einen Thromobsefall...

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

MEHR IM INTERNET

Verwandte Themen

Thrombosen: Gefährliche Blutgerinnsel

So entsteht eine Thrombose:
Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das sich meistens in den Venen bildet, aber auch in Arterien entstehen kann. Zunächst lagern sich Blutplättchen, die sogenannten Thrombozyten, zusammen. Dadurch wird die Gerinnungskaskade ausgelöst, bei der verschiedene Faktoren im Blut ausgeschüttet werden und ein Netz bilden, in dem sich weitere Blutkörperchen verfangen - das Blutgefäß verengt sich oder verstopft.
Auslöser und Risikofaktoren
Die Ursachen für eine Thrombose fassen Mediziner in der Virchowschen Trias zusammen: Gerinnungsstörungen (etwa durch Erbkrankheiten oder Medikamente), Änderungen der Flussgeschwindigkeit (durch Bettlägerigkeit, Schwangerschaft, Sitzen mit übergeschlagenen Beinen) und Schäden in der Gefäßwand (durch Verletzungen, Entzündungen oder Krebserkrankungen). Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Als weitere wichtige Risikofaktoren gelten Rauchen, Schwangerschaft, die Antibabypille, Tumorerkrankungen, Übergewicht und Bewegungsmangel etwa bei Krankheit oder bei Flugreisen.
Folgen
Je nachdem, wo die Thrombose entsteht, unterscheiden sich die Folgen. Bei der tiefen Venenthrombose, die häufig in den tiefen Bein- oder Beckenvenen lokalisiert ist, droht die Gefahr einer Lungenembolie. Dabei löst sich das Blutgerinnsel von der Venenwand und schießt mit dem Blutstrom durch die rechte Herzhälfte in die Lunge. Dort behindert sie die Durchblutung und damit die Aufnahme von Sauerstoff. Atemnot und Rechtsherzversagen können die Folge sein. Bei einer Thrombose und Entzündung in den oberflächlichen Venen sprechen Ärzte von einer Thrombophlebitis. Auch diese Form tritt häufig in den Beinen auf, die betroffene Stelle schwillt an, schmerzt und rötet sich. Arterielle Thrombosen entstehen immer dort, wo die Gefäßwand geschädigt ist oder sich arteriosklerotische Plaques bilden. Sie können ein Gefäß komplett verschließen und damit die Organdurchblutung unterbinden. Passiert das etwa in einer Halsschlagader, droht ein ausgedehnter Schlaganfall.
Vorbeugung und Therapie
Bewegung beugt einer Thrombose am besten vor. Einige Schwangere und bettlägerige Patienten tragen Kompressionsstrümpfe, damit die Venenwände in Form gehalten werden, dem Druck des Blutes nicht nachgeben und sich nicht weiten. Je nach Risikoprofil des Patienten für die Entstehung einer Thrombose, erhält er prophylaktisch Heparin, das bestimmte Gerinnungsfaktoren hemmt. Heparin wird auch zur Therapie einer bestehenden Thrombose eingesetzt, damit das Gerinnsel nicht weiter wächst. Außerdem müssen die Betroffenen Cumarin-Derivate einnehmen, die die Blutgerinnung hemmen. Gleichzeitig erhöhen sie aber auch die Blutungsgefahr etwa im Magen, Darm oder Gehirn, weswegen engmaschige Gerinnungskontrollen erforderlich sind.

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Gesundheit
RSS
alles zum Thema Antibabypille
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten