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KarriereSPIEGEL

Umfrage

Arbeitgeber sind mit Flüchtlingen meist zufrieden

Eine Studie stellt Deutschland überwiegend gute Noten für die Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt aus. Als größte Hürde gilt die Sprache.

AFP

Geflüchteter Syrer bei Porsche

Dienstag, 14.03.2017   13:59 Uhr

Es ist die große Mehrheit: 80 Prozent der Arbeitgeber, die in den vergangenen Monaten Flüchtlinge beschäftigt haben, sind mit deren Leistungen zufrieden. Das ergab eine Umfrage der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in 2000 Unternehmen.

Die größten Probleme bereitet demnach oft die Sprache. Von den Unternehmen, die von Schwierigkeiten berichteten, gaben rund 60 Prozent an, dass ihnen fehlende Deutschkenntnisse "erhebliche Schwierigkeiten" bereiteten. Die Hälfte der Arbeitgeber erwartet dabei bereits für geringqualifizierte Positionen mindestens gute Deutschkenntnisse. Wenn es um Facharbeiter geht, erwarten sogar 90 Prozent der Unternehmen entsprechende Sprachkenntnisse.

Die OECD-Studie kommt insgesamt zu dem Schluss, dass in Deutschland günstige Voraussetzungen für die Förderung der Arbeitsmarktintegration bestehen. Die Autoren führen dies auf die gute Arbeitsmarktlage zurück und darauf, dass Deutschland "relativ rasch" auf den starken Zuzug von Flüchtlingen reagiert und die Rahmenbedingungen angepasst habe.

"In der kommenden Zeit wird die Herausforderung darin bestehen, die häufig etwas isolierten ersten Integrationsmaßnahmen in eine koordinierte längerfristige Strategie einzubinden", heißt es in der Untersuchung. Dabei gehe es nicht nur um "berufsbezogene Sprachkenntnisse und Kompetenzen, sondern auch um die Kenntnis der Funktionsweise des Arbeitsmarkts".

"Da sind wir erst am Anfang"

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht die Integration der Flüchtlinge im Jobmarkt erst am Anfang. Sie sagte am Dienstag, mittlerweile erhielten rund 400.000 Menschen mit geklärtem Aufenthaltsstatus Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Sie sind also beschäftigungslos. Jeden Monat kämen viele SGB-II-Bezieher dazu.

Die Betroffenen absolvierten zunächst Sprach- und Integrationskurse, sagte Nahles. Die eigentliche Schwelle komme dann aber erst - die Integration auf den Arbeitsmarkt.

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ler/dpa

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