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KarriereSPIEGEL

Untersuchung zu überlangen Arbeitszeiten

Wenn die 48-Stunden-Woche normal ist

41,3 Stunden dauert die durchschnittliche Vollzeit-Arbeitswoche, bei 48 Stunden fangen überlange Arbeitszeiten an. Immerhin jeder neunte Arbeitnehmer in Vollzeit muss so lange ran - mit steigender Tendenz.

DPA

Überstundeneintrag im Kalender

Von
Mittwoch, 06.09.2017   18:00 Uhr

11,4 Prozent der Vollzeit-Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten 48 Stunden oder länger pro Woche - und verbucht damit regelmäßig überlange Arbeitszeiten. Das zeigt die Studie "Qualität der Arbeit - Geld verdienen und was sonst noch zählt", die das Statistische Bundesamt vorgestellt hat.

Dabei sind die Arbeitnehmer davon unterschiedlich betroffen. Es gibt mehrere entscheidende Faktoren:

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Was Vielarbeiter und die anderen Erwerbstätigen gemein haben: Ein großer Teil klagt über erhebliche Belastungen durch den Job, vor allem durch Termindruck. Durchschnittlich 40 Prozent aller Arbeitnehmer nehmen diesen Druck und die Intensität der Arbeit als Problem wahr.

Dabei liegt der Wert bei Männern mit 44 Prozent deutlich höher als bei Frauen (36 Prozent). Keine Unterschiede konnten die Arbeitsmarktforscher dagegen beim Blick auf verschiedene Branchen feststellen: Angestellte in der Anlagen- und Maschinenbedienung sowie im Handwerk leiden ähnlich stark unter einer zu hohen Termindichte.

Ein weiterer Befund der Studie: Die durchschnittliche Arbeitszeit der Voll- und Teilzeitbeschäftigten geht seit der Wiedervereinigung zurück. Kamen die deutschen Arbeitskräfte 1991 noch auf durchschnittlich 38,4 Wochenstunden, lag der Wert 2016 nur noch bei 35,1 Stunden - zwei weniger als im europäischen Durchschnitt.

Den Rückgang führen die Forscher auf die Zunahme der Teilzeitstellen zurück. Deren Anteil an den Jobs hat sich seit 1991 von 14 auf 28 Prozent verdoppelt. Während die Vollzeiter mit ihrer Arbeitsleistung von durchschnittlich 41,3 Stunden pro Woche im gleichen Zeitraum nahezu konstant blieben, senkten die zusätzlichen Teilzeitstellen den Durchschnittswert für alle Arbeitnehmer um über drei Stunden pro Woche ab.

mit Material von dpa

insgesamt 29 Beiträge
el_che 06.09.2017
1. Das muss sich ändern!
Die Agenda 2010 hat alles gemacht um Flexibilität für den Arbeitgeber zu schaffen. Leiharbeit wurde extrem gefördert, immer mit der Ausrede um Flexibel zu sein. Und was haben wir heute? Auch der Kündigungsschutz wurde [...]
Die Agenda 2010 hat alles gemacht um Flexibilität für den Arbeitgeber zu schaffen. Leiharbeit wurde extrem gefördert, immer mit der Ausrede um Flexibel zu sein. Und was haben wir heute? Auch der Kündigungsschutz wurde aufgeweicht. Auf diesen Grundlagen basieren hätte man gleichzeitig ein Überstunden Verbot wie in Schweden einführen müssen. Arbeit ist genug da, war auch in der Krise. Sie muss nur gerecht verteilt werden! Mit den Überstunden bzw. Mehrarbeit geht es nur um Gewinnmaximierung!!!
agtv 06.09.2017
2. wenn das Gehalt passt...
Interessant wäre, wie der Verdienst dieser Arbeitnehmer ist. Wenn es sich um Unternehmensberater, Anwälte oder Ärzte handelt, die auch ein deutlich überdurchschnittliches Gehalt beziehen passt es, dass auch mehr gearbeitet [...]
Interessant wäre, wie der Verdienst dieser Arbeitnehmer ist. Wenn es sich um Unternehmensberater, Anwälte oder Ärzte handelt, die auch ein deutlich überdurchschnittliches Gehalt beziehen passt es, dass auch mehr gearbeitet wird. Wenn es aber Geringverdiener sind, die das schlicht machen müssen um über die Runden zu kommen ist das ein Problem. Aber dass Führungskräfte und Selbstständige viel arbeiten ist keine Überraschung.
t-alex 06.09.2017
3. Das ist der entscheidende Punkt!
Wieso müssen denn die Arbeitszeiten so starr sein? Wer 35 Stunden arbeiten will, soll es dürfen, wer 48 Stunden arbeiten will, auch. Alles eine Frage des entsprechenden Gehalts. Dasselbe gilt übrigens auch für die [...]
Zitat von agtvInteressant wäre, wie der Verdienst dieser Arbeitnehmer ist. Wenn es sich um Unternehmensberater, Anwälte oder Ärzte handelt, die auch ein deutlich überdurchschnittliches Gehalt beziehen passt es, dass auch mehr gearbeitet wird. Wenn es aber Geringverdiener sind, die das schlicht machen müssen um über die Runden zu kommen ist das ein Problem. Aber dass Führungskräfte und Selbstständige viel arbeiten ist keine Überraschung.
Wieso müssen denn die Arbeitszeiten so starr sein? Wer 35 Stunden arbeiten will, soll es dürfen, wer 48 Stunden arbeiten will, auch. Alles eine Frage des entsprechenden Gehalts. Dasselbe gilt übrigens auch für die Lebensarbeitszeit; es mich würde mal interessieren, warum ein 67-jähriger nicht mehr arbeiten darf, auch wenn er will und seine Fähigkeiten erhalten hat. Da könnten die Gewerkschaften und Unternehmer noch sehr viel "kundenfreundlicher" werden.
freebird6 06.09.2017
4. irgendwas mit medien
Ich arbeite als Filmtechniker. Unser von Connect (Verdi) ausgehandelter Tarifvertrag sieht eine 50 Stunden Woche vor. Seit 35 Jahren arbeite ich in befristeten Anstellungen. Mittlerweile gibt es überall diese Befristungen, [...]
Ich arbeite als Filmtechniker. Unser von Connect (Verdi) ausgehandelter Tarifvertrag sieht eine 50 Stunden Woche vor. Seit 35 Jahren arbeite ich in befristeten Anstellungen. Mittlerweile gibt es überall diese Befristungen, früher waren wir die Exoten. Also, zieht euch warm an, die 50-Stunden-Woche kommt auch für euch !
Fraktale_Dimension 06.09.2017
5.
Da müssen sich eher bald Andere warm anziehen!
Zitat von freebird6Ich arbeite als Filmtechniker. Unser von Connect (Verdi) ausgehandelter Tarifvertrag sieht eine 50 Stunden Woche vor. Seit 35 Jahren arbeite ich in befristeten Anstellungen. Mittlerweile gibt es überall diese Befristungen, früher waren wir die Exoten. Also, zieht euch warm an, die 50-Stunden-Woche kommt auch für euch !
Da müssen sich eher bald Andere warm anziehen!

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