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KarriereSPIEGEL

Rat vom Jobcoach

Soll ich kündigen oder bleiben?

Mehr Druck, Ärger mit den Kollegen, weniger Motivation: Christiane, 37, fragt sich, ob sie das Unternehmen wechseln soll. Der Jobcoach hilft bei der Entscheidung - mit sechs entscheidenden Fragen.

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Frau im Büro (Symbolbild)

Eine Kolumne von
Samstag, 07.10.2017   08:39 Uhr
Christiane, 37, fragt:

Ich arbeite als Mathematikerin seit sechs Jahren in einer großen Versicherung. Anfangs war ich hochmotiviert, aber in den letzten Jahren ist der Arbeitsdruck ständig gewachsen, weil einige Stellen in der Abteilung nicht nachbesetzt wurden. Dadurch sind auch Konflikte mit den Kollegen entstanden. Daher spiele ich mit dem Gedanken, zu kündigen und mir etwas Neues zu suchen. Andererseits steht meine Branche unter Druck, Stellen werden abgebaut. Sollte ich trotzdem versuchen, das Unternehmen zu wechseln?

Hallo Christiane,

generell sollte ein Wechsel gut überlegt sein. Zunächst ist es dabei wichtig, den tatsächlichen Grund zu klären, warum Sie kündigen möchten. Um das herausfinden, kann es Ihnen helfen, die folgenden sechs Fragen für sich zu beantworten:

Grundsätzlich sollten Sie bei einem Jobwechsel sehr planvoll vorgehen und nicht überstürzt kündigen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, nutzen Sie Ihr Netzwerk und informieren Sie sich über Aufgabenfelder, die Sie interessieren. Führen Sie möglichst viele Gespräche mit potenziellen Arbeitgebern - und erst, wenn Sie einen neuen attraktiven Vertrag unterschrieben haben, legen Sie Ihrem Chef die Kündigung auf den Tisch.

Zum Autor

insgesamt 27 Beiträge
ice945 07.10.2017
1. Ich bin selber...
...Mathematikerin und konnte mir einen Job bei einer Versicherung nie wirlich vorstellen. Studienkollegen von mir finden den Job aber total super. Wenn es nur die Abteilung oder das Unternehmen, aber nicht die Arbeit im [...]
...Mathematikerin und konnte mir einen Job bei einer Versicherung nie wirlich vorstellen. Studienkollegen von mir finden den Job aber total super. Wenn es nur die Abteilung oder das Unternehmen, aber nicht die Arbeit im Allgemeinen ist, dann kann ein Wechsel zu einer anderen Versicherung sinnvoll sein, auch wenn die Branche gerade nicht auf Wachstumskurs ist. Als Frau könnte Christiane sogar bessere Chancen haben, denn die Unternehmen versuchen gerade vermehrt Frauen in Führungspositionen zu bringen. Und bei den Rückversicherern sieht es sowie so besser aus. Falls es an der Branche liegt: Für Mathematiker ist ein Branchenwechsel gar nicht so schwierig, da wir eh selten für unsere fachmathematischen Kenntnisse als mehr für unsere Problemlösekompetenzen eingestellt werden. Viele meiner Studienkollegen arbeiten heute auch als Berater (häufig IT) oder sind bei Branchenverbänden tätig (z.B. PKV-Verband, DAV, GDV und ähnliches). Mathematiker sind entgegen aller Klisches gute Netzwerker. Einfach mal umhören...
cedebe 07.10.2017
2. Problem verfehlt
der Artikel gejt am beschriebenen Problem vorbei. spannend wäre doch mal ein Rat, wie man als AN mit der beschriebenen Personalpolitik umgehen soll, wenn man dadurch schon zu dem Gedanken getrieben wird, den Job wechseln zu [...]
der Artikel gejt am beschriebenen Problem vorbei. spannend wäre doch mal ein Rat, wie man als AN mit der beschriebenen Personalpolitik umgehen soll, wenn man dadurch schon zu dem Gedanken getrieben wird, den Job wechseln zu wollen
vitalik 07.10.2017
3.
Wie meinen Sie das? Bestimmt der Beruf den Charakter eines Menschen? Ich bin in der IT Branche tätig und kenne tatsächlich viele, die Mathe studiert oder sogar promoviert haben, aber ein übermäßiges Maß an [...]
Zitat von ice945...Mathematikerin und konnte mir einen Job bei einer Versicherung nie wirlich vorstellen. Studienkollegen von mir finden den Job aber total super. Wenn es nur die Abteilung oder das Unternehmen, aber nicht die Arbeit im Allgemeinen ist, dann kann ein Wechsel zu einer anderen Versicherung sinnvoll sein, auch wenn die Branche gerade nicht auf Wachstumskurs ist. Als Frau könnte Christiane sogar bessere Chancen haben, denn die Unternehmen versuchen gerade vermehrt Frauen in Führungspositionen zu bringen. Und bei den Rückversicherern sieht es sowie so besser aus. Falls es an der Branche liegt: Für Mathematiker ist ein Branchenwechsel gar nicht so schwierig, da wir eh selten für unsere fachmathematischen Kenntnisse als mehr für unsere Problemlösekompetenzen eingestellt werden. Viele meiner Studienkollegen arbeiten heute auch als Berater (häufig IT) oder sind bei Branchenverbänden tätig (z.B. PKV-Verband, DAV, GDV und ähnliches). Mathematiker sind entgegen aller Klisches gute Netzwerker. Einfach mal umhören...
Wie meinen Sie das? Bestimmt der Beruf den Charakter eines Menschen? Ich bin in der IT Branche tätig und kenne tatsächlich viele, die Mathe studiert oder sogar promoviert haben, aber ein übermäßiges Maß an Kommunikationswillen (Netzwerken) konnte ich im Vergleich zu anderen Kollegen nicht feststellen.
Newspeak 07.10.2017
4. ...
Ich glaube, man kann das so allgemein nicht sagen. Unter Mathematikern wird es das gleiche breite Spektrum an Charakteren geben, wie ueberall sonst auch. Soziale Faehigkeiten korrelieren auch meiner Meinung bzw. Erfahrung nach [...]
Zitat von vitalikWie meinen Sie das? Bestimmt der Beruf den Charakter eines Menschen? Ich bin in der IT Branche tätig und kenne tatsächlich viele, die Mathe studiert oder sogar promoviert haben, aber ein übermäßiges Maß an Kommunikationswillen (Netzwerken) konnte ich im Vergleich zu anderen Kollegen nicht feststellen.
Ich glaube, man kann das so allgemein nicht sagen. Unter Mathematikern wird es das gleiche breite Spektrum an Charakteren geben, wie ueberall sonst auch. Soziale Faehigkeiten korrelieren auch meiner Meinung bzw. Erfahrung nach nicht mit der Fachrichtung, die man studiert. Den Beitrag an sich fand ich uebrigens sehr gut. Endlich mal ein Berater, der sachlich und praegnant antwortet und nicht das uebliche Beratersprech absondert. Ich finde, ein Punkt ist vielleicht noch hervorzuheben, der mir auch in diesem Fall zuzutreffen scheint. Gerade bei Akademikern kann der Unterschied zwischen der urspruenglichen Motivation (das, was einen fachlich interessierte/faszinierte/begeisterte), der Praxis im Studium (das, was man an Unis vermittelt bekommt), und der Praxis im Beruf (das, was wirklich im Beruf gefordert wird) gigantisch sein und grossen Anteil an Verunsicherung und Unzufriedenheit haben. Manchmal wird der Eindruck erweckt, auch eine akademische Ausbildung ist nur eine normale Ausbildung, nur laenger und spezieller. Ist sie aber nicht. Wer sich eine ganze Dekade seines Lebens oder laenger auf eine bestimmte Weise einem Thema verpflichtet und gewidmet hat, mit dem ist am Ende mehr passiert, als nur ein Zuwachs an Wissen und Faehigkeiten. Das verstehen Nichtakademiker meiner Erfahrung nach aber nur selten auf Anhieb. Das ist aber meiner Meinung nach nicht unwichtig, wenn man einen guten Rat geben will, oder auch einfach, wenn man selbst darueber nachdenkt (weil man sich dieses Unterschieds vielleicht selbst gar nicht bewusst ist, weil man es nicht anders kennt).
swenschuhmacher 07.10.2017
5.
Die Fragen dieses Personalleiters gehen doch völlig an der Realität vorbei. Die Frau hat kein Problem mit ihren Aufgaben, sondern mit dem immer größeren Arbeitsdruck durch die unbesetzten Stellen, der dann auch zu Konflikten [...]
Die Fragen dieses Personalleiters gehen doch völlig an der Realität vorbei. Die Frau hat kein Problem mit ihren Aufgaben, sondern mit dem immer größeren Arbeitsdruck durch die unbesetzten Stellen, der dann auch zu Konflikten unter Kollegen führt. Was sollen diese Fragen nach dem Sinn in der Tätigkeit oder der Leidenschaft für den Beruf? Es ist doch völlig offensichtlich, warum ein solcher Beruf ausgeübt wird: Er bringt gutes Geld, passt zum akademischen Hintergrund der Arbeitnehmerin und ist eine angenehme Bürotätigkeit ohne großen körperlichen oder psychischen Stress. Dieser psychische Stress scheint sich nun aber zu erhöhen und darum überlegt sie, zu kündigen. Das geht aus ihrer Frage ganz klar hervor und sicherlich will sie nicht für einen Hungerlohn Postbotin werden oder ihr Leben völlig umkrempeln. Aus persönlicher Erfahrung kann ich dazu nur sagen, dass eine Stellensuche ratsam ist. Konflikte unter Kollegen oder Chefs mit kleinen Macken wird es überall geben, aber die Arbeitsbelastung ist sehr unterschiedlich. Mit etwas Glück wird sie eine bessere Stelle finden und sogar auf ihr Gehalt kann sich ein Wechsel positiv auswirken.

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