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Umfrage

Frauen und Ostdeutsche bekommen seltener Weihnachtsgeld

Eine Frau in Teilzeit aus Ostdeutschland kann sich kaum Hoffnungen auf Weihnachtsgeld machen. Die Sonderzahlung ist ungleich verteilt. Neben Geschlecht und Wohnort ist auch die Branche entscheidend.

DPA

Schoko-Weihnachtsmänner

Dienstag, 07.11.2017   12:27 Uhr

Nur gut die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland kann sich in diesem Jahr auf Weihnachtsgeld freuen. 55 Prozent von ihnen bekommen diese Jahressonderzahlung, wie aus einer Onlinebefragung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht, an der sich 17.000 Beschäftigte beteiligt hatten. Mitarbeiter in nicht tarifgebundenen Betrieben, Frauen und Teilzeitbeschäftigte bekommen demnach besonders selten Weihnachtsgeld.

Laut der Umfrage erhalten rund drei Viertel aller Mitarbeiter in Betrieben mit Tarifvertrag Weihnachtsgeld, während der Anteil in Unternehmen ohne Tarifvertrag nur bei 44 Prozent liegt. "In nicht-tarifgebundenen Betrieben wird das Weihnachtsgeld zudem oft nur als freiwillige Zahlung geleistet, die vom Unternehmen wieder eingestellt werden kann", sagt Thorsten Schulten von der Hans-Böckler-Stiftung. In tarifgebundenen Betrieben hätten die Beschäftigten dagegen in der Regel Anspruch auf Weihnachtsgeld.

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Merkliche Unterschiede gibt es auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Westen bekommen 57 Prozent der Angestellten Weihnachtsgeld, in Ostdeutschland sind es nur 43 Prozent. Dort gibt es auch weniger Betriebe mit Tarifbindung. Auch Frauen bekommen die Sonderzahlung seltener: Hier sind es nur 49 Prozent, bei den Männern dagegen 58 Prozent. Auch befristet und Teilzeitbeschäftigte bekommen seltener Weihnachtsgeld als der Durchschnitt.

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Wie hoch das Weihnachtsgeld ausfällt, hängt auch von der Branche ab. Ein volles, zusätzliches Gehalt ist eher die Ausnahme. Ein vergleichsweise hohes Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der Chemieindustrie und in der Druckindustrie. Hier macht die Zahlung zwischen 95 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens aus.

koe/dpa/Reuters

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