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Studie

Kleinere Betriebe werden häufiger von Frauen geführt als große

Je größer das Unternehmen, desto seltener hat es eine Chefin. Aber die Chancen auf eine Führungsposition hängen laut einer Studie auch vom Wohnort und der Branche ab.

DPA

Frau in einem Berliner Büro

Dienstag, 14.11.2017   15:58 Uhr

Frauen sind in den Chefetagen deutscher Betriebe weiterhin unterrepräsentiert. Im vergangen Jahr wurde nur jedes vierte Unternehmen von einer Frau geführt, wie aus einer repräsentativen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, bei der 16.000 Betriebe in Deutschland befragt wurden.

Der Anteil der Frauen im Topmanagement ist demnach seit 2004 nur um zwei Prozentpunkte gestiegen. In der zweiten Führungsebene hat ihr Anteil dagegen um sieben Prozentpunkte zugenommen und liegt nun bei 40 Prozent.

Wie die Analyse zeigt, werden kleine Betriebe häufiger von Frauen geführt als große: In Großbetrieben mit mindestens 500 Beschäftigten lag deren Anteil in der ersten Führungsebene bei 13 Prozent, in Firmen mit zehn bis 49 Beschäftigten waren es 24 Prozent und in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern 28 Prozent. Chefinnen arbeiten am häufigsten in Dienstleistungsbranchen, etwa im Gesundheitssektor, Erziehung und Bildung.

Mehr Chefinnen in den neuen Bundesländern

In Ostdeutschland ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft höher als in Westdeutschland. In Ostdeutschland wird etwa jedes dritte Unternehmen von einer Frau geführt, im Westen ist es nur jedes vierte. Zum Vergleich: Der Beschäftigtenanteil von Frauen beträgt in Ostdeutschland 48 Prozent, in Westdeutschland 43 Prozent.

Viele Unternehmen haben laut der Studie den Handlungsbedarf erkannt: Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern bietet mindestens eine Maßnahme zur Chancengleichheit oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf an - am häufigsten bei der Arbeitszeitgestaltung.

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Chefinnen sind auch im öffentlichen Dienst unterrepräsentiert

Die Studie hat auch gezeigt, dass im öffentlichen Dienst jede dritte Führungsposition von einer Frau ausgeübt wird. Jedoch sind mehr als die Hälfte der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst weiblich. Gemessen am Beschäftigtenanteil sind Frauen deshalb im Öffentlichkeitssektor noch stärker unterrepräsentiert als in der Privatwirtschaft. Dabei gelten dort im Gegensatz zur Privatwirtschaft bereits seit vielen Jahren Gleichstellungsgesetze, die auch mehr Frauen in Führungspositionen bringen sollen.

koe/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
freigeistiger 14.11.2017
1. Unvollständig
Zu einer kompletten Betrachtung gehört, in wie weit der Lebenspartner oder die Familie dass unterstütz. Beispielsweise, ob ein Friseursalon sich nur deshalb trägt, weil der Mann mit seinem Einkommen die wirtschaftliche [...]
Zu einer kompletten Betrachtung gehört, in wie weit der Lebenspartner oder die Familie dass unterstütz. Beispielsweise, ob ein Friseursalon sich nur deshalb trägt, weil der Mann mit seinem Einkommen die wirtschaftliche Sicherheit bietet.
pace335 14.11.2017
2.
Meine Frau hat auch eine Podologiepraxis und ist Chefin, das wäre sie aber nicht ohne mein Geld
Meine Frau hat auch eine Podologiepraxis und ist Chefin, das wäre sie aber nicht ohne mein Geld
manbleibtman 14.11.2017
3. Im Öffentlichen Dienst
Ist es ja nur eine Frage der Zeit bis gar keine Männer mehr dort arbeiten. Dann werden die Damen automatisch in die Führungspositionen rutschen. Dann wird es lustig wenn 5 Frauen auf eine Führungsposition wollen.
Ist es ja nur eine Frage der Zeit bis gar keine Männer mehr dort arbeiten. Dann werden die Damen automatisch in die Führungspositionen rutschen. Dann wird es lustig wenn 5 Frauen auf eine Führungsposition wollen.
gbpa005 15.11.2017
4. Dieser Kommentar lässt so tief blicken
Aus diesem Kommentar spricht eine bestürzende Geringschätzung. Ich weiß gar nicht, wie eine solche Ehe stabil sein kann. Man kann Ihrer Frau nur raten: "Suche Dir lieber einen Mann, der Dich und Deine Leistungen [...]
Zitat von pace335Meine Frau hat auch eine Podologiepraxis und ist Chefin, das wäre sie aber nicht ohne mein Geld
Aus diesem Kommentar spricht eine bestürzende Geringschätzung. Ich weiß gar nicht, wie eine solche Ehe stabil sein kann. Man kann Ihrer Frau nur raten: "Suche Dir lieber einen Mann, der Dich und Deine Leistungen anerkennt und wertschätzt."
Cascara LF 15.11.2017
5. Ich frage mich immer...
...wie es Leute fertig bringen, aus wenigen Sätzen glauben alles einschätzen und beschreiben zu können. Da trifft eine Aussage auf Schubladendenken und wird passend gemacht. Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass hier keine [...]
Zitat von gbpa005Aus diesem Kommentar spricht eine bestürzende Geringschätzung. Ich weiß gar nicht, wie eine solche Ehe stabil sein kann. Man kann Ihrer Frau nur raten: "Suche Dir lieber einen Mann, der Dich und Deine Leistungen anerkennt und wertschätzt."
...wie es Leute fertig bringen, aus wenigen Sätzen glauben alles einschätzen und beschreiben zu können. Da trifft eine Aussage auf Schubladendenken und wird passend gemacht. Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass hier keine Wertschätzung existiert? Weil Sie es sich nicht vorstellen können, oder gibts dafür noch einen anderen Grund? Vielleicht hat der Herr seiner Ehefrau diese Praxis zum Start finanziert? Statt Geld von der Bank lieber Geld aus der Familie, ist günstiger. Aber wem käme so etwas schon in den Sinn?

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