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KarriereSPIEGEL

Liebe am Arbeitsplatz

Geliebte Kollegin

Es ist, was es ist, sagt die Liebe. Gern schlägt sie auch am Arbeitsplatz zu. Was, wenn Beruf und Privates verschmelzen? Wie kann man zugleich Partner und Chef sein? Er sagt, sie sagt - vier Paare sprechen über Konkurrenz, tuschelnde Mitarbeiter und Zoff im Job.

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Montag, 18.11.2013   10:29 Uhr

Florian Generotzky/ SPIEGEL JOB

Ihre Liebe begann im OP: Agnes Biechele, 24, studiert im zehnten Semester Medizin und arbeitet als technische Angestellte in einer Münchner Klinik. Dort hat sie während der Arbeit ihren Freund kennengelernt - Patrick Röder, 32, Arzt in der Unfallchirurgie.

Er sagt: "Das Krankenhaus ist ein Moloch von Klatsch und Tratsch. Jeder kennt diese Krankenhauspärchen, die nur noch sich selbst im Kopf haben. Die gehen einem auf den Keks. Wir haben unsere Beziehung nicht an die große Glocke gehängt, sondern alles ganz professionell gehalten. Da wird sich nicht lange angeschaut und auch nicht herumgeturtelt.

Wir haben schon gut zusammengearbeitet, als wir noch kein Paar waren. Jetzt traue ich ihr mehr zu: Sie ist in meinen Augen nicht mehr das kleine Studentenmäuschen, sondern meine Freundin, eine Medizinstudentin in einem hohen Semester. Die kann das! Im Notfall muss ich ihr Anweisungen geben, aber sonst blenden wir die vorgegebene Hierarchie aus. Auch wenn ich mehr Erfahrung im Job habe, gibt es keine Eifersüchteleien auf beruflicher Ebene zwischen uns. Durch ihr Studium ist sie viel näher dran an manchen Themen, die ich schon wieder vergessen habe.

Wir sind ein Klassiker, noch klischeehafter als wir ist nur die Konstellation Arzt und Schwester. Aber gleich und gleich gesellt sich eben gern. Von einem gewissen Alter an gibt es nur noch wenige andere Möglichkeiten, einen Partner zu finden. Man hängt den ganzen Tag in der Klinik ab und geht hinterher mit den Kollegen noch ein Bier trinken. So ist das."

Sie sagt: "Ich hatte immer diese 'Never fuck the company'-Mentalität. Aber weil alles so unerwartet passiert ist und die Gefühle wirklich stark waren, dachte ich mir: Was soll's? Wir sind mit unserer Beziehung nicht hausieren gegangen, die Kollegen haben peu à peu davon mitbekommen. Ich bin mir sicher, dass manche sagen: 'Wie klassisch: Der Arzt hat sich eine Studentin aufgerissen - oder andersrum.' Es mag auch welche geben, die ihn auch gern zum Freund hätten. Oder glauben, dass ich mich besonders fühle, weil ich mit einem Arzt zusammen bin. Die meisten freuen sich aber für uns.

Ich habe keine Angst vor einem gemeinsamen Dienst. Wir sind ein gutes Team, weil wir sehr eng zusammenarbeiten. Manchmal stört es mich, dass er alles besser kann, weil er so viel mehr Erfahrung im Beruf hat. Aber das sind Kleinigkeiten. Ein Partner aus dem gleichen Bereich hat mehr Verständnis für die langen Dienstzeiten und Nachtschichten. Außerdem erlebt man im Krankenhaus viel. Das schweißt zusammen und führt dazu, dass man sich sehr gut kennenlernt."


Dennis Williamson/ SPIEGEL JOB

Bevor Aicke Stein, heute 27, eingestellt werden konnte, mussten die Hotelchefs seine Frau um Erlaubnis fragen. Schließlich ging es darum, ob aus dem Bremerhavener Liebes- auch ein Kollegenpaar wird. Vanessa Stein, heute 29, hatte nichts dagegen, auch wenn die Kollegen allesamt zweifelten, ob man Beruf und Beziehung vermischen sollte. Drei Jahre später, im Sommer 2012, wurde Vanessa Stein Leiterin des Hotel-Service-Bereichs - und damit die Chefin ihres Mannes.

Sie sagt: "Er muss machen, was ich sage. Ganz am Anfang meiner Teamleitung habe ich ein kleines Konkurrenzdenken seinerseits gespürt. Manchmal habe ich Kleinigkeiten vergessen, die er mir dann vorwarf. Ich hatte das Gefühl, er wolle mich auflaufen lassen vor den Kollegen und austesten, ob ich für eine Führungsposition wirklich tauge. Das habe ich angesprochen, jetzt unterstützt er mich.

Wenn wir uns im Beruf mal zoffen, reden wir zu Hause noch einmal drüber, auch wenn man sich dadurch ein Stück Arbeit ins Haus holt. Sollten wir uns einmal trennen, wird er sich einen neuen Job suchen. Das haben wir von Anfang an ausgemacht. Eine Art Ehevertrag für die Arbeit. Mir ist es wichtig, die Dinge klar zu regeln. Wir wollen nicht, dass uns einmal äußere Umstände wie der Job dazu zwingen, zusammenzubleiben. Wir wollen zusammen sein, weil wir uns lieben.

Der große Vorteil am Zusammenarbeiten ist, dass ich seine Arbeitszeiten kenne. Ich weiß, was er wann macht, und kann ihn kontrollieren."

Er sagt: "Sie organisiert alles, arbeitet sehr strukturiert. Ich sehe das etwas lockerer. Aber es macht mir nichts aus, dass sie meine Vorgesetzte ist. Wenn mich etwas stört, sage ich ihr das. Ich kann mitunter auch sehr laut werden, vieles schlucke ich aber runter. Der Harmonie wegen.

Neid oder Konkurrenzdenken gibt es nicht. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit, das Gehalt ist in Ordnung, die Atmosphäre ist toll. Und ich habe noch Möglichkeiten aufzusteigen, meine Frau ist bereits am Ende der Karriereleiter. Es stört mich auch nicht, dass sie mehr verdient. Sie bezahlt dafür mehr. Früher war es andersherum, da habe ich mehr verdient und den Großteil der Kosten übernommen.

Wir tragen unsere privaten Streitigkeiten nicht bei der Arbeit aus. Wenn ich mit Arbeitskollegen über sie als Chefin lästere - ja, das passiert -, dann bleibt das immer beruflich. Haben wir Meinungsverschiedenheiten bei der Arbeit, will ich das nicht mit nach Hause nehmen und blocke dann ab. Sonst hätte ich ja irgendwann kein Privatleben mehr.

Das einzig Unangenehme am Zusammenarbeiten ist: Sie kennt meine Arbeitszeiten. Ich habe nicht mehr die Freiheit zu sagen, dass ich heute später nach Hause komme. Und wenn ich Mist baue, dann bekomme ich das direkt aufs Brot geschmiert. Sie ist strenger mit mir als mit den anderen Kollegen."


Dennis Williamson/ SPIEGEL JOB

Architekt Sven Grotheer, 34, steht in seinem Büro und hält seinen zehn Monate alten Sohn auf dem Arm, in der anderen Hand das Telefon. Seine Frau Friederike, Innenarchitektin und ebenfalls 34, kommt mit Töchterchen Grete aus dem Wohnzimmer, die Zweijährige serviert den Angestellten ihrer Eltern Schokokekse. 2010 haben die Grotheers geheiratet, sind - auf der Nordseeinsel Föhr - zusammengezogen und haben gleichzeitig zur Familie auch eine Firma gegründet. Seitdem gibt es in ihrem Leben keine Trennung mehr von Beruf und Privatem.

Sie sagt: "Die Verbindung von Job und Familie gehört zu unserem Image als Familienbetrieb dazu: Überall liegt Spielzeug herum, man geht auch mal mit Tragetuch zum Bauherrntermin. Der Beruf ist allgegenwärtig, das Privatleben fehlt völlig. Ich komme so gut wie nie raus, auch nicht auf die Baustellen wie Sven. Ich muss mir häufiger Auszeiten gönnen, meine Freundinnen treffen und ohne schlechtes Gewissen zum Pilates gehen.

Wir erleben gerade die wohl anstrengendste Zeit unseres Lebens. Alle sagen immer: Genieß es, solange die Kinder klein sind. Aber manchmal kommt alles auf einmal. Ich muss am Computer etwas fertigzeichnen, gleichzeitig ruft ein Bauherr an, obendrein wird ein Kind weinend wach. Dann habe ich Lust, alles hinzuschmeißen. Aber dann denke ich: Wer soll es denn sonst machen?

Trotzdem bereue ich die Entscheidung nie. Klar haben ein geregeltes Einkommen und feste Arbeitszeiten auch ihre Vorteile. Da wäre es einfacher, die Arbeit tatsächlich im Büro zu lassen. Aber das wird schnell eintönig. Sven und ich sind auf allen Ebenen ein Team. Über Architektur könnten wir uns den ganzen Tag unterhalten, das wird nie langweilig. Ich würde mit niemandem tauschen - vielleicht brauchte der Tag manchmal nur ein paar Stunden mehr."

Aus SPIEGEL JOB 1/2013

Er sagt: "Wir haben uns die Sache gut überlegt. Zweifel kamen nur, wenn wir Freunden davon erzählt haben. Da war die Reaktion fast immer: Oh, mein Gott! Sie fanden es problematisch, Beruf und Privates nicht mehr zu trennen. Natürlich wird das Privatleben jetzt vom Job stärker beeinflusst als vorher, das liegt an der Selbständigkeit an sich. In drei Jahren hatten wir einmal Urlaub. Aber das empfinden wir nicht als Einschränkung. Als Angestellte hat man immer auf das Wochenende oder den Urlaub hingefiebert, jetzt ist die Arbeit das Hauptziel. Klar würde ich gern öfter surfen gehen, aber das ist eben nicht möglich.

Eine Hierarchie gibt es nicht zwischen uns. Beruflich trete ich mehr als Chef auf, aber nicht gegenüber meiner Frau, sondern vor meinen Angestellten. Ich arbeite Vollzeit und Rike nur Teilzeit, da sie sich mehr um die Kinder kümmert.

Zwar ist die Insel Föhr ein Mikrokosmos, jeder kennt jeden. Aber auch in einem großen Büro in einer Großstadt bewegt man sich immer im gleichen Umfeld. Mir ist die Insel groß genug, durch den Tourismus bekommt man genug fremde Gesichter zu sehen. Alles in allem ist mein Leben besser, als ich es mir je vorgestellt habe."


Corbis

Lena Maler, 24, war gerade eine Woche bei der Internetfirma, als sie nach einer Partynacht zum ersten Mal mit ihrem Kollegen, dem Marketingmanager Marc Roth, 33, nach Hause ging. Damit bei der Arbeit niemand etwas merkt, erfanden sie wilde Lügengeschichten. Ein Jahr später ist aus der Affäre eine feste Beziehung geworden, die beiden sitzen sich im Büro gegenüber - ihr Chef wie auch die meisten Kollegen wissen noch immer von nichts. Darum sind die Namen der beiden geändert.

Er sagt: "Ich war immer streng dagegen, Privates und Beruf zu vermischen. Mittlerweile verbringe ich jedoch viel Zeit bei der Arbeit, habe Freunde unter meinen Kollegen und sehe das nicht mehr so eng. Ich verstehe aber nicht, wie sich Paare offen bei der Arbeit ausleben können. Wir arbeiten sehr eng mit unserem Chef zusammen, im Dreierteam, er vertraut uns. Für ihn wäre unser Outing ein Schlag ins Gesicht, weil sich das berufliche Verhältnis verschieben würde.

Mich wundert, dass es noch nicht mehr Leute bemerkt haben. Die Beziehung von der Arbeit fernzuhalten ist weniger schwierig als andersherum. Das kann aber auch von Vorteil sein: Wenn wir etwas wollen, sprechen wir uns ab und bekommen unsere Vorstellungen schneller durchgesetzt.

Wir kommunizieren auf der Arbeit per Messenger und schreiben uns auch Nachrichten wie: 'Du kannst heute Abend auf der Couch schlafen, wenn du das nicht so machst, wie ich es gern hätte.' Natürlich immer mit einem Augenzwinkern. Aber neulich haben wir zwei Tage nicht miteinander geredet, weil wir uns auf der Arbeit nicht grün waren."

Sie sagt: "Weil es mein erster großer Job war, dachte ich: Du kannst doch nichts mit deinem Kollegen anfangen. Zwei Monate nachdem wir uns kennengelernt hatten, wurde Marc auch in mein Team versetzt. Plötzlich waren wir im selben Büro. Ich hatte Angst, das könnte total seltsam werden. Aber es hat meinen Job und mein Privatleben bereichert. Die enge Zusammenarbeit hat uns erst die Möglichkeit gegeben, einander richtig gut kennenzulernen.

Wir halten die Beziehung im Büro geheim, weil wir als gleichwertige Mitarbeiter angesehen werden wollen. Die Kollegen und der Chef würden in jede geschäftliche Diskussion, die bei uns sehr leidenschaftlich sein kann, etwas Persönliches hineininterpretieren.

Die Geheimniskrämerei ist anstrengend: Wir haben am Anfang immer getrennt das Büro verlassen und zehn Minuten an der U-Bahn auf den anderen gewartet. Aber wir haben im Kollegenkreis viele Freunde, unternehmen auch in der Freizeit viel zusammen. Da wurde es uns irgendwann zu blöd, uns ständig zu verstellen. Drei Kollegen haben wir eingeweiht, die lügen fleißig für uns mit. Das ist ein schwieriger Spagat: Man hat ständig Angst, dass sich jemand verplappert."

insgesamt 35 Beiträge
ohminus 18.11.2013
1. Problematisch sind da schon einige Situationen....
...denn wenn ein Partner Vorgesetzter des anderen ist, dann beurteilt er/sie die Leistungen des Partners evtl. nicht so unabhängig, wie es eigentlich sein sollte. Gleich der erste "Chef" gibt das ja auch zu: "Sie [...]
...denn wenn ein Partner Vorgesetzter des anderen ist, dann beurteilt er/sie die Leistungen des Partners evtl. nicht so unabhängig, wie es eigentlich sein sollte. Gleich der erste "Chef" gibt das ja auch zu: "Sie ist in meinen Augen nicht mehr das kleine Studentenmäuschen, sondern meine Freundin, eine Medizinstudentin in einem hohen Semester. Die kann das!" - ob er das nun auch bei anderen Medizinstudenten und -studentinnen so sieht? Ich halte es für sinnvoller, die Hierarchie "auszublenden" in dem man zusieht, dass keine Hierarchie vorliegt. Alles andere ist unfair gegenüber anderen Mitarbeitern.
beegee 18.11.2013
2. Was passiert nach der Trennung?
"Steck Deinen Füller nie in die Bürotinte." Das mag ja alles noch einigermaßen gut gehen, wenn es auch in der Beziehung gut läuft. Aber was passiert, wenn man sich trennt, sich spinnefeind wird?
"Steck Deinen Füller nie in die Bürotinte." Das mag ja alles noch einigermaßen gut gehen, wenn es auch in der Beziehung gut läuft. Aber was passiert, wenn man sich trennt, sich spinnefeind wird?
Rockaxe 18.11.2013
3. Das
letzte Beispiel zeigt sehr gut auf, zu welchen (zum Teil nicht nachvollziehbaren) Problemen es kommen kann. Vor allem wenn beide innerhalb einer Abteilung arbeiten und ggf. rangmäßig nicht gleichgestellt sind. Zudem ist [...]
Zitat von sysopFrauke Thielking/ SPIEGEL JOBEs ist, was es ist, sagt die Liebe. Gern schlägt sie auch am Arbeitsplatz zu. Was, wenn Beruf und Privates verschmelzen? Wie kann man zugleich Partner und Chef sein? Er sagt, sie sagt - vier Paare sprechen über Konkurrenz, tuschelnde Mitarbeiter und Zoff im Job. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/liebe-am-arbeitsplatz-a-931003.html
letzte Beispiel zeigt sehr gut auf, zu welchen (zum Teil nicht nachvollziehbaren) Problemen es kommen kann. Vor allem wenn beide innerhalb einer Abteilung arbeiten und ggf. rangmäßig nicht gleichgestellt sind. Zudem ist es schwer die Arbeit und deren Probleme im Privaten auszublenden. Das größte Problem ist aber, wenn die Beziehung auseinander geht. Dann steht man vor dem Scherbenhaufen der Beziehung muss aber (bei einer Heimlichkeit) so tun als ob alles im grünen Bereich wäre. Unter dem Strich leidet so die (eigene) Psyche und die Arbeitsleistung. Dessen sollte man sich immer bewusst sein wenn man sich auf ein solches Spiel einlässt. Bei dem Architektenpaar sieht das etwas anders aus, da hier 2 verschiedene Varianten (Innenarchitektin und Architekt) zusammenspielen und das Paar wohl länger zusammen ist. Bei Beispiel 1 müssen die beiden sehen was nach beendigtem und erfolgreich abgeschlossenen Studium der jungen Dame passiert. Ob sie dann wirklich in dem gleichen Krankenhaus weiter tätig ist bleibt dann abzuwarten.
mm71 18.11.2013
4.
Ebenso nicht ganz ohne, wenn ein Partner aufgrund seiner Stelle über Wissen verfügt, über das der andere nichts wissen darf. In der Personalabteilung etwa, wo man alle Gehälter kennt oder als Assistentin der [...]
Zitat von ohminus...denn wenn ein Partner Vorgesetzter des anderen ist, dann beurteilt er/sie die Leistungen des Partners evtl. nicht so unabhängig, wie es eigentlich sein sollte. Gleich der erste "Chef" gibt das ja auch zu: "Sie ist in meinen Augen nicht mehr das kleine Studentenmäuschen, sondern meine Freundin, eine Medizinstudentin in einem hohen Semester. Die kann das!" - ob er das nun auch bei anderen Medizinstudenten und -studentinnen so sieht? Ich halte es für sinnvoller, die Hierarchie "auszublenden" in dem man zusieht, dass keine Hierarchie vorliegt. Alles andere ist unfair gegenüber anderen Mitarbeitern.
Ebenso nicht ganz ohne, wenn ein Partner aufgrund seiner Stelle über Wissen verfügt, über das der andere nichts wissen darf. In der Personalabteilung etwa, wo man alle Gehälter kennt oder als Assistentin der Geschäftsleitung etc. Hier sollten erstens die Partner untereinander vereinbaren, wie man damit umgeht, also dass im Zweifelsfall der eine tatsächlich Geheimnisse vor dem anderen haben darf. Und zweitens muss man sich überlegen, wie und wann man es zumindest den betroffenen Vorgesetzten sagt. Es birgt aber das Risiko, dass der "Geheimnisträger" dadurch Nachteile erleidet.
Zaunsfeld 18.11.2013
5.
Bei Arbeitsplatzbeziehungen gibt es eigentlich nur zwei schwerwiegende Probleme. Die haben es dafür in sich. Das erste Problem ist, wenn der eine der direkte Vorgesetzte des anderen ist. Das gibt praktisch fast immer Probleme [...]
Bei Arbeitsplatzbeziehungen gibt es eigentlich nur zwei schwerwiegende Probleme. Die haben es dafür in sich. Das erste Problem ist, wenn der eine der direkte Vorgesetzte des anderen ist. Das gibt praktisch fast immer Probleme mit den anderen Mitarbeitern dieser Abteilung, da sie sich vom Chef immer ungerechter behandelt fühlen werden wie dessen Partner. Und das zweite Problem ist: Was passiert, wenn diese Beziehung mal auseinander geht? Und das dürfte wohl der Regelfall sein. Dann sieht man seine(n) Ex vielleicht jeden Tag permanent in der Abteilung an der Arbeit. Und wenn der Ex auch noch der direkte Vorgesetzte ist, dann kann sich das für den Untergebenen zur Hölle entwickeln. Da hilft dann nur ein kompletter Arbeitsplatzwechseln oder wenigstens ein Abteilungswechsel. Ein Abteilungswechsel mag in großen Firmen noch möglich sein, aber in kleinen oder mittleren Firmen hilft dann nur noch ein Komplettwechsel. Das Fazit bleibt: Beruf und Beziehung möglichst immer trennen.

Aus SPIEGEL JOB 1/2013

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