25.05.2012
Bachelor-Abschlüsse in Europa
"Master-Abgänger haben mehr Biss"
Protokolle: Britta Mersch
Mehr Studienzeit, mehr Führungsstärke? Viele niederländische Chefs glauben das
In Deutschland lief die Reform lange schleppend, die meisten Studiengänge sind inzwischen umgestellt. Reibungslos klappt das Studieren jedoch noch lange nicht. Studenten berichten von zu vielen Prüfungen, zu vollen Stundenplänen und finden zu wenig Zeit, um ins Ausland zu gehen. Studentenvertreter fordern deshalb schon lange, dass die Hochschulen nachbessern müssen.
Vor allem um den Jobeinstieg machen sich viele Sorgen. Sie fragen sich, ob sie die Personalchefs auch mit dem Bachelor überzeugen können. Denn so war es ja eigentlich geplant: Die Studenten machen den Bachelor, starten also nach sechs Semestern in den Beruf und hängen vielleicht später noch den Master dran, um sich weiterzuqualifizieren.
Ob Bachelor oder Master: Viele spüren die Krise
Doch die Rechnung geht nicht auf. Ein Problem, mit dem deutsche Studenten nicht allein dastehen. Auch in vielen anderen Ländern fordern Unternehmen den Master-Abschluss, ein problemloser Einstieg mit Bachelor gelingt nur selten. Viel mehr sorgen sich die Absolventen aber wegen der Wirtschaftskrise. Denn in vielen Ländern ist unsicher, ob Akademiker im Moment überhaupt einen Job finden.
KarriereSPIEGEL hat bei Studentenvertretern aus unterschiedlichen europäischen Ländern nachgefragt, wie sie die Situation in ihren Ländern beurteilen. Welche Jobchancen haben Absolventen mit dem Bachelor? Wollen Studenten - wie in Deutschland - am liebsten noch den Master machen? Und wie steht es generell um die Jobchancen von Akademikern?
Von ihren Einschätzungen berichten drei Mitarbeiter des europäischen Studentennetzwerks AEGEE, die aus Lettland, Spanien und Estland stammen. Die Vertreter aus den Niederlanden und der Slowakei studieren noch und beobachten den Bologna-Prozess. Sie gehörten zur Delegation ihres Landes bei der letzten Bologna-Konferenz, die dieses Jahr im April in Bukarest stattgefunden hat.
