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25.05.2012
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Bachelor-Abschlüsse in Europa

"Master-Abgänger haben mehr Biss"

Protokolle: Britta Mersch

Der Slowake Juraj vermisst beim Bachelor den Bezug zur Praxis. Alma aus Lettland dagegen würde im Traum nicht auf Master studieren. 47 Staaten reformieren ihre Unis, ähnlich wie Deutschland. Fünf internationale Bologna-Absolventen berichten.

Mehr Studienzeit, mehr Führungsstärke? Viele niederländische Chefs glauben das
Corbis

Mehr Studienzeit, mehr Führungsstärke? Viele niederländische Chefs glauben das

Diploma Supplement, ECTS-Punkte oder Mobilitätsfenster - noch vor ein paar Jahren waren das Fremdwörter für Professoren und Verwaltungsangestellte von Universitäten und Fachhochschulen. Heute helfen diese Neuerungen dabei, Studieninhalte europaweit vergleichbar zu machen. So sieht es der Bologna-Prozess vor, der seit 1999 läuft. Damals verabredeten die Bildungsminister von 29 europäischen Staaten, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Inzwischen machen 47 Staaten mit.

In Deutschland lief die Reform lange schleppend, die meisten Studiengänge sind inzwischen umgestellt. Reibungslos klappt das Studieren jedoch noch lange nicht. Studenten berichten von zu vielen Prüfungen, zu vollen Stundenplänen und finden zu wenig Zeit, um ins Ausland zu gehen. Studentenvertreter fordern deshalb schon lange, dass die Hochschulen nachbessern müssen.

Vor allem um den Jobeinstieg machen sich viele Sorgen. Sie fragen sich, ob sie die Personalchefs auch mit dem Bachelor überzeugen können. Denn so war es ja eigentlich geplant: Die Studenten machen den Bachelor, starten also nach sechs Semestern in den Beruf und hängen vielleicht später noch den Master dran, um sich weiterzuqualifizieren.

Ob Bachelor oder Master: Viele spüren die Krise

Doch die Rechnung geht nicht auf. Ein Problem, mit dem deutsche Studenten nicht allein dastehen. Auch in vielen anderen Ländern fordern Unternehmen den Master-Abschluss, ein problemloser Einstieg mit Bachelor gelingt nur selten. Viel mehr sorgen sich die Absolventen aber wegen der Wirtschaftskrise. Denn in vielen Ländern ist unsicher, ob Akademiker im Moment überhaupt einen Job finden.

KarriereSPIEGEL hat bei Studentenvertretern aus unterschiedlichen europäischen Ländern nachgefragt, wie sie die Situation in ihren Ländern beurteilen. Welche Jobchancen haben Absolventen mit dem Bachelor? Wollen Studenten - wie in Deutschland - am liebsten noch den Master machen? Und wie steht es generell um die Jobchancen von Akademikern?

Von ihren Einschätzungen berichten drei Mitarbeiter des europäischen Studentennetzwerks AEGEE, die aus Lettland, Spanien und Estland stammen. Die Vertreter aus den Niederlanden und der Slowakei studieren noch und beobachten den Bologna-Prozess. Sie gehörten zur Delegation ihres Landes bei der letzten Bologna-Konferenz, die dieses Jahr im April in Bukarest stattgefunden hat.

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insgesamt 2 Beiträge
1. Wahlmöglichkeit
der_pirat 28.05.2012
Ich habe mich lange innerlich gegen Bachelor/Master geperrt, weil ich selbst immer erst dann zufrieden war, wenn ich alles erreicht hatte - einschl. Promotion. Aber die Menschen sind unterschiedlich und viele sind auch mit [...]
Ich habe mich lange innerlich gegen Bachelor/Master geperrt, weil ich selbst immer erst dann zufrieden war, wenn ich alles erreicht hatte - einschl. Promotion. Aber die Menschen sind unterschiedlich und viele sind auch mit "weniger" zufrieden und das ist gut so. Mit den neuen Abschlüssen herrscht aus meiner Sicht mehr Transparenz.
2. Zu Svea, Den Haag: Hogeschool ist nicht FH!
junkievillage 28.05.2012
Auch wenn Bologna und Lissabon-Konvention die Gleichstellung der tertiären Bildung formal zu Papier gebracht haben: Sveas "Bachelor of Public Management" der Hogeschool Den Haag (sie ist keine Universität!) ist ein [...]
Auch wenn Bologna und Lissabon-Konvention die Gleichstellung der tertiären Bildung formal zu Papier gebracht haben: Sveas "Bachelor of Public Management" der Hogeschool Den Haag (sie ist keine Universität!) ist ein Abschluss, der leider nicht dem der Universitäten gleichgestellten, akademischen Abschluss der deutschen FHs ("Bachelor of Arts" oder "Bachelor of Science") entspricht - http://www.thehagueuniversity.com/bachelor-studies/bachelor-degree-programmes/public-management/programme-feature . In den Niederlanden sind Hogescholen nämlich keine den Universitäten gleichgestellten Einrichtungen, sondern dienen der höheren beruflichen Bildung ("Hoger Beroeps Onderwijs") und sind bewusst nicht wissenschaftlich ausgerichtet oder fundiert. Sie dürfen keine Professoren berufen und verfügen meist nur im einstelligen Prozentbereich über promovierte Dozenten. Aus Imagegründen dürfen sie sich dennoch inzwischen "University of Applied Sciences" nennen... Aufgrund der nicht gegebenen Gleichstellung werden Bachelor-Absolventen der Hogescholen auch nicht ohne mind. einjährigen "Pre-Master" (zum Aufholen der Wissenschaftlichkeit) zum Masterstudium von einer niederländischen Universität zugelassen. Im eigenen Lande wird das dort so scharf unterschieden! Auch in Deutschland merken die Hochschulen und die Arbeitgeber immer mehr, dass seit Bologna keine Niveau-Gleichheit gegeben ist. Dennoch strömen Jahr für Jahr -zigtausende Deutsche an die niederländischen Hogescholen, wo sie aber keinen dem deutschen Hochschulsystem tatsächlich gleichwertigen Abschluss erlangen können. Dieses Problem sollte der Spiegel m. E. investigativ aufgreifen und recherchieren, wie vergleichbar die Studienangebote und -abschlüsse in Europa in welchen der jeweiligen Systeme denn wirklich sind. Ein gleich oder ähnlich klingender Abschluss besagt nämlich nach wie vor gar nichts, wenn Ausrichtung und Substanz so verschieden sind.

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