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KarriereSPIEGEL

Ausbildungsmarkt

Mehr Lehrstellen, mehr Azubis

In Deutschland haben mehr Menschen eine Ausbildung angefangen als noch im Vorjahr. Dennoch: Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht.

DPA

Auszubildende in der Bauwirtschaft in Esslingen (Baden-Württemberg)

Mittwoch, 13.12.2017   18:13 Uhr

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist in diesem Jahr leicht gestiegen. Bis zum Stichtag am 30. September haben 523.000 Azubis einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Das sind 3000 mehr als im Vorjahr, wie das Bundesbildungsministerium mitteilte. Das größte Wachstum entfiel auf die Branchen Öffentlicher Dienst, Industrie und die freien Berufe. Demnach entschieden sich vor allem mehr junge Männer für eine Ausbildung.

Die Zahl der neuen weiblichen Lehrlinge ist dagegen erstmals unter 200.000 gefallen. Gleichzeitig gibt es auch weniger außerbetriebliche Ausbildungsverträge, mit denen der Staat benachteiligten jungen Menschen hilft. Ihre Zahl ist um 8,7 Prozent auf 15.900 gefallen.

Besonders in Sachsen gibt es im Vergleich zum Vorjahr mehr neue Ausbildungsverträge. Hier lag das Plus bei 5,4 Prozent, gefolgt von Thüringen mit 3,3 Prozent. Schlusslicht ist dagegen das Saarland. Dort sank die Zahl der neuen Azubis um 5,8 Prozent. Ähnlich sieht es in Sachsen-Anhalt aus mit einem Rückgang von 4,2 Prozent.

"Noch nie waren die Chancen so gut"

Nicht nur die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist gestiegen, sondern auch die Nachfrage. Vor allem die nach Deutschland geflüchteten Menschen interessieren sich demnach für eine Ausbildung. So registrierte die Bundesagentur für Arbeit 26.400 Flüchtlinge und Migranten, die 2017 eine Berufsausbildung aufnehmen wollten und auch die Voraussetzungen hierfür mitbrachten.

Noch stärker als die Nachfrage wuchs jedoch das Angebot an Ausbildungsplätzen. Auch deshalb blieben bis Ende September noch 48.900 Ausbildungsplätze unbesetzt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wertete die Zahlen dennoch als Erfolg.

"Das Werben um die berufliche Bildung trägt Früchte bei den jungen Menschen", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Etwa 33.000 Schüler weniger als im Vorjahr hätten die allgemeinbildenden Schulen verlassen. Dennoch sei die Zahl der Lehrverträge gestiegen. "Noch nie waren die Chancen für junge Menschen so gut, einen Ausbildungsplatz zu finden", sagte auch Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

koe/dpa/Reuters

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