Schrift:
Ansicht Home:
KarriereSPIEGEL

Miese Jobstarts

"Schau dir halt auf YouTube an, wie das geht"

Der eine wird mit 30 Kindern alleingelassen, die andere erschrickt über Blutflecken auf dem Büroteppich. Hier erzählen SPIEGEL-ONLINE-Leser von kuriosen Starts in neue Jobs.

Getty Images

Symbolbild

Montag, 09.07.2018   04:35 Uhr

Alina hatte nicht viel Erfahrung im Onlinemarketing, wurde aber trotzdem eingestellt. Vom ersten Tag an sollte sie eigenständig Aufgaben übernehmen. Niemand half ihr, niemand beantwortete ihre Fragen. Sie hörte lediglich den Spruch: "Schau dir halt auf YouTube an, wie das geht."

Und nicht nur sie hatte einen schlechten Start in einen neuen Job - auch Dutzende andere Leser von SPIEGEL ONLINE. Sie haben uns gemailt, was sie erlebt haben. Eine erste Auswahl veröffentlichten wir Ende Mai, eine zweite folgte Mitte Juni. Seither haben uns weitere haarsträubende Zuschriften erreicht. Hier ist Teil drei der miesen Jobstarts:

kha

insgesamt 8 Beiträge
dbeck90 09.07.2018
1. Ist normal
In technischen Berufen ist das fast normal. Learning by doing. Entweder man sitzt rum und macht gar nix weil eh keiner für einen Zeit hat, wird dann irgendwann gefeuert und geht zum nächsten Arbeitgeber, oder man fragt nach [...]
In technischen Berufen ist das fast normal. Learning by doing. Entweder man sitzt rum und macht gar nix weil eh keiner für einen Zeit hat, wird dann irgendwann gefeuert und geht zum nächsten Arbeitgeber, oder man fragt nach Arbeit - und wenns nur Akten sortieren ist - und ließt sich in alles selbst ein, schaut den Kollegen über die Schulter, bis man eigene Aufgaben übernehmen kann. Ohne eigenes Zuspiel wäre jeder meiner Jobstarts eine Katastrophe geworden.
LorenzSTR 09.07.2018
2. Toll
Was für eine schöne, neoliberale Arbeitswelt wir heute doch haben. Asozial durch und durch, der Mensch als reine Verfügungsmasse. Das ist wohl die Freiheit, von der immer alle reden. Die ArbeitnehmerInnen machen auch brav mit - [...]
Was für eine schöne, neoliberale Arbeitswelt wir heute doch haben. Asozial durch und durch, der Mensch als reine Verfügungsmasse. Das ist wohl die Freiheit, von der immer alle reden. Die ArbeitnehmerInnen machen auch brav mit - bleibt vielen ja auch nichts anderes übrig. Der angebliche Fachkräftemangel wird übrigens schon anhand solcher Berichte entkräftet.
Ein_denkender_Querulant 09.07.2018
3. Wo ist das Problem?
Wenn man 13 Schuljahre und 5 Jahre Studium hinter sich hat, sind das 18 Jahre Bildung, um in der Lage zu sein, ein Problem zu verstehen, eine Methode zur Lösung zu ersinnen und ein Ergebnis zu liefern. Wenn man nach 18 Jahren [...]
Wenn man 13 Schuljahre und 5 Jahre Studium hinter sich hat, sind das 18 Jahre Bildung, um in der Lage zu sein, ein Problem zu verstehen, eine Methode zur Lösung zu ersinnen und ein Ergebnis zu liefern. Wenn man nach 18 Jahren immer noch in der Lage ist, selbstständig zu arbeiten, wird auch eine Einarbeitung nichts helfen. Dann bleiben nur Hilfsarbeiterjobs, für die selbst der Mindestlohn zu hoch ist, schaut man auf den internationalen Vergleich. Wenn ein Problem schon gelöst wäre, müsste es nicht bearbeitet werden und andere könnten es beiläufig mitmachen. Gerade neu im Job und ohne Altlasten kann man ganz befreit Dinge angehen und zu neuen Lösungsansätzen kommen. Was ist daran nicht zu verstehen?
cosmose 09.07.2018
4.
Aber auch nur "fast". Bisher gab es noch in jeder Firma in der ich neu angefangen habe, einen genauen Einarbeitungsplan, nach dem auch vorgegangen wurde. Nun habe ich in meiner "Karriere" erst in 4 Firmen [...]
Zitat von dbeck90In technischen Berufen ist das fast normal. Learning by doing. Entweder man sitzt rum und macht gar nix weil eh keiner für einen Zeit hat, wird dann irgendwann gefeuert und geht zum nächsten Arbeitgeber, oder man fragt nach Arbeit - und wenns nur Akten sortieren ist - und ließt sich in alles selbst ein, schaut den Kollegen über die Schulter, bis man eigene Aufgaben übernehmen kann. Ohne eigenes Zuspiel wäre jeder meiner Jobstarts eine Katastrophe geworden.
Aber auch nur "fast". Bisher gab es noch in jeder Firma in der ich neu angefangen habe, einen genauen Einarbeitungsplan, nach dem auch vorgegangen wurde. Nun habe ich in meiner "Karriere" erst in 4 Firmen gearbeitet, meine Erfahrungen sind also wenig repräsentativ, aber gerade im technischen Bereich (hier genauer: IT-Bereich) bist du ohne Einarbeitung aufgeschmissen und kannst gar keine Leistung bringen.
jhea 09.07.2018
5. Nunja...
Nummer 1 ist schon recht amüsant zu lesen. ich musste irgendwie an den Redakteur von Peter Parker (aka Spiderman) denken der immer Bilder von Spiderman sehen will!
Nummer 1 ist schon recht amüsant zu lesen. ich musste irgendwie an den Redakteur von Peter Parker (aka Spiderman) denken der immer Bilder von Spiderman sehen will!

Verwandte Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP