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23.11.2011
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Technikersprache-Quiz

"Das verdammte Ding ist uns um die Ohren geflogen"

Von
Corbis

Vorsicht, wenn ein Ingenieur sagt: "Wir können die Kundenzufriedenheit garantieren." Dann gilt Alarmstufe Rot. Warum? Weil die Herren der Technik eine Sprache pflegen, die ihnen den Rest der Welt vom Leib hält. Testen Sie sich selbst: Verstehen Sie den Ingenieur?

"Die Vorserientests waren äußerst befriedigend." Wenn ein Ingenieur eine Frage so beantwortet, sollten Sie misstrauisch werden: Was heißt schon "befriedigend"? Das hängt schließlich von der eigenen Erwartung ab. Vielleicht hatte er für die Vorserientests mit einem Desaster gerechnet. Dann heißt "befriedigend" auf Klardeutsch: "Wir hätten nie gedacht, dass unsere Rappelkiste wirklich funktioniert."

Jeder Beruf, jede Branche hat einen eigenen Fachjargon - Anwaltsdeutsch lässt sich für Normalmenschen schwer enträtseln, die Kreativagenturen der Republik pflegen wildes Werbisch und Unternehmensberater ein Business-Kauderwelsch, das längst andere Berufszweige infiziert hat.

Und auch Ingenieure beherrschen eine sonderbare Geheimsprache. Zwar beschäftigen sie sich vorzugsweise mit Zahlen, Daten, Fakten. In diese heile Welt der Eindeutigkeit dringt jedoch immer wieder ein Störenfried ein: der Mensch, meist in Form von Kollegen. Man kann es sich eben nicht immer aussuchen.

Ingenieure können viel, auch beschwichtigen und verschleiern

Da hilft eben nur Vernebelung. Wer es an die Spitze eines Konzerns geschafft hat, wie der Elektrotechniker Dieter Zetsche bei Daimler oder der Fertigungstechniker und Betriebswirt Norbert Reithofer bei BMW, der muss neben den harten Fakten auch seine Soft Skills im Griff haben. Es gilt, all jene von technischen Entscheidungen fernzuhalten, die irgendwie Sand ins Getriebe streuen könnten, zum Beispiel Vertriebsleute, Controller oder Journalisten.

Ein Ingenieur mit Karriereaussichten beherrscht nicht nur Mechanik und Differenzialrechnung. Er kann auch: beschwichtigen, wenn die Lage brenzlig ist. Anspornen, wenn eigentlich kein Grund zur Begeisterung besteht. Verschleiern, wenn etwas anbrennt.

"Karohemd und Samenstau"

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Das hat eine lange Tradition. Zur industriellen Revolution gehört untrennbar die besondere Sprechweise der Techniker. Über gut anderthalb Jahrhunderte haben sie das sprachliche Instrumentarium entwickelt, um die Früchte ihrer Arbeit vor dem Rest der Welt zu schützen - und peinliche Misserfolge unter einem Haufen Sprachschrott zu verbergen.

Philipp Reipschläger kennt die Sprache der Ingenieure gut. Schon, weil er selbst einer ist und als Projektkoordinator bei Lufthansa Technik in Hamburg arbeitet. Mehr noch: Bereits im Studium hat Reipschläger die Finten, Schoten und Zoten seines Berufsstandes auf der Internetseite www.ingenieur-kultur.de gesammelt - ein fröhliches Kompendium der Ingenieursprache in Unis und Unternehmen. Aus Reipschlägers Sammlung ist unser folgendes Quiz entstanden.

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