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18.04.2012
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Büro-Kung-Fu

So verteidigen Sie sich gegen Ihren Chef

Von
Corbis

Kämpfende Manager: Die richtige Abwehrstrategie ist alles!

2. Teil: Bis hierhin und nicht weiter - persönliche Angriffe abwehren

Eine gezielte Pointe gegen eine Verbalattacke zu setzen, kann auf entwaffnende Weise die Hierarchie aufheben und den Chef dem Angestellten näher bringen. Sofern er Humor hat. Sofern die Pointe zündet. Und sofern Ihnen überhaupt spontan eine eingefallen ist.

Sollten Ihnen schlagfertige Sprüche nicht liegen oder sind sie nicht gerade opportun: Verzagen Sie nicht! Viel wichtiger als lustige Sprüche zu klopfen, ist, dass Sie Ihrem Vorgesetzten im entscheidenden Moment Grenzen aufzeigen. Zum Beispiel in folgender Situation:

Chef: "Also, Ihr Konzeptentwurf: Stecken Sie sich den Scheiß doch hinter den Ofen!"

Solche Attacken haben mit konstruktiver Kritik nichts mehr zu tun. Sie richten sich gegen die Person. Wer so etwas unerwidert lässt, gilt schnell als Schwächling und lässt zu, dass seine harte Arbeit schlechter bewertet wird, als sie tatsächlich ist. Dabei ist die Verteidigungschoreografie leicht zu lernen. Sie besteht aus drei Schritten.

Bei der "Touch, turn, talk"-Technik, einer Erfindung Bredemeiers, geht es im Kern darum, standhaft zu bleiben. Dazu müssen Sie sich einen über Jahre antrainierten Reflex abgewöhnen: Wir neigen im Gespräch dazu, die Aussagen des Gegenübers zunächst zu wiederholen, um ihm zu signalisieren, dass wir ihn verstanden haben. Diesen Impuls gilt es zu unterdrücken.

Falsch:

Chef: "Also, Ihr Konzeptentwurf: Stecken Sie sich den Scheiß doch hinter den Ofen!"

Mitarbeiter: Mein Konzeptentwurf ist nicht schlecht...

Richtig:

Chef: "Also, Ihr Konzeptentwurf: Stecken Sie sich den Scheiß doch hinter den Ofen!"

Mitarbeiter: "Das werde ich nicht tun. Er erfüllt alle Anforderungen, die wir im Vorfeld besprochen haben. Lassen Sie mich die drei wichtigsten Punkte noch einmal kurz zusammenfassen..."

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
1.
renieh44 18.04.2012
ist garantiert der falsche Beginn einer Widerrede, denn das würde ich sofort mit "nein" stoppen. Viel besser scheint mir zu sein, die Antwort mit "Ich will..." zu beginnen. Z.B.:"Ich will hier die [...]
ist garantiert der falsche Beginn einer Widerrede, denn das würde ich sofort mit "nein" stoppen. Viel besser scheint mir zu sein, die Antwort mit "Ich will..." zu beginnen. Z.B.:"Ich will hier die wichtigsten Punkte noch einmal herausstreichen." Und nicht: "Lassen Sie mich die wichtigsten....."
2.
eigentlicher_Schwan 18.04.2012
"Kung-Fu" heißt nichts anderes als "harte Arbeit". Setzen. Weitermachen. :))
Zitat von sysopIhr Boss geht Ihnen mit dummen Sprüchen auf die Nerven, beleidigt oder mobbt Sie sogar? Das lässt sich ändern - mit geschmeidiger Selbstverteidigung können Sie fiese Attacken kontern. Chefgeplagten Angestellten helfen die Basistechniken des Büro-Kung-Fu. Büro-Kung-Fu: Wie Sie sich gegen Ihren Chef verteidigen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,825182,00.html)
"Kung-Fu" heißt nichts anderes als "harte Arbeit". Setzen. Weitermachen. :))
3.
u_s 18.04.2012
... es gibt wirklich KungFu-Kurse zur Selbstverteidigung im Büro (allerdings eher gegen körperliche Übergriffe). Man kann sich nicht vorstellen welche Schmerzen eine Büroklammer oder ein Bleistift an der [...]
... es gibt wirklich KungFu-Kurse zur Selbstverteidigung im Büro (allerdings eher gegen körperliche Übergriffe). Man kann sich nicht vorstellen welche Schmerzen eine Büroklammer oder ein Bleistift an der falschen Stelle hervorrufen können :)
4. Eher gelber Gürtel
H. Krämer 18.04.2012
Für diese Tipps im Umgang mit schwachen Chefs kann ich keinen schwarzen Gürtel vergeben wie im Artikel zu großzügig geschehen; eher mit der Farbe gelb einen Anfänger-Gürtel. Der Ansatz an sich ist zu loben, sich nicht von [...]
Für diese Tipps im Umgang mit schwachen Chefs kann ich keinen schwarzen Gürtel vergeben wie im Artikel zu großzügig geschehen; eher mit der Farbe gelb einen Anfänger-Gürtel. Der Ansatz an sich ist zu loben, sich nicht von schwachen Chefs niedermachen zu lassen, sondern mit Verstand die eigene Position zu behaupten; denn die meisten auch noch so intelligenten Untergebenen kneifen aus Angst sich mit dem Chef anzulegen. Fast jede(r) kennt aus Erzählungen im Bekanntenkreis diverse Erlebnisse mit schwachen bis unfähigen Chefs (für die aktuelle Position). Und wie enden diese Geschichten: Man nimmt sich zurück, Kollegen nehmen sich zurück, geben berechtigte Positionen auf und überlassen die Meinungshoheit und das Handlungsfeld einer dafür ungeeigneten Person. Ich kenne aus meiner Arbeit genug solcher Situationen, da besteht die erste Aufgabe meist darin, bei den "Unterdrückten" erst einmal Überzeugungsarbeit dafür zu leisten, dass sich etwas machen lässt für eine Verbesserung der Lage. Denn zu viele setzen sich selbst viel zu enge Grenzen, was sie für sich als machbar sehen; in der Folge mit vielen unnötigen persönlichen Belastungen verbunden. Hier kann ich den Artikel über den "Schlagfertigkeitstrainer" loben, dass er überhaupt einen Ansatz findet zur Wahrung der eigenen Würde; nicht mehr aber für die Ausführung. Das würde in vielen Situation zu viel an intellektueller Arbeit beim Chef erfordern; hier muss mit Argumenten gearbeitet werden, die näher am Niveau und der Interessenlage des Chefs sind. Solch einen Chef interessiert nicht das Anliegen von Untergebenen. Auch vermisse ich hier jeglichen Hinweis darauf, auf welche Weise man zu geeigneten Basis-Techniken des Büro-Kung-Fu kommen kann. Hier werden exotische Begriffe verwendet, um das Thema attraktiver aussehen zu lassen. Ob Tan Tui oder Kung-Fu, beides sind Kampfarten, die man auf die Schnelle mit ein bißchen Basis-Technik nicht annähernd so ausüben könnte, dass sie diese qualitativ hochwertige Bezeichnung verdienen. Auf diese Weise werden Leute mit solchen "Tipps" deshalb abstürzen, weil sie sich nun selbst auf einem hohen Ross sehen, das sie im Kampf-Gallopp reiten wollen, ohne auch nur im Schritt-Tempo mit dem Pferd schon vertraut zu sein.
5.
Nörgelkopf 18.04.2012
Stellen sie sich vor, der Chef steht in langen Unterhosen vor ihnen. Das hilft noch am besten.
Stellen sie sich vor, der Chef steht in langen Unterhosen vor ihnen. Das hilft noch am besten.

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