18.04.2012
Büro-Kung-Fu
So verteidigen Sie sich gegen Ihren Chef
Von Stefan Schultz
Kämpfende Manager: Die richtige Abwehrstrategie ist alles!
Eine gezielte Pointe gegen eine Verbalattacke zu setzen, kann auf entwaffnende Weise die Hierarchie aufheben und den Chef dem Angestellten näher bringen. Sofern er Humor hat. Sofern die Pointe zündet. Und sofern Ihnen überhaupt spontan eine eingefallen ist.
Sollten Ihnen schlagfertige Sprüche nicht liegen oder sind sie nicht gerade opportun: Verzagen Sie nicht! Viel wichtiger als lustige Sprüche zu klopfen, ist, dass Sie Ihrem Vorgesetzten im entscheidenden Moment Grenzen aufzeigen. Zum Beispiel in folgender Situation:
Chef: "Also, Ihr Konzeptentwurf: Stecken Sie sich den Scheiß doch hinter den Ofen!"
Solche Attacken haben mit konstruktiver Kritik nichts mehr zu tun. Sie richten sich gegen die Person. Wer so etwas unerwidert lässt, gilt schnell als Schwächling und lässt zu, dass seine harte Arbeit schlechter bewertet wird, als sie tatsächlich ist. Dabei ist die Verteidigungschoreografie leicht zu lernen. Sie besteht aus drei Schritten.
- Touch = Aufnehmen der Attacke
- Turn = Korrektur
- Talk = Vertiefung des eigenen Anliegens
Bei der "Touch, turn, talk"-Technik, einer Erfindung Bredemeiers, geht es im Kern darum, standhaft zu bleiben. Dazu müssen Sie sich einen über Jahre antrainierten Reflex abgewöhnen: Wir neigen im Gespräch dazu, die Aussagen des Gegenübers zunächst zu wiederholen, um ihm zu signalisieren, dass wir ihn verstanden haben. Diesen Impuls gilt es zu unterdrücken.
Falsch:
Chef: "Also, Ihr Konzeptentwurf: Stecken Sie sich den Scheiß doch hinter den Ofen!"
Mitarbeiter: Mein Konzeptentwurf ist nicht schlecht...
Richtig:
Chef: "Also, Ihr Konzeptentwurf: Stecken Sie sich den Scheiß doch hinter den Ofen!"
Mitarbeiter: "Das werde ich nicht tun. Er erfüllt alle Anforderungen, die wir im Vorfeld besprochen haben. Lassen Sie mich die drei wichtigsten Punkte noch einmal kurz zusammenfassen..."
