02.07.2012
Büromöbel für Futuristen
Im Skorpion ist ein Platz frei
Von Martin Hintze
Bildschirm statt Stachel: Dieser Skorpion ist ein Bürostuhl
Kaum hat man im Sitz Platz genommen, senkt sich der Skorpionenschwanz hydraulisch. Statt eines Giftstachels schieben sich drei 24-Zoll-Monitore vor die Augen. Die Tastatur wird vor den Sitz geklappt, die Maus liegt auf den breiten Armlehnen, in denen sich auch Anschlüsse für weitere Computer-Hardware befinden.
Um den Rücken zu entlasten, kann der Sitz um 15 Grad nach hinten geneigt werden, die Füße ruhen entspannt auf einer Ablage. In den Rahmen integrierte LED-Lichter sorgen für eine blendungsfreie Sicht auf die Monitore. Den adäquaten Sound sollen integrierte Stereo-Lautsprecher und ein Subwoofer unter dem Sitz liefern.
Und das ist nur das Modell für den Massenmarkt. Wer auf die 6200 Dollar knapp 39.000 Dollar drauflegt, erhält die Maßanfertigung "Emperor 200", noch ein ganzes Stück imposanter. Gimmicks wie ein Luftfilter, ein Ledersitz und ein Notfall-Akku gehören zur Grundausstattung. Ganz nebenbei rotiert das Gerät kaum merklich um die eigene Achse, um blendenden Sonnenstrahlen zu entgehen.
Alles nur Spinnerei? Mitnichten. Auf der International Consumer Electronics Show in Las Vegas räumte der eigenwillige Bürostuhl einen Design-Preis ab. Verkauft wurde er auch schon, an eine Herzklinik in Dallas beispielsweise. Auch im Emirat Dubai ist man laut Hersteller sehr interessiert.
2011 orderte Media-Saturn gleich 21 Geräte für eine Marketing-Kampagne in Österreich. Auch Börsenhändler gehören zur anvisierten Zielgruppe. Ob sich der Skorpion aber je in den Großraumbüros der Normalsterblichen durchsetzen wird, scheint allein wegen seiner Größe mehr als fraglich.
