24.05.2012
Studie
Die Konzerne mit den meisten Burnout-Kranken
Von Klaus Werle
Ausgebrannt: Burnout-Fälle nehmen in deutschen Unternehmen zu
Die Zahl der Menschen, die unter chronischer Erschöpfung leiden, steigt seit Jahren massiv an - doch die führenden Unternehmen haben das Phänomen lange unterschätzt. Das zeigt Deutschlands erstes Burnout-Ranking, das manager magazin exklusiv in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht (ab 25. Mai am Kiosk).
Für die Untersuchung haben Experten der Asklepios-Kliniken die Zahl der Beschäftigten mit Burnout in Dax-Konzernen geschätzt, auf Basis der in den Asklepios-Krankenhäusern stationär behandelten Patienten.
Die Ergebnisse sind alarmierend: In keiner Branche sind Mitarbeiter gegen Burnout gefeit. Dennoch sind die Unterschiede zwischen einzelnen Unternehmen groß: So schneidet etwa die Allianz mit bis zu 3400 Burnout-Fällen pro Jahr (bei rund 40.800 Mitarbeitern) schlecht ab, ebenso die Commerzbank (bis zu 3200 Fälle auf 44.500 Mitarbeiter) und die Deutsche Bank (bis zu 1900 Fälle auf 24.800 Mitarbeiter). Eine vergleichsweise niedrige Burnout-Quote zeigen dagegen Volkswagen, Bayer oder Linde.
Die Präventionsprogramme sind zu frisch, um schon zu wirken
Entspannt zurücklehnen kann sich keiner dieser Konzerne: Viel zu lange haben sie die Erkrankung nicht ernst genommen, viele der Präventionsprogramme sind noch zu frisch, um echte Wirkung zeigen zu können. Und von einem strategischen Gesundheitsmanagement, das etwa auch die Risiken analysiert, am Arbeitsplatz psychisch zu erkranken, sind viele Firmen noch weit entfernt.
Dabei zeigen die Zahlen seit langem, dass sich etwas zusammenbraut: Zwischen 2004 und 2010 hat sich die Zahl der Burnout-bedingten Arbeitsunfähigkeitstage über alle Unternehmen hinweg von rund acht auf mehr als 72 pro 1000 Beschäftigte nahezu verneunfacht. Schon heute summieren sich die Gesamtkosten für psychische Erkrankungen auf 27 Milliarden Euro jährlich.
