29.06.2012
Bürogezeter-Lexikon
Von A wie Aleinikow bis Z wie Zankwart
Von Jochen Leffers
"Du blickst in die Herde
und wartest auf das Ende der Beschwerde
und denkst dir
Gesellschaft ist toll,
wenn nur all die Leute nicht wären..."
Wer einen Soundtrack zu seiner Sozialphobie braucht, ist mit "Das Ende der Beschwerde" von PeterLicht gut bedient; ein famoser Musiker, der es strikt vermeidet, sein Gesicht filmen zu lassen. Täglich zieht nicht zuletzt das Büroleben Furchen in der Seele empfindsamer Angestellter. Es muss nicht immer ein Despotenchef sein, der sie mit ihrem Job hadern lässt, auch nicht der Meeting-Marathon, die auf St. Nimmerlein verschobene Gehaltserhöhung oder der ewige Papierstau im Drucker.
Viel schlimmer ist das Menetekel auf zwei Beinen: Kollegen.
Es gibt sie in allen Formen und Farben, in jedem Alter und mit den verschiedensten Temperamenten. Ihren Schrullen lässt sich schwer ausweichen - man muss ja mit ihnen lange Arbeitstage verbringen. Entladen kann sich Büroärger in allerlei Flüchen, Verwünschungen, Schimpfwörtern. Sie sind Teil des Arbeits- wie Privatlebens und fester Bestandteil der Alltagssprache.
Die Wissenschaft kennt dafür eine eigene kleine Disziplin: Malediktologie, ein Spezialzweig der Psychologie. Und sogar eine Fachzeitschrift, "Maledicta - The International Journal of Verbal Aggression", herausgegeben von einem früheren amerikanischen Hochschullehrer, der in Bayern geboren wurde und auch ein bayerisch-österreichisches Schimpfwörterbuch veröffentlicht hat.
Lästern für Fortgeschrittene
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