01.08.2012
Olympia-Quiz
Und was machen sie beruflich?
Von Markus Flohr und Verena Töpper
Für Eilige: Hier geht es direkt zum olympischen Beruferaten.
392 Athleten treten für Deutschland bei den Olympischen Spielen an - und weniger als drei Dutzend bezeichnen sich selbst als Berufssportler. Im Leben neben dem Sport sind sie Tischler, Arzt, Architekt, Kommissar oder bei der Feuerwehr. "Profi" geben weniger als drei Dutzend Athleten in der offiziellen Mannschaftsbroschüre des Deutschen Olympischen Sportbundes als Beruf an. Von ihrem Sport leben können demnach nur die sieben deutschen Tennisspieler, einige Radsportler und Volleyballer sowie Tischtennis-Superstar Timo Boll.
Bei der Bundeswehr sind 108 deutsche Olympioniken angestellt, bei der Bundespolizei 25. Sie werden dort meist durch spezielle Programme für Spitzensportler gefördert. Alle anderen verdienen ihren Lebensunterhalt mit herkömmlichen Berufen - oder gehen noch zur Schule, so wie Turnerin Janine Berger. Sie ist mit 16 Jahren die jüngste Sportlerin im deutschen Team.
Der älteste deutsche Athlet ist Vielseitigkeitsreiter Peter Thomsen aus Schleswig-Holstein. Der 51-Jährige reitet seit mehr als 30 Jahren. Leben kann er von seinem Sport aber nicht. Sein Ziel sei "die schwarze Null", sagt er. "Mal sind es 10.000 Euro drüber, mal bin ich mit 10.000 in den Miesen." Seinen Lebensunterhalt verdient er bei einem großen Logistik-Unternehmen in Neumünster - "ich bin kein Millionär, und ich werde kein Millionär".
Doch auch die gibt es durchaus im deutschen Team: Rechnet man alle Preisgelder zusammen, die er bisher bekommen hat, führt Tennisprofi Philipp Kohlschreiber die Liste der reichen deutschen Athleten an: 5.255.118 Dollar (4,28 Millionen Euro) hat er bislang kassiert. Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen will keine Zahlen verraten, aber dass sie lukrative Verträge mit starken Sponsoren hat, ist kein Geheimnis: "Seit 2006 habe ich so gute Verträge, dass ich überhaupt nicht klagen kann", sagt sie. Auch Marathon-Frau Irina Mikitenko hat dank großer Siege und satter Prämien ausgesorgt.
Einige Springreiter kommen mit ihren Preisgeldern ebenfalls auf stolze Summen: Marcus Ehning, Christian Ahlmann oder Meredith Michaels-Beerbaum haben im Laufe ihrer Karriere Prämien im siebenstelligen Bereich eingestrichen. Allerdings müssen fast alle Reiter die Hälfte der Siegprämien an die Pferdebesitzer abgeben - und von dem restlichen Geld große Turnierställe mit mehreren Angestellten finanzieren.
Den meisten Sportlern sieht man es nicht an, womit sie neben dem Sport ihr Geld verdienen. Probieren Sie aus, ob Sie dahinter kommen! Hier geht es zum olympischen Beruferaten.
Mit Material von dpa
