01.08.2012
Berufe in der Game-Branche
"Heute käme ich dafür in die Psychiatrie"
Protokolle von David Krenz
"Pudding Panic" gewann den Deutschen Computerspielpreis für das "Beste Kinderspiel".
Seit einem Jahr gibt es ihren Titel "The Great Jitters: Pudding Panic" im App-Store: Der Spieler muss in einer Geisterbahn Weichen stellen, um eine glubschäugige Götterspeise vorbei an Hexen und Hackebeilen sicher zum Ausgang zu lotsen. Ein offenbar preiswürdiger Spielwitz; im Pausenraum der Schöpfer stauben Trophäen und gerahmte Urkunden; Red Dot Design Award, Deutscher Entwicklerpreis, vor kurzem kam der Deutsche Computerspielpreis in der Kategorie Bestes Kinderspiel dazu.
Auch die Konkurrenz darf jubeln: 2011 hat die deutsche Games-Branche 1,99 Milliarden Euro erwirtschaftet - dreieinhalb Prozent mehr als im Vorjahr. "Jeder dritte Deutsche spielt regelmäßig Computerspiele", heißt es beim Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware. Längst hat das Geschäft die Filmindustrie überholt: Mit Videospielen werden weltweit jährlich 60 Milliarden Dollar verdient, mit Kinokarten nur halb so viel.
Für Nachschub auf Bildschirmen und Handydisplays sorgt eine blühende Industrie, in der allein in Deutschland 10.000 Menschen arbeiten. Branchenriesen wie Wooga, Zynga und Bigpoint haben Hunderte Angestellte und komplette Abteilungen für Programmierer, Grafiker und Game Designer, wie die Drehbuchautoren für Computerspiele heißen.
Bei Kunst-Stoff entstehen Spielideen noch im Kollektiv. Die 15 festen und freien Mitarbeiter versammeln sich um den Tisch, auf dem heute die Torte steht, spinnen zwei, drei Wochen lang an Ideen. Steht das Konzept, klemmt sich jeder vor seine Tastatur.
Doch womit genau verbringen 3-D-Modeller, Creative Director und Business Developer ihre Zeit, was tragen sie zu einem fertigen Spiel bei? Fünf Spieleentwickler erzählen von ihrer Arbeit und davon, wie sie den Sprung in die Branche schafften.
