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20.02.2013
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Arbeitsrecht

Teilzeit kann kaum verweigert werden

Corbis

Mami, was machst du denn da?

Arbeitnehmer können nach der Geburt ihres Kindes die Arbeitszeit verringern, auch wenn dem Chef das nicht passt. Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts stärkt den Eltern den Rücken: Sie dürfen hintereinander auch mehrere Anträge auf Teilzeit stellen.

Junge Eltern haben künftig bessere Chancen, ihren Anspruch auf Elternteilzeit auch gegen den Willen des Arbeitgebers durchzusetzen. Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt gab am Dienstag einer Personalreferentin eines Beratungsunternehmens recht, deren Teilzeitantrag abgelehnt worden war.

Nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz können nur "dringende betriebliche Gründe" den Anspruch von Müttern und Vätern auf eine verringerte Arbeitszeit gefährden. Allerdings dürfen sie maximal zwei Anträge auf Teilzeit stellen, so das Gesetz. Mit Hinweis auf diese Klausel wurde der Antrag der klagenden Personalreferentin abgelehnt.

Sie hatte im Juni 2008 eine Tochter zur Welt gebracht und zunächst geplant, eine zweijährige Elternzeit zu nehmen. In diesen zwei Jahren wollte sie zumindest zeitweise arbeiten, deshalb vereinbarte sie im Dezember 2008 mit ihrem Arbeitgeber Teilzeit mit zunächst 15 Wochenstunden. Ab dem 1. Juni 2009 stockte sie ihre Arbeitszeit auf 20 Wochenstunden auf.

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Voll- und Teilzeit: Deutsche sind mit Arbeitszeiten unzufrieden
Wenige Wochen vor dem Ende der Elternzeit beschloss sie, diese um ein weiteres Jahr zu verlängern und stellte einen Antrag, noch ein Jahr lang nur 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. Dieses Gesuch wurde abgelehnt. Sie könne nur Vollzeit oder gar nicht arbeiten, hieß es von der Firma. Sie habe schließlich schon zwei Anträge auf Teilzeit gestellt.

Nach Ansicht des neunten Senats unter dem Vorsitzenden Richter Gernot Brühler greift diese Argumentation hier nicht, da sich die Personalreferentin und ihr Chef bei der Verringerung ihrer Arbeitszeit auf erst 15 und dann 20 Stunden einig gewesen waren (Aktenzeichen 9 AZR 461/11). Einvernehmliche Elternteilzeitregelungen dürften nicht auf den Anspruch auf zweimalige Verringerung der Arbeitszeit angerechnet werden. Mit dieser Einschätzung folgte das höchste Arbeitsgericht der Entscheidung aus erster Instanz.

Die Personalreferentin arbeitet mittlerweile wieder für das Beratungsunternehmen, und zwar mehr als 20 Stunden pro Woche. Nun muss in einem sogenannten Entgeltprozess entschieden werden, ob ihr das Gehalt für das verwehrte Arbeitsjahr nachträglich ausgezahlt wird.

dpa/vet

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insgesamt 50 Beiträge
1. Stellen ja
harwin 20.02.2013
Tatsächlich ist es so das die jenigen die Teilzeit haben wollen meistens im Anschluß Probleme bekommen, weil es beim Arbeitgeber in den falschen Hals kommt (der ist faul will nicht arbeiten).Ferner gibt es auch die Unsitte das [...]
Tatsächlich ist es so das die jenigen die Teilzeit haben wollen meistens im Anschluß Probleme bekommen, weil es beim Arbeitgeber in den falschen Hals kommt (der ist faul will nicht arbeiten).Ferner gibt es auch die Unsitte das es verweigert wird obwohl der Rechtsanspruch besteht, und Unternehmen es einfach auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Als Arbeitnehmer hat man bei so einer Firma dann auch kaum noch eine Chance weiter beschäftigt zu bleiben.
2. Das
zickezackehoihoihoi 20.02.2013
Problem ist ein anderes. Ich habe vor ein paar Jahren die Firma gewechselt und wurde kurz darauf gefragt, ob ich nicht jemanden aus meiner alten Firma für eine zu besetzende Stelle empfehlen könne. Konnte ich, eine Dame um [...]
Zitat von harwinTatsächlich ist es so das die jenigen die Teilzeit haben wollen meistens im Anschluß Probleme bekommen, weil es beim Arbeitgeber in den falschen Hals kommt (der ist faul will nicht arbeiten).Ferner gibt es auch die Unsitte das es verweigert wird obwohl der Rechtsanspruch besteht, und Unternehmen es einfach auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Als Arbeitnehmer hat man bei so einer Firma dann auch kaum noch eine Chance weiter beschäftigt zu bleiben.
Problem ist ein anderes. Ich habe vor ein paar Jahren die Firma gewechselt und wurde kurz darauf gefragt, ob ich nicht jemanden aus meiner alten Firma für eine zu besetzende Stelle empfehlen könne. Konnte ich, eine Dame um die 30. Da hieß es dann nur: Ne, also ne Frau in dem Alter wolle man nicht, die will dann Kinder und arbeitet dann jahrelang nur Teilzeit.
3. Teilzeit
trader_07 20.02.2013
Ja, das gibt es leider viel zu oft. Wobei eigentlich die ganzen Leute wesentlich übler für ein Unternehmen sind, die nur Teilzeit arbeiten, obwohl sie Vollzeit anwesend sind.
Zitat von zickezackehoihoihoiProblem ist ein anderes. Ich habe vor ein paar Jahren die Firma gewechselt und wurde kurz darauf gefragt, ob ich nicht jemanden aus meiner alten Firma für eine zu besetzende Stelle empfehlen könne. Konnte ich, eine Dame um die 30. Da hieß es dann nur: Ne, also ne Frau in dem Alter wolle man nicht, die will dann Kinder und arbeitet dann jahrelang nur Teilzeit.
Ja, das gibt es leider viel zu oft. Wobei eigentlich die ganzen Leute wesentlich übler für ein Unternehmen sind, die nur Teilzeit arbeiten, obwohl sie Vollzeit anwesend sind.
4.
ferenghi1969 20.02.2013
"Als Arbeitnehmer hat man bei so einer Firma dann auch kaum noch eine Chance weiter beschäftigt zu bleiben" Jede Firma muss auch eine seriöse Personalplanung durchführen können. Als Chef muss ich auch einer [...]
"Als Arbeitnehmer hat man bei so einer Firma dann auch kaum noch eine Chance weiter beschäftigt zu bleiben" Jede Firma muss auch eine seriöse Personalplanung durchführen können. Als Chef muss ich auch einer Vertretung welche für den Teilzeitarbeiter eingestellt wurde eine Perspektive geben. Ich kann diese Arbeitskraft auch nicht ewig vertrösten und hinhalten... Auch diese Aushilfs-Zeitkräfte haben einen Anspruch auf eine faire Behandlung...
5. :-(
quark@mailinator.com 20.02.2013
Noch ein Grund, Leute nur befristet und am besten nicht in DE anzustellen. Gerade in kleinen Betrieben ist es nunmal nicht so einfach, "mal eben" damit klarzukommen, wenn Leute, die für ein Projekt wichtig sind [...]
Noch ein Grund, Leute nur befristet und am besten nicht in DE anzustellen. Gerade in kleinen Betrieben ist es nunmal nicht so einfach, "mal eben" damit klarzukommen, wenn Leute, die für ein Projekt wichtig sind plötzlich verschwinden. Die Kündigungsschutz ging bisher in beide Richtungen. Nunja ...

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Die wunderbare Welt der Teilzeit

Wie funktioniert's?
Nach § 8 des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG) haben Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten einen einklagbaren Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit, wenn sie seit mindestens sechs Monaten dort beschäftigt sind. Der Antrag muss schriftlich und mindestens drei Monate im Voraus eingereicht werden, wobei Angaben zum Umfang der Reduzierung und zur Verteilung der Arbeitszeit Pflicht sind.
Reduzierte Tagesarbeitszeit
Der Klassiker, der kaum Freiräume ermöglicht. Ein Angestellter arbeitet zum Beispiel nur vormittags oder nachmittags. Die Zeitfenster ändern sich nicht.
Reduzierte Wochenarbeitszeit
Eine fast ebenso gängige Variante: Drei- oder Viertagewoche, die übrigen Tage sind frei, und Teilzeitmitarbeiter bestimmen in Absprache mit ihrem Team den freien Tag oft selbst.
Reduzierte Monatsarbeitszeit
Wenig verbreitet: Man verteilt ein Zeitbudget beliebig auf den Kalendermonat. Drei Wochen am Stück arbeiten, eine Woche frei - das geht.
Job-Sharing
Ein recht seltenes Modell: Ein, zwei oder auch drei Kollegen teilen sich eine Vollzeitstelle. Wer wann im Büro sitzt, machen sie unter sich aus. Jeder Jobpartner ist im Prinzip für sich selbst verantwortlich.
Job-Pairing
Die Weiterentwicklung des Job-Sharing: Man bildet mit Kollegen ein Team, das die Verantwortung für Abstimmung, Entscheidungen und Leistung gemeinsam trägt.

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