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29.11.2012
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KarriereSPIEGEL im Hörsaal

Gibt es die ideale Bewerbung?

Von
Corbis

Eine Bewerbung ist auch ein Stresstest. Die Personaler wissen, wen sie suchen. Die Jobkandidaten ahnen nur, womit sie punkten. Was zählt wirklich beim Berufsstart? Über perfekte Bewerbungen debattiert KarriereSPIEGEL mit Experten und Studenten - am heutigen Donnerstag an der Uni Mannheim.

Die Aussichten sind sonnig. Nicht für jede Branche, nicht pauschal für alle jungen Akademiker. Aber wer heute auf Stellenpirsch geht, trifft auf einen recht freundlichen Arbeitsmarkt. Der Fachkräftemangel spielt gut qualifizierten Einsteigern in die Karten - gerade Ingenieuren, Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern.

Die zwei größten Hürden muss jeder aus eigener Kraft überspringen: erst mit der schriftlichen Bewerbung überzeugen, dann im Vorstellungsgespräch. "Bereiten Sie sich gut vor! Bleiben Sie authentisch! Schauspielern Sie nicht (denn der Personaler merkt's sowieso)!" Solche Klassiker der Ratgeberliteratur kennt fast jeder - aber sie helfen nur begrenzt. Denn die Rollen sind bei jeder Bewerbung klar verteilt: Die einen wollen den Job, die anderen haben ihn. Hier regiert Lampenfieber, dort routinierte Gelassenheit. Auf der einen Seite des Tisches ein Anfänger, auf der anderen Profis.

Was zählt beim Berufsstart wirklich? Welche Kandidaten würden Arbeitgeber sich häkeln, wie sieht eine ideale Bewerbung aus? Um dieses Thema geht es im Wintersemester bei "KarriereSPIEGEL im Hörsaal". Zu den Veranstaltungen treffen sich Studenten und Experten an zwei großen Universitäten. Die Termine:

Anschließend gibt einen Bewerbungsmappen-Check: Die Teilnehmer können ihre Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen mitbringen; Personalexperten des Veranstaltungspartners Bosch und Bewerbungstrainer Gerhard Winkler prüfen sie und geben wertvolle Tipps.

Bei der Diskussion geht es auch um die Frage, wann eine Bewerbung zu perfekt wirken kann, zu glatt und stromlinienförmig also. Denn manche Personaler irritiert inzwischen eine Entwicklung, die Unternehmen selbst forciert haben: Über viele Jahre predigten sie den Wert von Auslands- und Praxiserfahrung, eines schnellen Studiums und guter Noten. Studenten sollten ihre Uni-Jahre nicht verbummeln und möglichst flott in den Job wechseln.

Und heute? Heute klopfen mitunter 22-jährige Bachelor-Absolventen an die Firmentür, die schon als Abiturienten ultrapragmatisch waren und danach kühl am Lebenslauf polierten. Umwege kamen für sie nie in Frage, verwegene Hobbys verkniffen sie sich, durch die Welt streunen wollten sie lieber nicht - es könnte ja kostbare Lebenszeit fressen. Wer aber so früh alles den vermuteten Erwartungen von Arbeitgebern unterordnet, nimmt sich jede Chance für Blicke über den Tellerrand des Studienfachs und für intellektuelle Experimente.

Wo, bitte, sind die Ecken und Kanten?

Das scheint Personalern nun auch wieder nicht recht zu sein. Weil sie in den normierten Bewerbungen etwas vermissen, das ihre Aufmerksamkeit kitzeln könnte. Vernehmlich murren sie über Jobinteressenten, die zwar bestens qualifiziert sind und artig auftreten, aber so gar keine Ecken und Kanten zeigen. "Einzigartigkeit, seriell produziert, wird uniform", sagt Buchautor Klaus Werle. Und auch Ursula Schütz-Kreilkamp vom Handelskonzern Rewe bereitet Sorge, dass "die Biografien sich zunehmend gleichen", wie die Psychologin der "Süddeutschen Zeitung" sagte: "Auf der Strecke bleiben Individualität, Phantasie, Neugier und Nachdenklichkeit", so die Vizepräsidentin des Bundesverbands der Personalmanager.

Vielleicht sind manchmal die krummen Wege die geraden; vielleicht ticken erfahrene Personaler etwas anders, als Bewerber annehmen. Auch das ist ein Thema für diese Diskussionsteilnehmer von "KarriereSPIEGEL im Hörsaal":

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