Lade Daten...
21.12.2012
Schrift:
-
+

Übersetzungshilfe

Was Bewerber schreiben - und Personaler verstehen

Kommunikation: Sender, Empfänger, einfach so? Nicht im Bewerbungsbrief!
Corbis

Kommunikation: Sender, Empfänger, einfach so? Nicht im Bewerbungsbrief!

Attention - Interest - Desire - Action: Nach der alten Werbeformel sollte ein Anschreiben den Personalchef vom Bewerber überzeugen. Tatsächlich herrscht meist Argwohn - Irritation - Depression - Abwehr. Bewerbungsberater Gerhard Winkler weiß warum. Beide Seiten sprechen verschiedene Sprachen.

Kennen Sie das AIDA-Modell? Es beschreibt, was eine Werbebotschaft nach und nach in uns auslöst. Die Werber und Bewerber schlüsseln die vier AIDA-Phasen so auf: Attention - Interest - Desire - Action. Ist doch auch so mit den Kaufanreizen: Sie werden gefangen und dann langen Sie zu.

Was geht aber im Kopf eines Jobanbieters vor, wenn ihn Ihre Bewerberbotschaft erreicht und dann doch nicht ganz aida-isiert? Wenn Ihr perfektes Anschreiben, das Sie persönlich, nur für ihn, aus so vielen guten Vorlagen geremixt haben, floppt?

Das ganze ist ein Kommunikationsproblem, das entsteht, weil Personaler einen so anderen Erfahrungshorizont haben. Deshalb definieren sie die Stufen einfach anders. AIDA bedeutet bei ihnen: Argwohn - Irritation - Depression - Abwehr.

Wie man im Recruitment Ihr Anschreiben versteht, das kann ich Ihnen als Personaler-Versteher verraten. Am einfachsten in der folgenden Tabelle.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
1.
spon-facebook-10000101561 21.12.2012
Gut, dann würde ich gerne mal Alternativen hören, wie man eine Bewerbung ohne einer dieser Floskeln schreiben soll
Gut, dann würde ich gerne mal Alternativen hören, wie man eine Bewerbung ohne einer dieser Floskeln schreiben soll
2.
Old 21.12.2012
Man liest zwar zwischen den Zeilen, aber das, was sie schreiben ist blödsinn. Ich habe selber genügend Leute eingestellt.
Man liest zwar zwischen den Zeilen, aber das, was sie schreiben ist blödsinn. Ich habe selber genügend Leute eingestellt.
3.
bulleblau 21.12.2012
Sehr amüsant, allerdings auch recht boshaft. Anscheinend liegen Deutschlands Personaler den halben Tag am Boden vor Lachen über die dämlichen Bewerber, und haben selber die Kompetenz mit Löffeln gefressen. Da sind mir in [...]
Zitat von sysopAttention - Interest - Desire - Action: Nach der alten Werbeformel sollte ein Anschreiben den Personalchef vom Bewerber überzeugen.
Sehr amüsant, allerdings auch recht boshaft. Anscheinend liegen Deutschlands Personaler den halben Tag am Boden vor Lachen über die dämlichen Bewerber, und haben selber die Kompetenz mit Löffeln gefressen. Da sind mir in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn auch andere Dinge begegnet. Beispielsweise die Verwendung der deutschen Sprache: Im Bewerbungsschreiben wird selbstverständlich fehlerfreies Deutsch erwartet, nur frage ich mich, ob das auch immer als solches erkannt wird, wenn das Antwortsschreiben jemand verfasst hat, der glaubt, "Standard" schriebe man mit "t" und "Sie" in der Anrede klein. Auch das Phrasendrechen ist nur Bewerbern nicht erlaubt. Über Bewerber, die sich als "teamfähig" oder "kundenorientiert" bezeichnen, schüttet sich die PA offensichtlich aus vor Lachen, und in der eigenen Stellenanzeige stehen schöne, konkrete Formulierungen wie: "Wir sind erfolgreich im Markt positioniert und in allen Bereichen auf Wachstum ausgerichtet. Aufgrund unseres umfassenden Leistungsspektrums sind wir für die Anforderungen unserer Kunden optimal aufgestellt" oder "Zur Fortsetzung der erfolgreichen Wachstumsstrategien suchen wir Sie als engagierten Teamplayer mit Führungsqualitäten. Neben vielfältigen Entwicklungs- und Weiterbildungsperspektiven erwartet Sie eine spannende Herausforderung, hervorragende Entwicklungsperspektiven und ein attraktives Gehaltspaket." Unternehmen erraten? Ich auch nicht. Steht so in 99% der Anzeigen. Manche Anzeigen sind so formuliert, dass man auch mit 10 Jahren Branchenerfahrung nicht errät, welches Profil eigentlich gesucht wird. Von absolut katastrophalen Bewerbungsportalen, die fast unmöglich zu bedienen sind (natürlich ohne direkte Kontaktadresse), Fragen aus dem Standard-Katalog im Vorstellungsgespräch (was sind Ihre Schwächen, wo sehen Sie sich in 10 Jahren...) und Absage auf Stellen, auf die ich mich gar nicht beworben habe, will ich gar nicht erst anfangen...
4.
cbbrown 21.12.2012
Würde man all diese Formulierungen weglassen, würde man dann nicht zu hören bekommen, ob man schon jemals eine Bewerbung geschrieben habe? Achten Personaler nicht gerade auf Format und übliche Formulierungen? Ich schreibe [...]
Würde man all diese Formulierungen weglassen, würde man dann nicht zu hören bekommen, ob man schon jemals eine Bewerbung geschrieben habe? Achten Personaler nicht gerade auf Format und übliche Formulierungen? Ich schreibe ausschließlich individuelle Anschreiben und wurde bis jetzt auch immer zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Doch meistens mit dem Kommentar, ihr Anschreiben ist schon etwas ungewöhnlich...
5. gut beobachtet
anton strumpf 21.12.2012
bulleblau. Die Floskelkommunikation ist in der Tat kein Privileg der Bewerber. Überdies verstärkt sich mein Verdacht, dass die mit Bewerbern kommunizierenden Stellen ihre eigenen Textbausteine nicht verstehen und/oder lesen [...]
bulleblau. Die Floskelkommunikation ist in der Tat kein Privileg der Bewerber. Überdies verstärkt sich mein Verdacht, dass die mit Bewerbern kommunizierenden Stellen ihre eigenen Textbausteine nicht verstehen und/oder lesen können. Beispiele gefällig: antonstrumpf.blogspot.com

Empfehlen

Fotostrecke

Verwandte Themen

Fotostrecke

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL
RSS
alles zum Thema Die ideale Bewerbung - KarriereSPIEGEL
RSS
Top

© SPIEGEL ONLINE 2013 Alle Rechte vorbehalten