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Stellenanzeige

Kanadische Firma sucht Cannabis-Tester

Kiffen ist Ihre Leidenschaft? Dann haben wir einen Job für Sie: Cannabis-Tester in Kanada. Sie müssten wahrscheinlich dafür umziehen - und einige Fragen beantworten, die es in sich haben.

Getty Images/ EyeEm

Junge Frau mit Joint (Symbolbild)

Von
Freitag, 28.09.2018   18:21 Uhr

"Sind Sie volljährig? Sie müssen volljährig sein, um diese Webseite abzurufen."

Mit diesem Hinweis beginnt eine Stellenanzeige, die eine kanadische Agentur online geschaltet hat. Bewerbungstipp Nummer eins: Klicken Sie auf Ja.

Geschafft? Gut gemacht. Sie sind offensichtlich noch nicht bekifft. Vielleicht wären Sie es aber jetzt gern, denn dann könnten Sie sich vielleicht für die Grafik begeistern, mit der die Anzeige einsteigt: ein Salatkopf, auf dem ein Haarreif mit Teufelshörnern und ein Teufelsschwanz auf den grünen Blättern prangen.

"Ja, es ist ein richtiger Job. Wir bezahlen Ihnen 50 Dollar/Stunde (für maximal 16 Stunden pro Monat), um das Beste, was Kanadas Anbauer zu bieten haben, zu bewerten."

Sie ahnen schon, worum es geht? Um bis zu sechs Stellen als Cannabis-Tester, die eine kanadische Firma besetzen will. Und das ganz offiziell, denn Kanada steht kurz davor, den Anbau und Verkauf der Hanfpflanze als erstes führendes Industrieland zu legalisieren.

Über ihre Homepage vertreibt die Firma künftig eine "Kollektion" von fünf verschiedenen Cannabissorten, "Discovery Series Vol. 1". Klingt wie ein Parfüm, riecht vielleicht auch so - je nachdem, was man mag. Es klingt aber vor allem danach, dass der Vertrieb noch weitere Kollektionen plant. Und hier kommt die Stellenanzeige ins Spiel.

"Das Cannabis-Auswahlkomitee besteht aus Connaisseuren auf Expertenlevel, die lang genug mit Cannabis leben, um die Nuancen, die die verschiedenen Sorten voneinander unterscheiden, zu verstehen und auszudrücken."

Die Firma sitzt in der kanadischen Stadt Toronto, "in einem der coolsten Viertel der Welt". Dort dürfen Sie jederzeit vorbeischauen, aber Sie müssen es nicht. Denn Sie können auch zu Hause kiffen oder im Park und Ihre Meinung dann über ein Onlineformular in die Zentrale übermitteln.

Kleine Hürde: Sie müssen kanadischer Bürger oder Bürgerin sein. Und einige Fragen beantworten, die es biologisch in sich haben: "Was ist ein Trichom? - Eine Drüse, ein Tumor, ein Stempel, ein Blütenkelch, ein Staubgefäß." Danach wird es psychologisch: "Was ist Ihr Lieblingsmusiker? Wie heißt das letzte Buch, das Sie gelesen haben?"

Bewerbungstipp Nummer zwei: Zünden Sie sich einen Joint an, bevor Sie das Formular ausfüllen. Und erzählen Sie Ihrem bisherigen Chef noch nichts davon. Denn wenn Sie, nach einem persönlichen Auswahlgespräch, angenommen werden sollten, dürfen Sie trotzdem nur höchstens ein bis drei Stunden pro Woche beruflich kiffen, und höchstens zwölf Stunden im Monat.

Jedes Mitglied des Auswahlkomitees bekommt einen Jahresvertrag. Derzeit gebe es keine Pläne, die Teilzeitjobs in Vollzeitpositionen umzuwandeln. Sie müssten sich also nebenbei vermutlich weiterhin ins Büro schleppen - und hoffen, dass ihr alter Chef für den Nebenjob Verständnis hat.

"Kann ich diesen Job geheim halten? Keine Chance. Wenn Sie irgendwelche Probleme damit haben, Ihren Cannabiskonsum öffentlich zu machen, ist das keine Aufgabe für Sie. Dies ist eine Position bei einer der aufstrebenden Cannabismarken in Kanada und sollte nur von Individuen ausgefüllt werden, die entschlossen sind, den Aufstieg einer neuen Kultur mitgestalten zu wollen."

Sie können es sich ja noch bis zum 17. Oktober überlegen. Dann endet die Bewerbungsfrist.

insgesamt 5 Beiträge
upalatus 28.09.2018
1.
Warum wird Cannabis immer der Begriff Kiffen beigeordnet? Es würde mal helfen, die rein medizinischen Effekte von Cannabiszüchtungen nicht dauernd mit Schlagmichtotbegriffen zuzuklischeeieren (wau, tolles Wort...). [...]
Warum wird Cannabis immer der Begriff Kiffen beigeordnet? Es würde mal helfen, die rein medizinischen Effekte von Cannabiszüchtungen nicht dauernd mit Schlagmichtotbegriffen zuzuklischeeieren (wau, tolles Wort...). Dahingehend, mit Sicht auf Qualitäten und Beurteilungen, würds Kanada schon richtig machen mit der Ausschreibung solcherlei Jobs. Bin mir aber noch nicht sicher, obs nicht doch eine lancierte Versuchrakete eines ironisch veranlagten Nachrichtenerfinders ist..................
Southwest69 28.09.2018
2. Aufpassen !
Zitat: "Denn wenn Sie, nach einem persönlichen Auswahlgespräch, angenommen werden sollten, dürfen Sie trotzdem nur höchstens ein bis drei Stunden pro Woche beruflich kiffen, und höchstens zwölf Stunden im Monat." [...]
Zitat: "Denn wenn Sie, nach einem persönlichen Auswahlgespräch, angenommen werden sollten, dürfen Sie trotzdem nur höchstens ein bis drei Stunden pro Woche beruflich kiffen, und höchstens zwölf Stunden im Monat." Also damit hat sich der Job erledigt....
Celegorm 28.09.2018
3.
Die Plumpheit und Klischeehaftigkeit in dem Artikel ist in der Tat etwas bedenklich. Man stellt sich vor, ein Text über einen Wein- oder Bier-Sommelier würde mit "Saufen ist Ihre Leidenschaft?" eingeleitet..
Zitat von upalatusWarum wird Cannabis immer der Begriff Kiffen beigeordnet? Es würde mal helfen, die rein medizinischen Effekte von Cannabiszüchtungen nicht dauernd mit Schlagmichtotbegriffen zuzuklischeeieren (wau, tolles Wort...). Dahingehend, mit Sicht auf Qualitäten und Beurteilungen, würds Kanada schon richtig machen mit der Ausschreibung solcherlei Jobs. Bin mir aber noch nicht sicher, obs nicht doch eine lancierte Versuchrakete eines ironisch veranlagten Nachrichtenerfinders ist..................
Die Plumpheit und Klischeehaftigkeit in dem Artikel ist in der Tat etwas bedenklich. Man stellt sich vor, ein Text über einen Wein- oder Bier-Sommelier würde mit "Saufen ist Ihre Leidenschaft?" eingeleitet..
janfred 29.09.2018
4. Es kann nur einen geben...
Der Chef Tester muss so in etwa das Profil des Grastester Hippies aus dem Film "Grasgeflüster" haben. Das ist ja wohl mit Abstand der abgefahrenste Job den man sich vorstellen kann.
Der Chef Tester muss so in etwa das Profil des Grastester Hippies aus dem Film "Grasgeflüster" haben. Das ist ja wohl mit Abstand der abgefahrenste Job den man sich vorstellen kann.
windhund 29.09.2018
5. Ein Problem
hätte ich aber trotzdem noch. Muss das Cannabis unbedingt geraucht werden? Oder geht auch essen oder trinken? Aber sonst eigentlich ein cooler Zweitjob, den man locker mal nebenbei machen kann, und wenn dann auch noch das [...]
hätte ich aber trotzdem noch. Muss das Cannabis unbedingt geraucht werden? Oder geht auch essen oder trinken? Aber sonst eigentlich ein cooler Zweitjob, den man locker mal nebenbei machen kann, und wenn dann auch noch das Gehalt stimmt spricht eigentlich nichts dagegen.

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