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KarriereSPIEGEL

Mindestvergütung

DGB fordert 635 Euro für Azubis

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres will der Deutsche Gewerkschaftsbund die Arbeitsbedingungen der Azubis verbessern. Diese sollten besser verdienen und nach langen Tagen in der Berufsschule nicht mehr in ihre Betriebe müssen.

WorldSkills Germany

Kellner

Montag, 03.09.2018   09:09 Uhr

Angehende Friseure, Bäcker, Fleischer oder Schneider erhalten während ihrer Ausbildung oft nur wenige Hundert Euro im Monat. Das soll sich nun ändern - zumindest nach dem Willen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

Dieser fordert eine Mindestvergütung für Azubis. "Wer die berufliche Bildung stärken will, muss die Ausbildung besser machen", sagte DGB-Vize Elke Hannack der Nachrichtenagentur dpa. Die Wertschätzung müsse sich auch finanziell ausdrücken und im Berufsbildungsgesetz geregelt sein, forderte Hannack. "Sie sollte im ersten Ausbildungsjahr mindestens bei 635 Euro im Monat liegen."

Diese Forderung würde vor allem Azubis in bestimmten Branchen eine Verbesserung bringen - denn im Schnitt liegt das Gehalt im ersten Lehrjahr schon jetzt bei 721 Euro, also deutlich über der geforderten Summe. Das geht aus dem Ausbildungsreport 2018 des DGB hervor.

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Azubi-Löhne: Tops und Flops bei der Bezahlung

Nach langen Berufsschultagen sollten Azubis zudem nicht mehr in den Betrieb müssen. Deshalb müsse die Freistellung für die Berufsschule im Gesetz eindeutig abgesichert werden.

Außerdem müssten auch die Ausbilder besser geschult werden. Im Berufsbildungsgesetz müsse es ein Recht auf Weiterbildung der Ausbilder geben.

kha/dpa

insgesamt 7 Beiträge
Raget 03.09.2018
1. BBiG
Der DGB sollte eventuell mal einen Blick ins BBiG werfen, denn Arbeiten vor oder nach der Berufsschule ist schon jetzt streng reglementiert und nach „langen“ Berufsschultagen verboten. Für unter 18jährige gelten hier 5 [...]
Der DGB sollte eventuell mal einen Blick ins BBiG werfen, denn Arbeiten vor oder nach der Berufsschule ist schon jetzt streng reglementiert und nach „langen“ Berufsschultagen verboten. Für unter 18jährige gelten hier 5 Unterrichtsstunden an diesem Tag oder 25 Wochenstunden bei Blockunterricht als „lang“. Bei über 18jährigen wird jede Unterrichtsstunde à 45min als Zeitstunde auf die Arbeitszeit angerechnet. Da kommt dann sogar noch der Weg von oder zur Arbeitsstelle dazu. Alles weitere regelt dann das Arbeitszeitgesetz. Wo also will der DGB hier nachregeln?
Merina 03.09.2018
2. Nicht ganz richtig @Raget
Es gibt ein Schlupfloch, das einige Firmen nutzen. Mein Betrieb damals nutzte die Tatsache das die Schulzeit die vor der Betriebseröffnung stattfindet nicht auf die Arbeitszeit angerechnet werden muss. Das heißt, öffnet der [...]
Es gibt ein Schlupfloch, das einige Firmen nutzen. Mein Betrieb damals nutzte die Tatsache das die Schulzeit die vor der Betriebseröffnung stattfindet nicht auf die Arbeitszeit angerechnet werden muss. Das heißt, öffnet der Betrieb im 10 Uhr, Schule fängt aber 7.45 Uhr an dann zählen die 2.30 h nicht. Bin damals zur IHK und zum Rektor. Die IHK sagt der das ist leider tatsächlich rechtens aber wird selten angewandt. Direktor sagte mir in der ganzen Schule gibt es auch kein Betrieb der das so handhabt und er findet es eine Schweinerei. Meine Schultage sahen dann so aus: 6 Uhr aufstehen, 1.20 zur Schule mit Bus Bahn und laufen und dann nach der Schule bis zum Betriebsschluss 19.00 arbeiten. Und wir wissen alle, das man nicht direkt auf die Minute aus dem Laden hüpft. Zu Hause war ich um 20.30/21.00 Uhr. Nach der Ausbildung habe ich in einer echt guten Firma gearbeitet und danach Selbstständig gemacht. Und versuche nicht an die Azubizeit zu denken...
C.Rainers 03.09.2018
3. Wieso?
Habe ich mich mit einem Hungerlohn durch die Ausbildung gequält? Gut ich wohnte bei meinen Eltern. Heute müssen die Damen und Herren Azubis wohl ein standesgemäßes Leben in der Lehre führen mit eigener Wohnung und Auto [...]
Habe ich mich mit einem Hungerlohn durch die Ausbildung gequält? Gut ich wohnte bei meinen Eltern. Heute müssen die Damen und Herren Azubis wohl ein standesgemäßes Leben in der Lehre führen mit eigener Wohnung und Auto u.s.w.? Natürlich gehen auch Arbeitszeiten nachts und am Wochenende gar nicht. Da ist man unterwegs und läßt sich von Deppen die dann arbeiten bedienen
hexenbesen.65 04.09.2018
4.
Es gibt aber auch Großbetriebe (Krankenhäuser zb) , denen ist es schlichtweg EGAL, ob morgens Schule war oder nicht... Da wird man zum Dienst eingeteilt, basta ! Morgens von 8-14 Uhr Schule, dann NACHTDIENST ! Nach sechs [...]
Es gibt aber auch Großbetriebe (Krankenhäuser zb) , denen ist es schlichtweg EGAL, ob morgens Schule war oder nicht... Da wird man zum Dienst eingeteilt, basta ! Morgens von 8-14 Uhr Schule, dann NACHTDIENST ! Nach sechs Nächten raus aus dem Dienst (um 6.30 Uhr) dann rein in die Schule..von 8- 14 Uhr. Und natürlich jedes zweite Wochenende durcharbeiten. Da hatte man locker 12 Tage "Block-Arbeiten", dazu noch 4 Tage Schule zusätzlich. Natürich hatten die, die dann Frühdienst hatten, Glück. Die gingen um 6 Uhr arbeiten, um 8 Uhr (in die auf dem Klinikgelände liegende Krankenpflegeschule). Und die, die Spätdienst hatten, hatten nen extrem langen Arbeitstag...von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr im Spätdienst (meist wurde man aus Mitleid von den Kollegen dann um sieben, wenn die Nachtversorgung um war, nach hause geschickt) . Und wer heute sich "freiwillig" weiterbildet, neben dem Beruf...der hat ja auch mehr als einen 8-9 Stunden "arbeitstag" und bekommt KEIN Geld dafür (im Gegenteil-manchmal muss man seinen Meister oä selber zahlen). Mein erstes Lehrlingsgehalt zur Krankenschwester waren 381 DM (1985)..habe gerade nachgeschaut...
lollopa1 04.09.2018
5. vielleicht sollten die Gewerkschaften mal um die Missstände kümmern
Ich verstehe ja dass man als Azubi gerne mehr Geld hätte, aber im Idealfall bekomme ich eine Ausbildung, ich habe einen Ausbilder der sich neben seiner originären Tätigkeit auch um mich kümmert, d.h. sein Chef/Chefin zahlt ihm [...]
Ich verstehe ja dass man als Azubi gerne mehr Geld hätte, aber im Idealfall bekomme ich eine Ausbildung, ich habe einen Ausbilder der sich neben seiner originären Tätigkeit auch um mich kümmert, d.h. sein Chef/Chefin zahlt ihm Gehalt für Zeiten in denen er nicht produktiv ist für die Firma. Liebe Gewerkschaften, kümmert euch darum dass die Arbeitszeiten eingehalten werden, auch die Ruhezeiten, und die Mär von Morgens Beurfsschule bis 14 Uhr und dann noch die Spätschicht im Krankenhaus,.... meine Exgöttergattin hat damals auch in der Pflege ihre Ausbildung gemacht, komisch, sie hatte nie solche Arbeitszeiten. Kann ich mir bei einem seriösen Arbeitgeber vorstellen. Und natürlich gibt es Unterschiede bei den Ausbildungsvergütungen, in der Pflege geht es auch um Menschenleben, die andere schneidet mir halt die Haare was komisch, daran stirbt man aber nicht

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