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KarriereSPIEGEL

Wegen ungleicher Bezahlung

Chef von Easyjet verzichtet auf Gehalt - ein bisschen

In kaum einem britischen Unternehmen verdienen Frauen so viel schlechter als Männer wie bei Easyjet. Der Chef der Fluglinie hat nun reagiert - auf viel verzichten muss er aber nicht.

DPA/Easyjet

Johan Lundgren

Montag, 29.01.2018   17:27 Uhr

Nach heftiger Kritik an den großen Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen beim britischen Billigflieger Easyjet verzichtet der neue Chef Johan Lundgren auf 34.000 Pfund jährlich, umgerechnet fast 40.000 Euro. Damit wird er laut Easyjet genauso viel verdienen wie seine Vorgängerin Carolyn McCall, nämlich 800.000 Euro, teilte Easyjet mit. Ausgehandelt hatte der Schwede eigentlich ein Jahressalär von 840.000 Euro.

Der Einschnitt dürfte Lundgren jedoch kaum kümmern. Denn sein Bonus bleibt gleich. So hat er Aussicht auf satte 1,7 Millionen Euro zusätzlich im Jahr.

Britische Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern müssen Daten zur Bezahlung von Männern und Frauen veröffentlichen. Sie sind verpflichtet, die Informationen bis spätestens April herausrücken. In Deutschland gibt es seit Jahresbeginn eine ähnliche Vorgabe. Warum diese jedoch heftig kritisiert wird, lesen Sie hier.

Die britische Regierung hatte kürzlich unter Berufung auf Unternehmensangaben von Easyjet festgestellt, dass Frauen im Schnitt mehr als 50 Prozent weniger bekommen als Männer bei der Airline. Damit gehört Easyjet zu den britischen Unternehmen, bei denen der Gehaltsunterschied am größten ist.

Außerdem fliegen kaum Frauen für die britische Fluglinie. Easyjet hat sich deshalb vorgenommen, bis 2020 mindestens 20 Prozent Pilotinnen zu beschäftigen. Der neue Chef will das Ziel noch übertreffen.

Bereits in der vergangenen Woche hatten männliche BBC-Moderatoren angekündigt, teilweise auf ihr Gehalt verzichten zu wollen. Eine Korrespondentin hatte zuvor angeprangert, dass ihre Kollegen ein Drittel mehr verdienten als sie selbst. Als Konsequenz hatte sie ihren lukrativen Posten geschmissen.

koe/AFP

insgesamt 6 Beiträge
Soordhin 30.01.2018
1. Nicht nur easyJet
Auch bei deutschen Fluglinien besteht dieses Gehaltsgefälle. Das liegt primär daran das es extrem schwer ist den Frauenanteil bei Piloten über 5% zu steigern. Und das liegt nicht daran das Airlines das nicht versuchen, es liegt [...]
Auch bei deutschen Fluglinien besteht dieses Gehaltsgefälle. Das liegt primär daran das es extrem schwer ist den Frauenanteil bei Piloten über 5% zu steigern. Und das liegt nicht daran das Airlines das nicht versuchen, es liegt primär daran das es einfach viel zu wenig Bewerberinnen gibt. Bei der Kabinencrew sieht das anders aus, da gibt es immer noch einen deutlichen Überhang weiblicher Arbeitnehmer, viele davon die in Teilzeit arbeiten. Interessanterweise gibt es bei den Fluglotsen, die ein sehr ähnliches berufliches Anforderungsprofil haben, einen fast ausgeglichenen Anteil von weiblichen und männlichen Arbeitnehmern.
imri.rapaport 30.01.2018
2. Gehaltsunterschied
Warum Carolyn McCall dafür nicht gesorgt hat, dass man eine Angleichung der Gehälter vornimmt, als sie Chefin war, ist nicht nachvollziehbar. Aber wie es scheint hatte sie nichts getan, weil sie selbst ein Teil des System war [...]
Warum Carolyn McCall dafür nicht gesorgt hat, dass man eine Angleichung der Gehälter vornimmt, als sie Chefin war, ist nicht nachvollziehbar. Aber wie es scheint hatte sie nichts getan, weil sie selbst ein Teil des System war und es akzeptiert hat. Das ist das Problem. Wer sich nicht wehrt geht unter oder macht mit.
murksdoc 30.01.2018
3. Es gibt einen Gott
Dass Easy Jet in Paris bereits Landeverbot hatte, weil sie die Bestimmungen des Europäischen Arbeitsrechtes mit Nichtbeachtung strafen, scheint Sie nicht zu interessieren. Das ist der erste Grund, da nicht hineinzusitzen. Wenn [...]
Dass Easy Jet in Paris bereits Landeverbot hatte, weil sie die Bestimmungen des Europäischen Arbeitsrechtes mit Nichtbeachtung strafen, scheint Sie nicht zu interessieren. Das ist der erste Grund, da nicht hineinzusitzen. Wenn sicherheitsrelevante Arbeitplätze nach Quote besetzt und "Virtue Signalling" bezahlt werden, gibt es noch tausend andere Gründe dafür. Aber sitzen Sie ruhig rein in ein (noch) fliegendes Gerät, in dem der Pilot genausowenig verdient, wie die Dame, die Ihnen die kostenpflichtigen Salzcracker in die Jacke krümelt und ausserdem eine Pilotin ist, die man nach langer Suche überzeugen konnte, doch nochmal das Ding in der Mittein die Hand zu nehmen, von dem sie geschworen hatte, es nach ihrem letzten Einschlag in den Terminal nie wieder zu tun. Das die warme Zufriedenheit, für Social Justice gesorgt zu haben, das kalte Gefühl der Flugangst übertrumpfen kann, nachdem sich die Türen geschlossen haben und der Vogel sich beim dritten Versuch, nachdem der lustige Mann, der nach dem Herausziehen des Bolzens des Schleppgerätes immer so freundlich seinen roten Wimpel zeigt, sich bereits mehrmals bekreuzigt und der Flight Controler laut und vernehmlich "Viel Glück, Sie werden es brauchen" gewünscht hat, endlich langsam in flachem Winkel aber immerhin doch in die turbulenten Lüfte erhebt, halte ich für unwahrscheinlich. Nehmen Sie wenigstens viel Kleingeld mit. Kotztüten und Beruhigungspillen sind genauso kostenpflichtig wie die Salzcracker mit Schimmelaroma und die Benutzung der Bordtoiletten, die irgendwie danach riechen. Wenn überhaupt noch Material für Sie übrig ist. Denn erst kommt die Crew, dann kommt der Pöbel auf den billigen (das heisst: "allen anderen") Plätzen. Und für den gilt nach wie vor: Frauen und Kinder zuerst.Besser angelegt ist das Kleingeld, wenn man es vor dem Flug in einem Opferstock der katholischen Kirche versenkt. Vielleicht gibt es ja doch einen Gott und da sollte man auch die allerkleinste statistische Wahrscheinlichkeit nicht ungenutzt lassen. Ein Tip für den Rückflug: das Kopfweh kommt nicht von dem billigen Eimer Sangria, den Sie gestern aufgrund einer Wette auf "Ex" geleert haben (Hauptgewinn: ein Eimer billigen Sangrias). Das ist die recycelte Abluft der Triebwerke und der Bordküche. Angewärmte Frischluft gibt es nur gegen Aufpreis und die ist heute leider schon ausverkauft. Nehmen Sie am besten eine Extra-Portion nach grünem Schimmel schmeckender Krümelcracker die ihnen die Hartz-vierende Aushilfsflightattendeuse lächelnd servieren wird. Davon bekommen Sie nämlich Magenschmerzen und Durchfall, dann fällt das Kopfweh nicht so auf. Wundern Sie sich aber nicht, wenn bei Ihrer Rückkehr Haus und Hof schon verkauft sind. Das waren ihre Kinder und die haben in der Schule statistische Wahrscheinlichkeiten berechnet und Sie haben anscheinend bewiesen: es gibt einen Gott.
dbrown 30.01.2018
4. Das kommt davon,
wenn alle so billig wie möglich überall hinfliegen wollen. Irgendjemand wird den Preis dafür bezahlen.
wenn alle so billig wie möglich überall hinfliegen wollen. Irgendjemand wird den Preis dafür bezahlen.
Dogbert 31.01.2018
5. Komplett am Thema vorbei
Ihr Beitrag, der würde nur Sinn machen wenn alle schlecht bezahlt würden. Aber die Kernaussage des Artikels ist auch Blödsinn, das Durchschnittsgehalt der Frauen ist in erster Linie deswegen niedriger, weil die sich mit [...]
Zitat von dbrownwenn alle so billig wie möglich überall hinfliegen wollen. Irgendjemand wird den Preis dafür bezahlen.
Ihr Beitrag, der würde nur Sinn machen wenn alle schlecht bezahlt würden. Aber die Kernaussage des Artikels ist auch Blödsinn, das Durchschnittsgehalt der Frauen ist in erster Linie deswegen niedriger, weil die sich mit niederwertigen Jobs zufrieden geben. So gibt es kaum Pilotinnen oder Fluggerätetechnikerinnen, Jobs die weit besser bezahlt werden als der der Saftschubse. Das kann man aber weder dem Unternehmen noch den Männern vorwerfen !!

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