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KarriereSPIEGEL

Neuseeländische Firma kürzt Arbeitszeit

Vier Tage pro Woche sind genug

Wer weniger arbeitet, schafft mehr, sagt eine Firma in Neuseeland und hat entschieden: Ab November haben die Mitarbeiter nur noch Viertagewochen - bei gleichem Gehalt.

Getty Images/Maskot

Kollegen (Symbolbild)

Dienstag, 02.10.2018   13:49 Uhr

Fünf Tage von morgens bis abends im Büro, dazu Familie, Freizeit, Termine: Für viele ist die Organisation ihres Alltags oft purer Stress. Eine Fondsgesellschaft in Neuseeland hat deshalb die Viertagewoche getestet - und ist von den Ergebnissen so begeistert, dass ab November alle 240 Angestellten bei gleichbleibendem Gehalt nach diesem Modell arbeiten können.

Das Unternehmen "Perpetual Guardian", das Fonds und Vermögensanlagen verwaltet, hatte im Frühjahr zwei Monate lang getestet, wie sich eine Viertagewoche auf das Betriebsklima, auf die Motivation der Angestellten und auf die Arbeitsergebnisse auswirkt. Dabei zeigte sich, dass die Beschäftigten sowohl produktiver als auch zufriedener waren.

Ein Forscherteam der Auckland-Universität hatte den Testlauf damals begleitet, um den Einfluss auf die Belegschaft zu überwachen. Hatten vor der Versuchsphase noch 54 Prozent der Mitarbeiter gesagt, sie bekämen die Balance zwischen Arbeit und Haushalt gut hin, waren es nach dem Test 78 Prozent, berichtet der britische "Guardian". Die Zufriedenheit mit der verkürzten Arbeitszeit war also ausgesprochen hoch.

"Für uns kein Nachteil"

Für Andrew Barnes, Geschäftsführer von "Perpetual Guardian", ein eindeutiges Ergebnis. Er ist vom Resultat des Versuchs so begeistert, dass er mittlerweile mit einer eigenen Homepage für die Vorteile des Viertagemodells wirbt.

Ab November sollen alle Mitarbeiter frei entscheiden können, ob sie einen Tag pro Woche weniger arbeiten wollen und welchen sie dann freinehmen. "Es gibt für uns dadurch keinen Nachteil", sagt Andrew Barnes. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass die Arbeitnehmer ihre wöchentlichen Arbeitsziele erreichen.

Einen Zwang zum kürzeren Arbeiten soll es aber nicht geben: Die neue Regelung ist freiwillig. Wer will, kann also auch weiterhin an fünf Tagen ins Büro kommen.

him/dpa

insgesamt 24 Beiträge
Christoph 02.10.2018
1.
Finde ich als Arbeitnehmer natürlich eine super Idee, aber aus Arbeitgebersicht würde ich zwar zustimmen, dass in einer festgelegten Vier-Tage-Arbeitswoche mehr geleistet wird, als an vier Arbeitstagen einer festgelegten [...]
Finde ich als Arbeitnehmer natürlich eine super Idee, aber aus Arbeitgebersicht würde ich zwar zustimmen, dass in einer festgelegten Vier-Tage-Arbeitswoche mehr geleistet wird, als an vier Arbeitstagen einer festgelegten Fünf-Tage-Arbeitswoche, aber nicht so viel, dass dadurch ein ganzer wegfallender Arbeitstag wettgemacht wird.
unky 02.10.2018
2. Vorbild für alle die Chefs, ...
... die da meinen, nur die über einen 8-Stundentag hinausgehende Präsenz der Arbeitnehmer - und möglichst noch mit großem emotionalen Druck - bringe genügend Leistung. Gerade in Verlagen ist es vielfach üblich, dass bei [...]
... die da meinen, nur die über einen 8-Stundentag hinausgehende Präsenz der Arbeitnehmer - und möglichst noch mit großem emotionalen Druck - bringe genügend Leistung. Gerade in Verlagen ist es vielfach üblich, dass bei geöffneten Türen - damit jeder jederzeit beobachtet werden kann - und täglich mindestens eine Stunde länger gearbeitet wird. Gern auch ohne Ausgleich für die Überstunden. Wer sein Pensum, weil ein guter Organisator, in acht Stunden bewältigt und pünktlich Feierabend macht, wird misstrauisch beäugt - und bekommt mehr aufgebürdet, weil er ja offensichtlich nicht ausgelastet ist. Ich frage mich wirklich, wozu die Gewerkschaften eigentlich den 8-Stundentag erkämpft haben, wenn die Arbeitgeber alles dafür tun, ihn im eigenen Unternehmen auszuhöhlen. Von der Unsitte, die immerwährende Erreichbarkeit zu verlangen, will ich hier garnicht reden. Oder die ungeschriebene Regel, dass der Jahresurlaub nicht im Stück genommen werden, sondern höchstens 14 Tage dauern darf. Dabei wissen Arbeitswissenschaftler schon lange, dass nur ein ausgeruhter Arbeitnehmer, der im Rahmen seiner Arbeitsaufgaben auch verantwortlich sein kann, produktiv und kreativ ist.
dasfred 02.10.2018
3. Vor kurzem wurde über einen süddeutschen Betrieb
berichtet, in dem der Chef die tägliche Arbeitszeit auf sech Stunden ohne lange Pause verkürzt hat, damit die Mitarbeiter mehr mit ihrer Freizeit anfangen können. Der hat genau so positive Erfahrungen gemacht, weil die [...]
berichtet, in dem der Chef die tägliche Arbeitszeit auf sech Stunden ohne lange Pause verkürzt hat, damit die Mitarbeiter mehr mit ihrer Freizeit anfangen können. Der hat genau so positive Erfahrungen gemacht, weil die Mitarbeiter ihre Zeit besser einteilen.
freudentanz 02.10.2018
4. Nicht vergessen
das die meisten Firmen in D die Urlaubstage an die Anwesenheit am Arbeitsplatz gekoppelt haben ... Diejenigen die Gewerkschaften und Betriebsräte für total überflüssig halten wissen meist nicht das eine halbtägige Tätigkeit [...]
das die meisten Firmen in D die Urlaubstage an die Anwesenheit am Arbeitsplatz gekoppelt haben ... Diejenigen die Gewerkschaften und Betriebsräte für total überflüssig halten wissen meist nicht das eine halbtägige Tätigkeit auf zB 2,5 Volltage ausgeübter Job (wird ja oft angeboten) eben auch nur zB 15 Tage Urlaub im Jahr gewährt. Deshalb gehen die organisierten Kollegen lieber 5 mal halbtags arbeiten und geniesen dann auch 30 Tage. So, und wenn sie nur noch 4 Tage Vollzeit arbeiten gibt es eben dementsprechend weniger Urlaubstage. Genauso wie man hier gerne Homeoffive und einen Telemedienarbeitsplatz verwechselt .... aber ich spreche ja hier nur mir selbst da Gewerkschaften und BR so uncool sind und man sich selbst bei Dr.Google schlau machen kann. Das eine Fondsgesellschaft ausserhalb aller "Haupt-Zeitzonen" die 4-Tagewoche anbietet kann ich zwar kaum glauben, nehme es aber mal so hin. Prinzipiell ist es meine Meinung das derart drastische Arbeitszeitverkürzungen niemals im produzierendem Gewerbe möglich sind aber wir arbeiten ja eifrigst daran dieses Land zu deindustrialisieren und viele träumen davon das Roboter alle Arbeiten entrichten und dann auch noch in Deutschland Steuern bezahlen! Hahaha, wie naiv muss man sein?
ansv 02.10.2018
5.
Alle genannten Gruppen können 6 Wochen im Jahr Urlaub nehmen. Klingelts?
Zitat von freudentanzdas die meisten Firmen in D die Urlaubstage an die Anwesenheit am Arbeitsplatz gekoppelt haben ... Diejenigen die Gewerkschaften und Betriebsräte für total überflüssig halten wissen meist nicht das eine halbtägige Tätigkeit auf zB 2,5 Volltage ausgeübter Job (wird ja oft angeboten) eben auch nur zB 15 Tage Urlaub im Jahr gewährt. Deshalb gehen die organisierten Kollegen lieber 5 mal halbtags arbeiten und geniesen dann auch 30 Tage. So, und wenn sie nur noch 4 Tage Vollzeit arbeiten gibt es eben dementsprechend weniger Urlaubstage. Genauso wie man hier gerne Homeoffive und einen Telemedienarbeitsplatz verwechselt .... aber ich spreche ja hier nur mir selbst da Gewerkschaften und BR so uncool sind und man sich selbst bei Dr.Google schlau machen kann. Das eine Fondsgesellschaft ausserhalb aller "Haupt-Zeitzonen" die 4-Tagewoche anbietet kann ich zwar kaum glauben, nehme es aber mal so hin. Prinzipiell ist es meine Meinung das derart drastische Arbeitszeitverkürzungen niemals im produzierendem Gewerbe möglich sind aber wir arbeiten ja eifrigst daran dieses Land zu deindustrialisieren und viele träumen davon das Roboter alle Arbeiten entrichten und dann auch noch in Deutschland Steuern bezahlen! Hahaha, wie naiv muss man sein?
Alle genannten Gruppen können 6 Wochen im Jahr Urlaub nehmen. Klingelts?
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