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Büroleben

Darf mich mein Chef zum Aufräumen zwingen?

Auf dem Schreibtisch stapeln sich Papiere, Zeitungen, Kaffeetassen. Aber solange dort produktiv gearbeitet wird, geht das niemanden was an - auch den Chef nicht. Oder?

Getty Images

Unordentliche Arbeitsplätze (Symbolbild)

Montag, 12.03.2018   15:06 Uhr

Manche Schreibtische sind kein schöner Anblick. Zwischen Stiften, Zetteln und Taschentüchern stehen dreckige Kaffeetassen, drei Tage nicht abgewaschen, mindestens. So mancher Angestellte arbeitet nicht in einem Büro, sondern in einem Saustall - sehr zum Ärgernis vieler Chefs. Doch dürfen sie ihre Angestellten zum Aufräumen zwingen oder sogar private Deko verbieten?

Die Antwort ist eindeutig: Sie dürfen. "Der Schreibtisch beziehungsweise der Arbeitsplatz gehört dem Arbeitgeber", sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht. "Deshalb darf er auch entscheiden, wie es da zugeht." Das gilt auch für die private Deko.

Allerdings muss der Chef den Grundsatz "gleiches Recht für alle" beachten. Wenn also ein Angestellter das Bild von Mutti wegräumen muss, ist auch der Kollege verpflichtet, das Foto vom Familienhund in die Schreibtischschublade zu verbannen. Auch wenn ein Angestellter zum Aufräumen verdonnert wird, müssen alle ran.

Wenn es um den Zustand des Arbeitsplatzes geht, hat der Vorgesetzte fast alle Freiheiten. So kann er zum Beispiel plötzlich private Dekoration oder Unordnung auf Schreibtischen verbieten - auch dann, wenn er es vorher stillschweigend geduldet hat.

Im Streitfall kann der Betriebsrat helfen, rät Anwalt Markowski. Denn die Mitarbeitervertretung darf in solchen Fällen mitbestimmen, per Betriebsvereinbarung zum Beispiel. Dort lassen sich dann auch Details klären - ob es etwa genug Schubladen und Schränke für die Dinge gibt, die nicht mehr auf dem Schreibtisch herumliegen sollen.

Falls Sie Ihrem Chef zuvorkommen und aufräumen wollen, hier einige Tipps:

koe/dpa

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