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Weihnachtseinkäufe

Darf ich mir private Pakete ins Büro liefern lassen?

Onlineshopping ist praktisch, gerade in der Vorweihnachtszeit. Aber wer den ganzen Tag im Büro sitzt, kann dem Paketboten nicht öffnen. Lieferungen an den Arbeitsplatz können eine Alternative sein.

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So viele Päckchen im Büro, da fällt doch gar nicht auf, wenn ein privates dabei ist. Oder?

Montag, 04.12.2017   11:56 Uhr

Allein DHL rechnet in diesem Jahr mit acht Millionen Paketen zur Weihnachtszeit. Doch viele Arbeitnehmer stehen vor einem Problem: Wer tagsüber nicht zu Hause ist, kann auch keine Pakete annehmen. Und wer weder pensionierte Nachbarn noch eine Paketbox in der Nähe hat, muss seine Päckchen sonst wo abholen - im Zweifelsfall bis 18 Uhr. Viel bequemer wäre es doch, sich die Geschenke an den Arbeitsplatz liefern zu lassen. Doch vor der ersten Bestellung sollten Arbeitnehmer klären, ob das erlaubt ist.

Grundsätzlich gilt: Wenn der Chef es nicht untersagt hat, dürfen Arbeitnehmer sich ihre Päckchen auch in den Betrieb liefern lassen. Aber einen rechtlichen Anspruch darauf haben sie nicht.

Viele Unternehmen dulden private Lieferungen, solange der Aufwand dafür im Rahmen bleibt und der Betrieb nicht gestört wird, weil zum Beispiel die Kollegen am Empfang oder in der Poststelle zu nichts anderem mehr kommen.

Hat der Chef ausdrücklich ein Verbot ausgesprochen, müssen sich Arbeitnehmer daran halten. Ansonsten droht ihnen eine Abmahnung - und im Wiederholungsfall sogar die Kündigung.

"Wenn private Angelegenheiten generell verboten sind, gilt das auch für die Zustellung privater Pakete", sagt Axel Döhr vom Infocenter der R+V Versicherung. "In einigen Unternehmen finden sich solche Angaben in der Betriebsordnung."

Die Rechtsschutzgesellschaft des Deutschen Gewerkschaftsbunds warnt außerdem: Auch wenn es erlaubt ist, sich Päckchen in den Betrieb liefern zu lassen, bedeutet dies noch lange nicht, dass Beschäftigte auch während der Arbeitszeit oder gar vom Dienst-PC aus im Internet einkaufen dürfen.

koe/AFP

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