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KarriereSPIEGEL

Peinliche Werbung für Berufe

Recruiting, voll daneben

Personalsuche ist einfach? Fragen Sie mal Werber, die Kampagnen für Berufe und Bildungsgänge anschieben - und mehr oder weniger deutlich danebenliegen.

Universitätsklinikum Freiburg
Donnerstag, 10.01.2019   21:52 Uhr

Welcher Film ist das denn? "Zeit für Neues"? Und "Die Unglaublichen"? An Freiburger Haltestellen hängen seit Ende Dezember Werbeplakate für vermeintliche Blockbuster. Doch beim zweiten Blick wird klar: Nicht Kinogänger sind das Ziel der Plakatkampagne, sondern medizinische Fachkräfte, die möglichst viele Bewerbungen schicken sollen.

Denn "Zeit für Neues" wirbt für Jobs im interdisziplinären Tumorzentrum der Uniklinik Freiburg, "Die Unglaublichen" hat den Untertitel "...brauchen nur noch dich". Zu sehen sind keine Schauspieler, sondern Mitarbeiter der Uniklinik: die Ärztin Birte oder Igor, der Rettungssanitäter. "Kreativität mit einem Augenzwinkern" sei das, sagt Kliniksprecher Benjamin Waschow.

Die Kampagne sei eine Reaktion auf den Personalmangel - "mit einer lockeren Umsetzung, die man von einer solchen Einrichtung nicht gewohnt ist". Die Resonanz, so Waschow, sei positiv, die Plakate sorgten, wie gewünscht, für Diskussionen.

Doch längst nicht immer funktionieren die vermeintlich guten Werbeideen beim Recruiting. Klischeetriefende Berufsbilder, sprachliche Anbiederei oder sexistische Entgleisungen sorgen nicht selten für Kopfschütteln, wie die Auswahl in der Fotostrecke zeigt.

Fotostrecke

Peinliche Werbung: Wenn Recruiting danebengeht

Gerade selbstgemachte Werbung, als Kreatividee im Unternehmen gefeiert, sorgt außerhalb oft für Spott. Bis heute ein Klassiker in dieser Rubrik: Die Azubis der Sparda-Bank, die 2012 ein Musikvideo drehten, um ihren Altersgenossen deutlich zu machen, wie cool doch der Job der Bankkaufleute ist.

Dabei sind die peinlichen Recruiting-Werbefilme nicht selten. Eine Auswahl mit zum Teil belustigenden, zum Teil auch verstörenden Clips finden Sie hier und hier.

him

insgesamt 46 Beiträge
schnee_wolf 10.01.2019
1. Der Wurm muss dem Fisch schmecken ...
Da mag man beim Spiegel" noch so die Näschen rümpfen - beim Recruiting gilt das Helmut-Kohl-Wort: Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Stellt doch mal die Evaluationen neben die jeweils entsprechenden Kampagnen. Dann [...]
Da mag man beim Spiegel" noch so die Näschen rümpfen - beim Recruiting gilt das Helmut-Kohl-Wort: Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Stellt doch mal die Evaluationen neben die jeweils entsprechenden Kampagnen. Dann wird dem einen oder anderen Lästerer nämlich das hämische Lachen im Hals stecken bleiben.
Susi Sorglos 10.01.2019
2. Ganz einfach
Nur peinlich
Nur peinlich
fungel99 10.01.2019
3. Peinlich
ist höchstens die gekünstelte Empörung im SPON. Da geht scheinbar die ganze Redaktion zum Lachen in den Keller.
ist höchstens die gekünstelte Empörung im SPON. Da geht scheinbar die ganze Redaktion zum Lachen in den Keller.
geri&freki 10.01.2019
4. Kino-Plakat?
Wohl eher eine Personalsuche für ein Sado-Maso-Kabinett. Oder die Geisterbahn... So zumindest meine Spontan-Assoziation.
Wohl eher eine Personalsuche für ein Sado-Maso-Kabinett. Oder die Geisterbahn... So zumindest meine Spontan-Assoziation.
kumi-ori 11.01.2019
5.
Die erste "lustige" Stellenanzeige war sicher eine gute Idee. Aber wie jede kreative Innovation wird sie von der Werbesparte totgeritten. Alle stürzen sich auf den gleichen Witz. Zudem kann sich solch eine [...]
Die erste "lustige" Stellenanzeige war sicher eine gute Idee. Aber wie jede kreative Innovation wird sie von der Werbesparte totgeritten. Alle stürzen sich auf den gleichen Witz. Zudem kann sich solch eine Imageverzerrung kontraproduktiv auswirken. Wenn der Eindruck erweckt wird, dass für Pflegeberufe ausschließlich pensionierte Seeräuber in Frage kommen, fühlen sich vielleicht Interessenten mit "konventionellem" Profil ausgeschlossen.

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