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Brief geht viral

Qantas-Chef gibt Zehnjährigem Tipps für eigene Fluglinie

Eine Fluggesellschaft zu gründen, ist viel Arbeit. Ein zehnjähriger Junge aus Australien hat schon mal angefangen - und den Chef von Qantas um Rat gefragt. Der macht ihm persönlich ein paar Vorschläge.

REUTERS

Flugzeuge von Qantas in Sydney (Archivbild)

Dienstag, 12.03.2019   14:57 Uhr

Mit diesem Konkurrenten hat Qantas wohl nicht gerechnet: Alex Jacquot ist Australier und schreibt in einem Brief an die Fluggesellschaft über die Gründung seiner Airline "Oceania Express". Nur: Eine Lizenz, geschweige denn eigene Flugzeuge, hat "Oceania" noch nicht - denn Jacquot ist erst zehn Jahre alt.

In seinem handgeschriebenen Brief bittet er Qantas-Chef Alan Joyce, ihn trotzdem ernst zu nehmen. "Ich habe schon mit einigen Sachen begonnen, wie welche Flugzeugtypen und Flugnummern ich brauche, Catering und mehr." Außerdem habe er bereits mehrere Angestellte: einen Finanzdirektor, einen IT-Leiter und Mitarbeiter für Instandhaltungsarbeiten, Rechtsfragen und Bordservice. Sein Freund Wolf sei Mitgründer des Unternehmens.

"Ich mag es, an meiner Airline zu arbeiten. Jetzt, wo Schulferien sind, habe ich mehr Zeit zum Arbeiten", schreibt Jacquot. Doch er habe offene Fragen zu seiner Arbeit, die er Joyce stellen wolle: "Was kann ich tun?" und "Haben Sie Ratschläge, wie ich eine Airline starten kann?"

Außerdem beschäftige er sich mit einem 21-stündigen Direktflug eines Airbus A350 von Sydney oder Melbourne nach London - "wie Sie", schreibt Jacquot - und meint damit wohl die Ankündigung von Qantas, London ab 2022 mit den beiden australischen Städten verbinden zu wollen. Qantas hatte Airbus und Boeing aufgefordert, entsprechende Flugzeuge zu bauen, vor fast einem Jahr landete ein Testflug in London. "Oceania Express" bereite die Verbindung jedoch Probleme, es sei unklar, wie den Passagieren ein angenehmer Schlaf ermöglicht werden könne. "Haben Sie einen Rat?", fragt Jacquot.

Jacquot: "Ich war auch mal ein Junge"

Qantas hat den Brief auf Twitter veröffentlicht - zusammen mit einer Antwort von Joyce. Der Manager bedankt sich über die Ankündigung der neuen Airline, er habe bereits "Gerüchte über den Markteintritt eines Teilnehmers gehört". Normalerweise gebe er Konkurrenten zwar keine Ratschläge. Für Alex Jacquot mache er jedoch eine Ausnahme. "Denn ich war auch mal ein Junge, der neugierig auf das Fliegen und alle seine Möglichkeiten war."

Sein wichtigster Tipp, um eine Airline aufzuziehen, sei, die Sicherheit über alles zu stellen. Außerdem müsse das Reisen für Passagiere bequem und bezahlbar sein. Für den Direktflug zwischen Australiens Westküste und London prüfe Qantas deshalb verschiedene Kabinendesigns mit Schlaf- und Bewegungsmöglichkeiten.

In diesem Zuge wolle er Jacquot einladen, schreibt Joyce. "Auf diesem Treffen können wir Notizen darüber austauschen, wie es ist, eine Airline zu führen." Dazu schlägt er ein Vier-Augen-Gespräch vom Chef der ältesten Airline Australiens zum Chef der jüngsten Fluggesellschaft des Landes vor - inklusive einer Tour durch das Flugbetriebszentrum, das alle Qantas-Flüge der Welt überwacht.

kko

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