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KarriereSPIEGEL

Belastungen in Berufen

Hochschullehrer sind am seltensten krank

19,5 Tage ist ein Angestellter pro Jahr im Schnitt krankgeschrieben. Doch die Werte unterscheiden sich in den verschiedenen Berufen erheblich. Eine Krankenkasse hat jetzt ermittelt: Wer fällt wie oft aus - und warum?

Getty Images/Tetra images RF
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Mittwoch, 13.03.2019   13:52 Uhr

Wer eine schwere Grippe bekommt, kann schon mal ein paar Tage ausfallen und nicht zur Arbeit gehen. Wie häufig Beschäftigte wegen Krankheit fehlen, hängt jedoch nicht nur von ihrem generellen Gesundheitszustand oder ihrem Alter ab - sondern davon, in welchem Beruf sie tätig sind.

Aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Krankenkasse AOK geht hervor, dass der jeweilige Job stark beeinflusst, wie viele Fehltage ein Angestellter hat und woran genau er erkrankt. Für die Analyse wertete das Wissenschaftliche Institut der Kasse die Daten von insgesamt 14 Millionen Versicherten aus dem vergangenen Jahr aus.

Dabei kam heraus:

Die 20 Prozent der Versicherten mit den meisten Fehlzeiten waren laut der Studie durchschnittlich 26,3 Tage nicht im Dienst. Bei den 20 Prozent mit den wenigsten Fehlzeiten waren es 12,8 Tage.

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Die Analyse zeigt auch, warum die Beschäftigten in den jeweiligen Berufen fehlen. Viele Beschäftigte der Ver- und Entsorgung erkrankten im vergangenen Jahr an Muskel-Skelett-Erkrankungen. Wegen solcher Erkrankungen wiesen die Angestellten dieser Berufsgruppe durchschnittlich 11,6 Fehltage auf - in etwa genauso viele wie Straßen- und Tunnelwärter.

Zudem waren insgesamt mehr Beschäftigte erkältet: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl jener mit Infektionen der oberen Atemwege um 10,5 Prozent. Arbeitnehmer, die viel Kontakt mit anderen Menschen haben, beispielsweise in einem Großraumbüro oder in sozialen Berufen, sind laut der Analyse besonders gefährdet. Sie seien 2018 "auffallend oft" von Erkältungswellen betroffen gewesen.

Die Wissenschaftler untersuchten auch, wie oft Beschäftigte sich wegen seelischer Probleme krank meldeten. Im vergangenen Jahr blieben Angestellte im Dialogmarketing, zum Beispiel Callcenter-Mitarbeiter, am häufigsten wegen solcher Erkrankungen der Arbeit fern: Sie kamen auf 7,1 Fehltage wegen psychischer Erkrankungen - dicht gefolgt von Menschen, die in der Familien- und Altenpflege tätig sind.

nil/dpa

insgesamt 21 Beiträge
JackGerald 13.03.2019
1. Hochschullehrer leben ja auch für ihren Beruf
und ihre Forschung. Außerdem haben sie es normalerweise mit einem gewissen Niveau zu tun, und nicht mit irgendwelchen dämlichen pubertierenden Schülern, die keinen Bock auf Schule haben. Da kann man doch elativ entspannt sein.
und ihre Forschung. Außerdem haben sie es normalerweise mit einem gewissen Niveau zu tun, und nicht mit irgendwelchen dämlichen pubertierenden Schülern, die keinen Bock auf Schule haben. Da kann man doch elativ entspannt sein.
Zitrone! 13.03.2019
2.
Werden hier nicht wieder Äpfel mit Birnen verglichen? Arbeitnehmer mit relativ freier Zeiteinteilung, die zudem noch gewöhnlich einen Teil ihrer Arbeit von Zuhause erledigen können, melden sich vielleicht nicht gleich krank, [...]
Werden hier nicht wieder Äpfel mit Birnen verglichen? Arbeitnehmer mit relativ freier Zeiteinteilung, die zudem noch gewöhnlich einen Teil ihrer Arbeit von Zuhause erledigen können, melden sich vielleicht nicht gleich krank, wenn sie wegen einer heftigen Erkältung oder eines verstauchten Fußes nicht am Arbeitsort erscheinen können. Das dürfte auf viele der unter "wenigste Fehltage" gelisteten Berufsgruppen zutreffen. Es gibt sicherlich belastendere Berufe, was sich auch in Fehltagen niederschlägt, nur scheint mir die genaue Berechnung hier fraglich.
Wanne42001 13.03.2019
3. Krank ohne Meldung?
Ich bin Universitätsprofessor, und wenn ich krank bin mache ich normalerweise keine Krankmeldung, da ich oft von zuhause arbeite. Und wenn ich Termine habe, sag ich die einfach ab. Letztlich zählen ja nur Resultate, und die [...]
Ich bin Universitätsprofessor, und wenn ich krank bin mache ich normalerweise keine Krankmeldung, da ich oft von zuhause arbeite. Und wenn ich Termine habe, sag ich die einfach ab. Letztlich zählen ja nur Resultate, und die hängen nicht von der Krankmeldung ab.
ZyggyStardust 13.03.2019
4. krank ohne Meldung 2.
Kann ich bestätigen. Warum soll man sich krank melden, wenn man einfach zu Haus bleiben und von dort aus arbeiten kann? Wenn ich krank bin erledige ich Post/mail oder Reiseabrechnungen etc. von zu Haus aus. Solange ich gesund [...]
Kann ich bestätigen. Warum soll man sich krank melden, wenn man einfach zu Haus bleiben und von dort aus arbeiten kann? Wenn ich krank bin erledige ich Post/mail oder Reiseabrechnungen etc. von zu Haus aus. Solange ich gesund bin, verwende ich so viel Zeit wie nur irgend möglich für meine Forschung. In meiner Umgebung tun das alle.
adrian_wowra 13.03.2019
5. Quelle
Gibts eine Verlinkung zur Studie? Habe auf der AOK Seite nichts gefunden
Gibts eine Verlinkung zur Studie? Habe auf der AOK Seite nichts gefunden

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