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Streckensperrung und Warnstreiks

Stressige Wochen für Pendler im Rheinland

Eine Großbaustelle der Bahn zwischen Köln und Düsseldorf - und dann auch noch die Warnstreiks. Der tägliche Arbeitsweg ist für viele Pendler im Rheinland derzeit lang und beschwerlich.

DPA

Verkehr auf der A 57 zwischen Düsseldorf und Köln

Dienstag, 10.04.2018   16:27 Uhr

Seit diesem Montag ist sie gesperrt, die Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf. Sechs Wochen lang will die Bahn dort rund 43 Kilometer Schienen und 22 Kilometer Kabel austauschen, 36.000 Schwellen und 26.000 Tonnen Schotter ersetzen.

Für Pendler auf dieser vielbefahrenen Strecke heißt das: umsteigen auf die S-Bahn - oder aufs Auto. Entsprechend voll waren zum Wochenbeginn die Straßen. Wie der WDR berichtete, staute sich der Verkehr zwischen Köln und Düsseldorf am Morgen teilweise mehrere Kilometer, Regionalzüge und S-Bahnen waren überfüllt.

Die Hälfte der täglich 160 Fernzüge fährt den Düsseldorfer Hauptbahnhof seit Montag nicht mehr an. Im Nahverkehr empfiehlt die Bahn den Berufspendlern Umleitungen über Neuss. Von Köln nach Düsseldorf pendeln täglich fast 12.000 Beschäftigte, in die andere Richtung sind es knapp 8000.

Wegen der Baustelle sei er eine halbe Stunde früher aufgestanden und habe extra ein Mietauto genommen, erzählte ein Lehrer am Kölner Hauptbahnhof. Er hatte auf einen Regionalexpress gesetzt, der wegen eines defekten Hauptstellwerks dann jedoch ausgefallen war. "Meine Schüler werden wohl warten müssen."

Hinzu kam am Dienstag, dass unter anderem in Nordrhein-Westfalen auch Warnstreiks im öffentlichen Dienst das Vorankommen behinderten. Im Ruhrgebiet wurden in etlichen Städten kommunale Verkehrsbetriebe bestreikt, darunter in Dortmund, Duisburg, Köln und Essen. Dort sollen laut Ver.di bis zum Betriebsschluss spät in der Nacht sämtliche U-Bahnen sowie Stadtbahn- und Buslinien ausfallen.

Der Flugverkehr war ebenfalls betroffen: In Köln/Bonn waren vormittags keine Starts und Landungen möglich, da die Flughafenfeuerwehr mehrere Stunden streikte. Vor allem weil Beschäftigte beim Sicherheitsdienst keine oder weniger Personenkontrollen machten, kam es auch zu Ausfällen etwa in Hamburg, Düsseldorf oder Hannover.

Der Mittelstandsverband BVMW kritisierte das "Chaos unter den Pendlern" als unverhältnismäßig. "Gerade die Streiks in den Kindertagesstätten und im ÖPNV treffen zielsicher die Mitte der Gesellschaft."

Am Mittwoch soll es weitere Proteste geben. Bestreikt wird dann laut WDR unter anderem die Düsseldorfer Rheinbahn. Wer in die Landeshauptstadt pendelt und pünktlich auf der Arbeit sein will, muss wohl früher aufstehen - und das nicht nur morgen. Denn wenn die Warnstreiks vorbei sind, bleibt immer noch die Großbaustelle der Bahn: voraussichtlich bis zum 19. Mai.

lov/dpa/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
Sollbruch 10.04.2018
1. Kommunikation
Das traurige ist die Kommunikation auf der Strecke Düsseldorf Köln. Falsche Angaben in App und am Bahnsteig. Verspätungen werden oft erst kurzfristig angezeigt oder gar nicht. Überfüllte Züge oder gar der Gau - was auf der [...]
Das traurige ist die Kommunikation auf der Strecke Düsseldorf Köln. Falsche Angaben in App und am Bahnsteig. Verspätungen werden oft erst kurzfristig angezeigt oder gar nicht. Überfüllte Züge oder gar der Gau - was auf der Strecke schon passiert ist am ersten Tag - Menschen passen nicht mehr in den RE. Da fragt man sich erst recht, wieso die (teils sehr leeren) ICEs nicht freigegeben werden. Selbst mit Umweg wäre das eine Geste an all die zahlenden Pendler auf dieser Strecke. Derzeit versagt die Bahn auf dieser Baustelle jedenfalls völlig. Andere Darstellung in der Presse seitens der Bahn spiegeln die Pendler Meinung in keiner Weise wieder.
Plasmabruzzler 11.04.2018
2.
Da werden von Wirtschaft und Politik die (berufliche) Flexibilität und Mobilität gefordert und statt dafür den Weg zu ebnen, lässt man lieber die Infrastruktur vergammeln und wartet, bis nichts mehr funktioniert. Es ist seit [...]
Da werden von Wirtschaft und Politik die (berufliche) Flexibilität und Mobilität gefordert und statt dafür den Weg zu ebnen, lässt man lieber die Infrastruktur vergammeln und wartet, bis nichts mehr funktioniert. Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass die Pendelei in der Metropolregion Rhein-Ruhr immer weiter zunimmt und man unternimmt nichts. Bspw. hätte die linke Rheinstrecke längst 4- bis 6-gleisig ausgebaut werden müssen. Selbst der RRX wird wohl nicht vor 2035 seinen vollständigen Betrieb aufnehmen und es ist jetzt schon absehbar, dass die derzeitige Planung nicht bedarfsgerecht sein wird.
bin_sammeln 11.04.2018
3. Komisch....
.....da ist der Laschet mit seiner CDU nun schon so lange dran. Und es ist immer noch Stau in NRW
.....da ist der Laschet mit seiner CDU nun schon so lange dran. Und es ist immer noch Stau in NRW

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