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23.02.2012
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Elbphilharmonie

Hochtief will weiterbauen

DPA

Elbphilharmonie-Baustelle: Wenn Hochtief es will, stehen alle Kräne still.

Die Zeichen standen auf Sturm: Hochtief zog nochmals ein Viertel der Mitarbeiter von der Elbphilharmonie-Baustelle ab, die Stadt Hamburg reagierte verärgert. Doch jetzt hat der Baukonzern einen Kompromiss angeboten - und Hamburgs Kultursenatorin freut sich über den "konstruktiven Weg."

Hamburg - "Wir sind irritiert von dem Verhalten von Hochtief und erwarten, dass das Unternehmen schleunigst erklärt, ob es überhaupt noch gewillt und in der Lage ist, weiterzubauen", hatte der Sprecher der Hamburger Kulturbehörde, Enno Isermann, am Mittwoch erklärt. Was war geschehen? Der Baukonzern hatte rund 40 bis 50 Mitarbeiter abgezogen und auf andere Projekte verteilt. "Wenn es auf der Baustelle weitergeht, sind jedoch genügend Mitarbeiter wieder da", so der Kommentar von Hochtief-Sprecher Bernd Pütter.

Die Bauarbeiten am Dach der Elbphilharmonie ruhen bereits seit November 2011, weil die Stadt Hamburg als Bauherrin und der Hochtief-Konzern über die Sicherheit des Daches sowie Verzögerungen und Mehrkosten streiten. Unter anderem äußerte Hochtief Zweifel daran, ob das geplante Dach des Konzertsaals nach den derzeitigen Plänen tragfähig sein werde. Anfang Februar hatten von der Stadt beauftragte Gutachter die Konstruktion für sicher erklärt. Der derzeit angestrebte Übergabetermin für die Elbphilharmonie ist für Ende November 2014 vorgesehen.

"Das Verhalten von Hochtief kann nur als Verweigerung gedeutet werden, zumal auch unabhängig vom Saaldach in einem Großteil des Gesamtgebäudes weitergebaut werden könnte und auch die bisherigen Mängel noch nicht beseitigt wurden", zürnte Behördensprecher Isermann.

Hickhack mit Happy End?

Am Donnerstag hat Hochtief nun einen Lösungsvorschlag angeboten: Wenn die Stadt einer Nachrüstung der Dachkonstruktion zustimmt, will der Baukonzern die Arbeiten wieder aufnehmen. Der Vorschlag ermögliche den Weiterbau des Konzerthauses, sagte Hochtief-Vorstandsmitglied Rainer Eichholz. Er gehe daher davon aus, dass die Stadt zustimme.

Die Reaktion der Hamburger Kulturbehörde kam prompt: "Wir begrüßen, dass Hochtief nunmehr einen Vorschlag für einen zügigen Weiterbau am Saaldach gemacht hat. Nach den Verstimmungen der letzten Tage hat Hochtief endlich einen konstruktiven Weg eingeschlagen, der auch eine Lösung der noch offenen Punkte möglich macht", erklärte Kultursenatorin Barbara Kisseler. Die Hartnäckigkeit der Stadt zeige offenbar Wirkung, so die Senatorin.

twi/dpa

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