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23.02.2012
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Städel-Erweiterungsbau

Kunst kommt von Kohle

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dapd

Wo, wenn nicht in der Bankenstadt am Main sollte die Gegenwartskunst ihr neues repräsentatives Domizil erhalten? Tür auf für den Erweiterungsbau des Frankfurter Städels! 330 Werke auf 3000 Quadratmetern - und das unterirdisch. Man könnte fast an ein anderes Renommierbauwerk denken.

Hamburg/Frankfurt am Main - Ein unterirdischer Erweiterungsbau, beleuchtet durch runde Oberlichter, die von außen wie Bullaugen wirken - die Rede ist nicht von Stuttgart 21, sondern vom Erweiterungsbau des Frankfurter Städels.

Das Museum, in der Frankfurter Museumslandschaft bislang eher für die klassische Kunst zuständig, hat mit zusätzlichen 3000 Quadratmetern seine Ausstellungsfläche fast verdoppelt. Die 34 Millionen Euro teure Halle ist ein Entwurf des Frankfurter Architekturbüros Schneider + Schumacher, insgesamt kostete die Erweiterung 52 Millionen Euro. 26 Millionen kamen durch private Spenden zusammen.

Das Städel sei nun in der Lage - "wie nur ganz wenige Museen weltweit" - die Entwicklung der Kunst vom frühen Mittelalter bis ins Jahr 2012 auf "konstant hohem Niveau" zu präsentieren, sagte Städel-Direktor Max Hollein bei der Vorbesichtigung am Mittwochnachmittag.

1200 Werke aus der Zeit nach 1945 hat Hollein in den letzten fünf Jahren angekauft, geschenkt oder geliehen bekommen. Einen Grundstock mit Kunst nach 1945 gab es bereits in der Sammlung, "aber auch deutliche Lücken". Von den 330 Werken, die Kurator Martin Engler letztlich für die Dauerausstellung ausgewählt hat, stammt etwa ein Drittel aus Unternehmenssammlungen. 600 Werke überließ die Deutsche Bank dem Städel, 220 Fotografien übergab die DZ-Bank.

Zur Eröffnung am Mittwoch waren unter anderem die Maler Markus Lüpertz, Daniel Richter, Hermann Nitsch und Sean Scully nach Frankfurt gekommen. Die Bankstadt Frankfurt bietet schließlich öffentliche Kunstsammlungen wie nur wenige andere europäische Metropolen - und so dienen auch die Werke eines linken Altpunks wie Daniel Richter der Repräsentation des Kapitals. Historisch gesehen ist das nur konsequent. Wo schließlich fanden Maler und Bildhauer in allen Phasen der Kunstgeschichte ihr Auskommen? Am Hof der Mächtigen.

sha/dpa

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